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Priorität gehört dem Ehrenamt
Schützenhalle wird zum Test- und Impfzentrum

Seit Freitagabend wird in der Schützenhalle Wunderthausen nicht nur getestet, sondern auch geimpft: Die erste Dosis mit AstraZeneca gehörte Christian Knebel.  Foto: Martin Völkel
  • Seit Freitagabend wird in der Schützenhalle Wunderthausen nicht nur getestet, sondern auch geimpft: Die erste Dosis mit AstraZeneca gehörte Christian Knebel. Foto: Martin Völkel
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vö Wunderthausen. Wenn die Erfolgsformel im Kampf gegen das Coronavirus darin liegt, dass in der Fläche geimpft wird, dann geht man in Wunderthausen mit sehr gutem Beispiel voran. Wieder einmal. Denn wenige Wochen nach der Eröffnung des Testzentrums in der Schützenhalle wird genau dort auch geimpft. Am Freitagabend waren die ersten 30 Bürger mit AstraZeneca an der Reihe, weitere sollen in den nächsten Wochen folgen.
Ortsvorsteher dennoch enttäuschtDabei machte Ortsvorsteher Martin Schneider im Gespräch mit der SZ kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung: „Ich hätte heute gerne schon die Anmeldungen für kommende Woche entgegengenommen, aber das geht nur, wenn Impfstoff zur Verfügung ist. Aber den bekommen wir nicht.

Wunderthausen. Wenn die Erfolgsformel im Kampf gegen das Coronavirus darin liegt, dass in der Fläche geimpft wird, dann geht man in Wunderthausen mit sehr gutem Beispiel voran. Wieder einmal. Denn wenige Wochen nach der Eröffnung des Testzentrums in der Schützenhalle wird genau dort auch geimpft. Am Freitagabend waren die ersten 30 Bürger mit AstraZeneca an der Reihe, weitere sollen in den nächsten Wochen folgen.

Ortsvorsteher dennoch enttäuscht

Dabei machte Ortsvorsteher Martin Schneider im Gespräch mit der SZ kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung: „Ich hätte heute gerne schon die Anmeldungen für kommende Woche entgegengenommen, aber das geht nur, wenn Impfstoff zur Verfügung ist. Aber den bekommen wir nicht.“ Besonders ärgere ihn dann, dass das Gegenteil in der Öffentlichkeit suggeriert werde – beispielsweise indem die Priorisierung für den Impfstoff AstraZeneca aufgehoben wird. Aus seiner Sicht sei die Pandemie nur dann in den Griff zu bekommen, wenn großflächig geimpft werde. Diese Auffassung habe er von Beginn an vertreten. Und: „Ich kann das sicherlich nicht belegen. Aber wenn wir anders vorgegangen wären, hätten wir uns möglicherweise die dritte Welle ersparen können.“

Hervorragende Kooperation

Dass in Wunderthausen sowohl getestet, als auch geimpft werden kann, ist der hervorragenden Kooperation der Dorfgemeinschaft mit Dr. Holger Finkernagel zu verdanken. Der Allgemeinmediziner mit einer Praxis in Bad Berleburg lebt in Wunderthausen – und war auch am Freitag wieder mit seinem Team vor Ort. Ihn ärgert es, so der Mediziner, dass man eigentlich im großen Stil impfen wollte (die Siegener Zeitung berichtete ausführlich), aber nur 30 Dosen übrig geblieben seien. „Das kann so nicht weitergehen. Wir bekommen signalisiert, dass wir eine bestimmte Menge erhalten, dann wird aber nur ein Bruchteil geliefert.“ Er könne alle Kollegen verstehen, die vor diesem Hintergrund die Brocken einfach hingeworfen hätten. Vielleicht wäre jetzt mal die Zeit für einen gemeinsamen Boykott der Ärzte gekommen.

Aktuelle Situation für Menschen nicht gut

Ein Stück Planbarkeit gehöre einfach dazu, so Holger Finkernagel. Die aktuelle Situation sei für die Menschen nicht gut – und zu allem Überfluss werde der Dampf dann in den Praxen abgelassen. Die Frage, wer denn die 30 Impfdosen am Freitagabend bekommen sollte, beantwortete Martin Schneider ohne zu zögern: „Wir haben gezielt nach Menschen Ausschau gehalten, die im Ehrenamt tätig sind. Das Ehrenamt muss sich auch mal auszahlen.“

Test-Rekord

Übrigens wurde am Freitag in Wunderthausen auch ein Rekord vermeldet: 103 Bürger hatten sich für einen Corona-Test angemeldet – so viele wie nie zuvor und erstmals überhaupt mehr als 100. Auch von diesem Angebot, das in der Schützenhalle Wunderthausen hervorragend organisiert ist, machen viele Menschen aus dem Elsofftal Gebrauch. Dazu passt, dass die Helferinnen und Helfer aus Wunderthausen, Diedenshausen und Alertshausen kamen. Martin Schneider: „Wir haben das auf viele Schultern verteilt. Das war ja auch die Zielsetzung.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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