SZ

Bürgerentscheid in der anderen Hälfte des Dorfes
Seibelsbacher wollen Fusion mit Allendorf/Eder

Mitten durch Diedenshausen verläuft die Grenze zwischen NRW und Hessen. Am Sonntag durften die Bewohner des Seibelsbachs darüber entscheiden, ob sie mit Allendorf/Eder fusionieren wollen.
  • Mitten durch Diedenshausen verläuft die Grenze zwischen NRW und Hessen. Am Sonntag durften die Bewohner des Seibelsbachs darüber entscheiden, ob sie mit Allendorf/Eder fusionieren wollen.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Diedenshausen. In Wittgenstein haben es nicht viele Leute mitbekommen: Diedenshausen hat gewählt. Nicht ganz Diedenshausen, aber die Bewohner einer kleinen Siedlung auf der anderen Seite des Baches durften am Sonntag bei der Hessen-Wahl gleich einen weiteren Stimmzettel abgeben. Mit dem Kreuzchen sollten die Diedenshäuser aus dem Seibelsbach – so heißt die Siedlung, die seit 250 Jahren zu Bromskirchen im Kreis Waldeck-Frankenberg gehört – entscheiden, ob sie künftig eine Kommune mit Allendorf/Eder bilden möchten oder nicht. Inzwischen steht das Ergebnis fest: In Bromskirchen, also somit auch im Seibelsbach, votierten die Bürger mit 73,3 Prozent, das sind 612 Stimmen, für die Fusion, 26,7 Prozent dagegen.

howe Diedenshausen. In Wittgenstein haben es nicht viele Leute mitbekommen: Diedenshausen hat gewählt. Nicht ganz Diedenshausen, aber die Bewohner einer kleinen Siedlung auf der anderen Seite des Baches durften am Sonntag bei der Hessen-Wahl gleich einen weiteren Stimmzettel abgeben. Mit dem Kreuzchen sollten die Diedenshäuser aus dem Seibelsbach – so heißt die Siedlung, die seit 250 Jahren zu Bromskirchen im Kreis Waldeck-Frankenberg gehört – entscheiden, ob sie künftig eine Kommune mit Allendorf/Eder bilden möchten oder nicht. Inzwischen steht das Ergebnis fest: In Bromskirchen, also somit auch im Seibelsbach, votierten die Bürger mit 73,3 Prozent, das sind 612 Stimmen, für die Fusion, 26,7 Prozent dagegen. In Allendorf/Eder ist das Ergebnis ähnlich deutlich: 72,2 Prozent dafür, 27,8 Prozent dagegen.

Herz schlägt aber „wittgensteinerisch“

Wobei sich Georg Gernand, Ortsbeirat für Neuludwigsdorf, Dachsloch und Seibelsbach, im SZ-Gespräch durchaus verwundert und erfreut zeigte, „dass die sich in Allendorf so um uns reißen.“ Die Fusion steht übrigens erst noch bevor. Mit dem Votum am Sonntag haben die Bürger zunächst die Entscheidung darüber gefällt, als Mitglieder der Kommune Bromskirchen mit Allendorf fusionieren zu wollen. Eine Verwaltungsgemeinschaft besteht ja bereits, Bromskirchen behält auch seinen ehrenamtlichen Bürgermeister Ottmar Vöpel. Erst zum 1. Januar 2023 soll die Fusion in trockenen Tüchern sein.
Und? Ändert sich dadurch was für die Seibelsbächer aus Diedenshausen? „Nein. Ich denke nicht“, sagt Bewohner Bernhard Dienst und ergänzt: „Bevor ich Ederbergland, Korbach oder Gießen die Daumen beim Fußball drücke, drücke ich sie lieber dem TuS Erndtebrück, Sportfreunde Siegen oder Kaan-Marienborn.“ Das Herz schlage immer noch „wittgensteinerisch“. Georg Gernand differenziert da etwas. Denn die Grenze zu Hessen besteht seit 500 Jahren. „Das ist ja nichts Neues.“ Ob Kirchengemeinde, Schule, die Menschen – das ist Wittgenstein. „Aber wir haben Korbach am Auto und am Schlepper.“
Und zuweilen sei es ja auch nicht das Schlechteste, den Landtag in Wiesbaden zu wählen statt den in Düsseldorf, weiß Georg Gernand mit einem Augenzwinkern.

Postalisch zu Diedenshausen gehörig

Postalisch übrigens zählt der Seibelsbach zu Diedenshausen in NRW. Auch die Telefonnummer ist die gleiche wie für einen „Wittgensteiner Diedenshäuser“. Seit ihrer Entstehung hat die Grenze 500 Jahre lang schon ihren Verlauf. Eine Hinweistafel am Fuße der Brücke liefert die Erläuterungen dazu. Denn nachdem das Geschlecht der Ritter von Diedenshausen ausgestorben war, wurde der Wittgensteiner Graf direkter Nachbar des Landgrafen von Hessen. Anno 1526 einigten sich Wilhelm von Wittgenstein und Philipp von Hessen über die Grenzziehung. Zwar wurde die Grenze vertraglich immer mal wieder neu gezogen und verändert – allerdings nicht im Bereich von Diedenshausen. Bromskirchen zählt rund 2000 Einwohner. Die Gemeinde liegt mit den Ortsteilen Somplar und Neuludwigsdorf sowie den „Wohnplätzen“ Dachsloch und Seibelsbach im Oberen Edertal. Bis nach Allendorf sind es von Diedenshausen im Übrigen 23 Kilometer.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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