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Rat plant Resolution
Signal gegen das Wisent-Projekt?

Das Foto mit Tieren der frei lebenden Herde entstand im Dezember 2017 auf der Almert bei Oberkirchen. Wenn es nach den Mandatsträgern im Rat der Stadt Schmallenberg geht, sollen die Wisente ganz aus dem Rothaargebirge verschwinden.  Archivfoto: Martin Völkel
  • Das Foto mit Tieren der frei lebenden Herde entstand im Dezember 2017 auf der Almert bei Oberkirchen. Wenn es nach den Mandatsträgern im Rat der Stadt Schmallenberg geht, sollen die Wisente ganz aus dem Rothaargebirge verschwinden. Archivfoto: Martin Völkel
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vö Schmallenberg/Bad Berleburg. Was Katja Wiese, die Geschäftsführerin der Naturschutzorganisation Naturefund, jüngst im SZ-Interview zwischen den Zeilen formuliert hatte, verfestigt sich zunehmend: Ein Kompromiss könne auch nur dann gelebt werden, wenn er von beiden Seiten akzeptiert sei.

Anders formuliert: Während der Wittgensteiner Wisent-Trägerverein die von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser vorbereitete 18-Kilometer-Zaun-Lösung akzeptiert, auch wenn die Idealvorstellung eines Artenschutzprojektes sicherlich eine andere ist, wird auf Schmallenberger Seite derweil alles unternommen, um den Ball eben nicht flach zu halten.

Schmallenberg/Bad Berleburg. Was Katja Wiese, die Geschäftsführerin der Naturschutzorganisation Naturefund, jüngst im SZ-Interview zwischen den Zeilen formuliert hatte, verfestigt sich zunehmend: Ein Kompromiss könne auch nur dann gelebt werden, wenn er von beiden Seiten akzeptiert sei.

Anders formuliert: Während der Wittgensteiner Wisent-Trägerverein die von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser vorbereitete 18-Kilometer-Zaun-Lösung akzeptiert, auch wenn die Idealvorstellung eines Artenschutzprojektes sicherlich eine andere ist, wird auf Schmallenberger Seite derweil alles unternommen, um den Ball eben nicht flach zu halten. Aktuell bereitet die Schmallenberger Verwaltung eine Resolution des Rates vor, mit der das NRW-Umweltministerium aufgefordert werden soll, das Wisent-Projekt zu stoppen. Entsprechende SZ-Informationen bestätigte Josef Hiltscher aus dem Bürgermeisterbüro der Stadt Schmallenberg am Montag auf SZ-Anfrage. Die Resolution solle in der nächsten Sitzung des Rates, der am kommenden Donnerstag, 30. Januar (Beginn: 17.30 Uhr), in der Stadthalle tagt, diskutiert „und auch entschieden werden“.

Die fraktionsübergreifende Forderung nach der Resolution resultierte letztlich aus der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in der Vorwoche. Die CDU-Fraktion hatte mit einem Antrag an den Bürgermeister vorgelegt – in dem der Sachstand zur Thematik abgefragt werden sollte. Der Tenor der beauftragten Resolution lässt keine unterschiedlichen Interpretationen zu: „Wir wollen, dass die Stadt offiziell beantragt, das Projekt zu beenden.“ Und dies ungeachtet der Tatsache, dass der Kompromiss von allen Beteiligten in der Koordinierungsgruppe getragen wird und dass NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser einen persönlichen Besuch in Schmallenberg angekündigt hat. Nach SZ-Informationen soll dies am Aschermittwoch, 26. Februar, der Fall sein, eine Anfrage an das Ministerium blieb bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe allerdings unbeantwortet.

Immerhin wusste Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe zu berichten, dass die Informationsveranstaltung mit der Ministerin auch eine öffentliche Diskussionsrunde beinhalte. Der Verwaltungs-Chef, der bei verschiedenen Anlässen gerne Gemeinsamkeiten von Bad Berleburg und Schmallenberg herausstreicht – Lieblingsbeispiele sind hier die Kulturförderung und der Waldskulpturenweg –, hatte sich jüngst öffentlichkeitswirksam gegen eine Fortsetzung des Wisent-Projektes ausgesprochen. Und liegt damit offenbar auf einer Wellenlänge mit den Fraktionen im Stadtrat.

„Wir in Schmallenberg waren immer gegen dieses Projekt“, betonte CDU-Fraktionssprecher Ludwig Poggel, der schon in der Vergangenheit als lautstarker Kritiker aufgefallen war. Und sein Fraktionskollege Ralf Fischer argumentierte mit Blick auf die 700 Hektar Schmallenberger Staatswald innerhalb der 840 Hektar Gesamtfläche für das umzäunte Areal: „80,4 Prozent der Projektfläche liegen dann hier, das kann es ja nicht sein – und dann ausgerechnet in einem FFH-Gebiet.“ Ulrich Cater (Bürger für Schmallenberg) präsentierte eine vermeintlich einfache Lösung: „Wir können doch einfach sagen, dass wir das Projekt und den Zaun hier nicht haben wollen.“

Und die Kritik von Dieter Eickelmann (UWG) fiel allgemein aus: „Alle, die über das Projekt entscheiden, sitzen weit weg. Für die sind das süße Tiere, von den Problemen hier bekommen sie gar nichts mit.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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