»Sie scheinen in der Tat nicht der typische Raser zu sein«

Gestern 600 E Geldstrafe für Erndtebrücker nach Unfall

JG Bad Berleburg. Dies sei wohl die Kurve in Wittgenstein, die das Berleburger Gericht bisher am meisten beschäftigt habe, so Staatsanwalt Wolfgang Nau gestern Morgen. Er sprach von der unübersichtlichen Kurve zwischen Schameder und der ehemaligen Mülldeponie. Diesmal musste sich ein 19-jähriger Erndtebrücker vor dem Berleburger Jugendgericht verantworten, weil er Anfang Juli einen folgenschweren Unfall auf der B62 verursacht hatte. Das Ergebnis: drei Verletzte, zwei Totalschäden und ein Schaden von 30000e an einem nobleren Auto.

»20 Jahre zurück hätte es Tote gegeben«, so kommentierte Albrecht Beitzel als Verteidiger des 19-Jährigen die dem Gericht vorliegenden Unfallbilder. Der Erndtebrücker erinnerte sich folgendermaßen an das Geschehen. Er sei mit den erlaubten 100 Stundenkilometern, vielleicht etwas schneller unterwegs gewesen. Es habe genieselt, die Straße sei feucht gewesen. Kurz vor der Kurve sei er aus Unachtsamkeit nach rechts auf den Randstreifen gekommen. Danach sei er ins Driften geraten, habe zunächst das eine Auto touchiert, sei dann in ein zweites im Gegenverkehr hineingeschleudert. Genauer konnte sich der Mann nicht an die Abläufe erinnern, es sei alles so schnell gegangen. Die Feuerwehr musste ihn aus dem Auto schneiden, drei Wochen lag er anschließend im Krankenhaus.

Sogar vier Wochen lang war der Fahrer des zweiten entgegenkommenden Autos nach dem Unfall wegen seiner Schürfwunden und Prellungen krank geschrieben. Die Fahrerin des ersten Pkw war eine Woche außer Gefecht gesetzt, ihre beiden Kinder im Auto blieben unverletzt.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger waren sich einig, dass der 19-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht für die fahrlässige Körperverletzung zu verurteilen sei. Albrecht Beitzel plädierte für eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen, Wolfgang Nau forderte eine von 35 Tagessätzen zu 20 e. Ein Fahrverbot für den 19-Jährigen erachteten beide nicht als notwendig. Torsten Hoffmann sah das genauso und bei der Geldstrafe wählte er den goldenen Mittelweg, 30 Tagessätze à 20 e. »Sie scheinen in der Tat nicht der der typische Raser zu sein«, schätzte der Richter den sozial engagierten 19-Jährigen ein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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