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Teamgeist in Elsoff
Schule der offenen Türen

Das Kollegium der Grundschule Unterm Heiligenberg.
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ll Elsoff. Der farbenfrohe gefiederte Freund mit seiner hellbraunen Aktentasche schaut freundlich drein, auch die ihn umringenden bunten Buchstaben lachen förmlich von der Tür mit dem dunkelgrünen Anstrich – wer in der Grundschule Unterm Heiligenberg in Elsoff vor dem Lehrerzimmer steht, der wird von der oftmals furchteinflößenden Atmosphäre des unter Schülern so sagenumwobenen Raumes nicht viel spüren. Im Gegenteil: Regelrecht einladend wirkt das Zimmer, die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten und hellen Möbel vermitteln ein freundliches Ambiente. Zudem ist die Tür nahezu nie geschlossen. „Jemand aus dem Heimatverein hat einmal zu uns gesagt: ,Ihr seid die Schule der Offenen Türen‘, weil bei uns die Büro- und Lehrerzimmertüren immer offen stehen.

ll Elsoff. Der farbenfrohe gefiederte Freund mit seiner hellbraunen Aktentasche schaut freundlich drein, auch die ihn umringenden bunten Buchstaben lachen förmlich von der Tür mit dem dunkelgrünen Anstrich – wer in der Grundschule Unterm Heiligenberg in Elsoff vor dem Lehrerzimmer steht, der wird von der oftmals furchteinflößenden Atmosphäre des unter Schülern so sagenumwobenen Raumes nicht viel spüren. Im Gegenteil: Regelrecht einladend wirkt das Zimmer, die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten und hellen Möbel vermitteln ein freundliches Ambiente. Zudem ist die Tür nahezu nie geschlossen. „Jemand aus dem Heimatverein hat einmal zu uns gesagt: ,Ihr seid die Schule der Offenen Türen‘, weil bei uns die Büro- und Lehrerzimmertüren immer offen stehen. Das haben wir seitdem so übernommen“, berichtet Schulleiterin Karin Gaschler augenzwinkernd.

Keine Angst vorm Lehrerzimmer 

Und falls die Pforten doch einmal geschlossen sein sollten, lacht den Außenstehenden immer noch das von den Schülern selbstgestaltete Federvieh auf der Außenseite der Tür an. Das ist zumeist dann der Fall, wenn schulinterne Besprechungen, Zeugniskonferenzen oder wichtige Gespräche anstehen – sowohl über Schüler als auch über private Anlässe. Denn bei aller Offenheit und Zugänglichkeit soll der Raum auch noch einen geschützten Bereich für die Lehrer bieten. „Man muss die Tür auch mal zumachen können“, weiß Susanne Radomski, seit 25 Jahren an der Schule und derzeit Klassenlehrerin der dritten Klasse.

Welche Bedeutung dieser Raum für den Dialog untereinander hat, haben die Lehrkräfte jüngst aufgezeigt bekommen, als das Lehrerzimmer aufgrund von Pandemie-bedingter Pausenbegleitung regelrecht verwaist war. „Erst da haben wir wieder gemerkt, wie selbstverständlich und wertvoll die Kommunikation und der Austausch untereinander sind – eben gerade auch im Lehrerzimmer“, erinnert sich Karin Gaschler.

Frauenpower

Wobei „Lehrerzimmer“ in der Grundschule Unterm Heiligenberg eigentlich gar nicht zutreffend ist. „Lehrerinnenzimmer“ müsste es korrekterweise heißen, denn das achtköpfige Kollegium besteht seit der Pensionierung des letzten Herren vor rund einem Jahr derzeit rein aus weiblichen Lehrkräften. Sehr zum Bedauern der Schulleiterin: „Der männliche Blickwinkel fehlt einfach – uns im Kollegium, aber natürlich auch den Schülern. Trotz aller Bemühungen können wir nicht als männliches Vorbild dienen. Eine Mischung macht es an vielen Stellen unkomplizierter.“ Alterstechnisch sei diese bei einer Spanne von Mitte 20 bis Anfang 60 durchaus bereits vorhanden, so Karin Gaschler, die grundsätzlich auf ihre Kolleginnen große Stücke hält: „Wir sind keine Einzelkämpferinnen, sondern ein echtes Team“, betont die 48-Jährige.

Eltern als Teil der Schulgemeinschaft

Überhaupt gehört der Teamgedanke in Elsoff zum Leitbild der Schule, die als die erste der sechs Grundschulen im Stadtgebiet mit Glasfaseranschluss ausgestattet wurde. So nehmen auch die Eltern der 89 Schüler, die aus den sieben Ortschaften Alertshausen, Beddelhausen, Christianseck, Diedenshausen, Elsoff, Schwarzenau und Wunderthausen kommen, intensiv am Schulleben teil. „Unsere Elternschaft ist sehr rege und ein fester Bestandteil der Schulgemeinschaft“, unterstreicht Susanne Radomski als ständige Vertretung der Schulleitung. Sei es, durch die Organisation des „Gesunden Frühstücks“, welches einmal im Monat als gemeinsames Buffet in der Schule stattfindet, oder durch die Leitung verschiedener AGs wie Kunst oder Theater, die die Schüler jeden Dienstag in der fünften Stunde besuchen dürfen. In Kooperation mit dem FC Ebenau bzw. dem SK Wunderthausen wird das Angebot zudem um Sportarten wie Fußball und Ski ergänzt.

"Draußen-Klassenzimmer"

Kompensationssport, um motorische Defizite aufzuarbeiten, gehört ebenso zum Angebotsportfolio der Grundschule wie das Marburger Konzentrations- und Verhaltenstraining, ein Draußen-Klassenzimmer sowie eine Rechtschreib- und Mathewerkstatt. Ein „Tagessprecher“ aus der Schülerschaft moderiert zudem jeden Schulmorgen. „Es geht um das Miteinander- und Voneinander-Lernen. Wir möchten, dass die Schüler lernen, selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln, und erkennen, dass man gemeinsam ganz viel bewegen und schaffen kann“, erklärt Karin Gaschler.

Erst- und Zweitklässler gemischt

Deshalb werden in Elsoff die Erst- und Zweitklässler auch gemeinsam in gemischten Klassen unterrichtet – „ein pädagogisches Konzept, das von wechselseitigem Lernerfolg geprägt ist und sich bewährt hat“, so Susanne Radomski. Gleiches gelte für den Klassenrat, der einmal die Woche tagt, und die Kinderkonferenz, die mindestens einmal pro Halbjahr gemeinsam mit Schülervertretern und Lehrern stattfindet.

Wichtige Rituale

Es ist zumindest so etwas wie Normalität im von Corona geprägten Schulalltag. Zwischen offenem Anfang, Morgenkreis, Händewaschen und Lolli-Pool-Tests kommt diesen Ritualen gerade derzeit eine besondere Bedeutung zu. „Die Kinder sind unglaublich diszipliniert. Überhaupt handeln alle, auch Eltern und Kolleginnen, mit größter Umsicht und Vorsicht und mit Blick auf die gesamte Schulgemeinde“, zeigt sich Karin Gaschler erfreut. Auch wenn die Schule unter anderem mit dem „Padlet“ – einer Art digitaler Pinnwand – ein „bewährtes Konzept“ griffbereit habe, hofft die Schulleiterin inständig darauf, dass die Schulen trotz steigender Infektionszahlen geöffnet bleiben. „Das ist unglaublich wichtig. Denn Mama und Papa können nicht die Gleichaltrigen ersetzen.“

Andernfalls müsste auch die „Schule der offenen Türen“ vorübergehend ihre Pforten schließen. Und im Lehrerzimmer würde nur noch der farbenfrohe gefiederte Freund von der Tür lachen.

Autor:

Lars Lenneper

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