SZ

Besuche sollen ab Sonntag möglich sein
Seniorenheime bereiten sich auf Öffnung vor

Die Pforten des AWo-Seniorenzentrums in Erndtebrück sollen sich ab Sonntag für den Besucherverkehr öffnen – aber unter besonderen Auflagen. Derzeit bereiten die Verantwortlichen die Umsetzung vor.
  • Die Pforten des AWo-Seniorenzentrums in Erndtebrück sollen sich ab Sonntag für den Besucherverkehr öffnen – aber unter besonderen Auflagen. Derzeit bereiten die Verantwortlichen die Umsetzung vor.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika/howe Wittgenstein. Besuche in Pflegeheimen waren ob der Corona-Pandemie zuletzt eine rotes Tuch. Nun hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt, diese Besuche ab Sonntag, 10. Mai, wieder zuzulassen – also passend zum Muttertag. Doch die Ankündigung sorgt für neue Unsicherheiten bei den Betreibern der Pflegeheime. Die Siegener Zeitung gibt einen Überblick über den Stand der Dinge – und wie sich die Seniorenzentren im Altkreis Wittgenstein auf eine mögliche Öffnung vorbereiten:

• Haus am Sähling (Bad Berleburg): Im Haus am Sähling laufen die Vorbereitungen auf den Besuchssonntag auf Hochtouren. Dabei hatte der Vorstand des Johanneswerks in Bielefeld zuletzt deutlich auf die Landesregierung eingewirkt, wie der stellv. Vorstandschef Dr.

tika/howe Wittgenstein. Besuche in Pflegeheimen waren ob der Corona-Pandemie zuletzt eine rotes Tuch. Nun hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt, diese Besuche ab Sonntag, 10. Mai, wieder zuzulassen – also passend zum Muttertag. Doch die Ankündigung sorgt für neue Unsicherheiten bei den Betreibern der Pflegeheime. Die Siegener Zeitung gibt einen Überblick über den Stand der Dinge – und wie sich die Seniorenzentren im Altkreis Wittgenstein auf eine mögliche Öffnung vorbereiten:

Haus am Sähling (Bad Berleburg): Im Haus am Sähling laufen die Vorbereitungen auf den Besuchssonntag auf Hochtouren. Dabei hatte der Vorstand des Johanneswerks in Bielefeld zuletzt deutlich auf die Landesregierung eingewirkt, wie der stellv. Vorstandschef Dr. Bodo de Vries im SZ-Gespräch betonte. Schließlich ging es um den ethischen Konflikt: „Ein Besuchsverbot führt zur Isolation.“ Und klar sei dabei: „Die meisten Menschen können nicht mehr lange auf den Impfstoff warten. Sie werden ihn nicht mehr erleben.“ Das Neun-Punkte-Programm des Ministers werde umgesetzt, so Dr. Bodo de Vries. „Am Sonntag werden wir die Angehörigen in Kontaktbringen und Besuche ermöglichen. Klar sei dabei aber: „Es sind nicht mehr die normalen Besuche.“ Dr. Bodo de Vries schilderte am Mittwoch gegenüber der SZ sehr detailliert, wie die Begegnungen im Hause ablaufen werden. Es werde auf alle Fälle eine schriftliche Registrierung der Besucher erfolgen. Dann gebe es die üblichen Hygienemaßnahmen. Auch die Anzahl der Besuche sowie die Zahl der Besucher täglich werde beschränkt – „nicht mehr als ein Besuch täglich, nicht länger als zwei Stunden und nicht mehr als zwei Personen.“ Bei gutem Wetter, erläuterte Dr. Bodo de Vries, sollten die Besuche „möglichst im Freien“ vonstatten gehen.

„Alle Angehörigen werden ansonsten durch einen separaten Gang in einen besonderen Raum mit Café-Atmosphäre geführt. Da sind wir froh, dass wir in Bad Berleburg ein solches Café haben. Eine Herausforderung dürften die Besuche der immobilen Bewohner werden. „Die Angehörigen werden auf jeden Fall mit Schutzkleidung in Form eines Plastikkittels ausgestattet“ und mit Hilfe des Personals in die Bewohnerzimmer geführt. „Es dürfen dort keine Sanitärzimmer benutzt werden.“ Dr. Bodo de Vries sprach gegenüber der Siegener Zeitung von einer „besonderen Belastung“, vor der alle Mitarbeiter des Hauses am Sähling in Bad Berleburg ab Sonntag gestellt würden. „Eigentlich wollen wir ja Partizipation und Teilhabe. Insofern arbeiten wir seit Jahrzehnten an völlig anderen Zielen als das, was die Corona-Krise vorgegeben hat.“ Man dürfe sich aber nichts vormachen: Die Belastungen für alle in der Einrichtung seien sehr hoch.

Denn die künftigen Arbeitsschritte würden allesamt zusätzlich ausgeführt – Registrierung, Schutzkleidung, Desinfektion, Mundschutz oder nicht zuletzt die Begleitung der Bewohner zu den Angehörigen und umgekehrt. „Das ist viel Arbeit. Ich betone aber, dass ich sehr stolz auf die Mitarbeiter bin. Ich bin mir sicher, dass sie dieser Herausforderung gewachsen sind.“

Haus Ederhöhe (Beddelhausen): Das Haus Ederhöhe in Beddelhausen hielt sich am Mittwoch mit Informationen zu einer Öffnung für den Besucherverkehr noch bedeckt. „Wir sind noch in der Ausarbeitung“, hieß es auf SZ-Anfrage.

Seniorenstift Elim (Oberndorf): Bisher gilt die Corona-Schutzverordnung – und dies bis einschließlich Sonntag, 10. Mai. „Solange diese Verordnung niemand aufhebt, dürfen wir nicht öffnen. Da kann ich mich nicht auf irgendwelche Pressemitteilungen oder eine Empfehlung eines Ministers verlassen. Was zählt ist die Verordnung“, erklärte Benjamin Krusemark. Der Einrichtungs- und Pflegedienstleiter des Seniorenstifts Elim in Oberndorf verschließt sich einer Öffnung für Besucher allerdings keinesfalls – im Gegenteil:

„Wenn die Verordnung aufgehoben ist, dann werden wir alles Menschenmögliche tun, um Besuche zu ermöglichen – das wollen wir doch schließlich auch“, berichtete Benjamin Krusemark am Mittwoch auf SZ-Anfrage. Das Seniorenheim bereitet mögliche Maßnahmen bereits vor – vom Aufstellen von Plexiglaswänden in Zimmern von Bewohnern, die an ihr Bett gebunden sind, über mögliche Separierungen im Gebäude bis hin zu Arealen außerhalb des Zentrums. „Klar ist, dass jeder Besucher Aussagen zu seinem Gesundheitszustand machen muss“, verriet Benjamin Krusemark. Dass ein Corona-Infizierter in das Seniorenstift gelangt, wollen die Verantwortlichen ausschließen. Laut ersten veröffentlichten Empfehlungen dürfen Besucher die Seniorenheime ohnehin nur in Schutzkleidung und mit Mund-Nasenschutz betreten. Und dafür muss Schutzkleidung erst einmal vorhanden sein. „Wir haben ein recht großzügiges Areal. Es wäre uns also möglich, separate Räume zur Verfügung zu stellen“, erklärte Benjamin Krusemark, der genaue Abläufe zu einer möglichen Öffnung bekanntgeben will, sobald diese rechtsverbindlich feststehen. Ein Besuch auf dem Außenareal wäre wohl noch am einfachsten zu realisieren. „Jeder Bewohner muss ja dann von unseren Mitarbeitern entsprechend herausgefahren und auch wieder abgeholt werden. Aber dies ließe sich schon nach vorheriger telefonischer Anmeldung regeln.“

AWo-Seniorenzentrum (Erndtebrück): Ein genaues Konzept zur Öffnung für Besucher will das AWo-Seniorenzentrum in Erndtebrück an diesem Donnerstag veröffentlichen. Unmittelbar nach der Ankündigung durch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann begann die Ausarbeitungsphase dafür. „Wir bereiten uns vor. Gerade für die Bewohner wird das sehr schön“, konstatierte Petra Thomä-Steiner. Die Einrichtungsleiterin erklärte auf SZ-Anfrage am Mittwoch, dass das Seniorenzentrum „auf jeden Fall“ öffne, „wenn es so sein wird, dass dies erlaubt ist. Davon gehen wir aber aus“, betonte Petra Thomä-Steiner. Die entsprechenden Regelungen für die Öffnung für Besucher will das AWo-Seniorenzentrum einerseits öffentlich kommunizieren, andererseits im direkten Austausch mit den Bewohnern sowie im telefonischen Kontakt mit den Angehörigen. „Wir schauen, wie wir das machen können. Wir freuen uns darauf und bereiten das Ganze derzeit vor“, verriet die Einrichtungsleiterin.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

Timo Karl (Redakteur) auf Facebook
Timo Karl (Redakteur) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen