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Sanierung mit vielen Tücken
So laufen die Arbeiten an den Brücken in Bad Berleburg

Bevor Instandsetzungsmaßnahmen für eine Brücke umgesetzt werden, muss zunächst das jeweilige Schadensbild ermittelt werden. 15 der insgesamt 95 Brückenbauwerke im Stadtgebiet Bad Berleburg stehen derzeit im Fokus.
  • Bevor Instandsetzungsmaßnahmen für eine Brücke umgesetzt werden, muss zunächst das jeweilige Schadensbild ermittelt werden. 15 der insgesamt 95 Brückenbauwerke im Stadtgebiet Bad Berleburg stehen derzeit im Fokus.
  • Foto: Alexander Kollek (Symbolfoto)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ll Bad Berleburg. „Über sieben Brücken musst du geh´n“ heißt es in einem bekannten Gassenhauer der Band „Karat“ beziehungsweise in der Neuauflage von Sänger Peter Maffay. „Vor 15 Brücken musst du steh´n“ könnte man den Text – zugegebenermaßen etwas salopp – in eine Version für Bad Berleburg umdichten. Denn exakt 15 der insgesamt 95 Brückenbauwerke sind es, die die Stadt derzeit aufgrund ihres maroden Gesamtzustands für Instandsetzungsarbeiten in den Blick genommen hat – teils mit erheblichen Auswirkungen auf den Verkehr. So wurden nach...

ll Bad Berleburg. „Über sieben Brücken musst du geh´n“ heißt es in einem bekannten Gassenhauer der Band „Karat“ beziehungsweise in der Neuauflage von Sänger Peter Maffay. „Vor 15 Brücken musst du steh´n“ könnte man den Text – zugegebenermaßen etwas salopp – in eine Version für Bad Berleburg umdichten. Denn exakt 15 der insgesamt 95 Brückenbauwerke sind es, die die Stadt derzeit aufgrund ihres maroden Gesamtzustands für Instandsetzungsarbeiten in den Blick genommen hat – teils mit erheblichen Auswirkungen auf den Verkehr. So wurden nach Auskunft der Abteilung Infrastruktur und Erholung beispielsweise die Instandsetzungsarbeiten der Brücke „Unterm Heindell“ in Richstein vorzeitig abgebrochen und die Verkehrslast wurde im Zuge dessen auf maximal sechs Tonnen beschränkt, da das Bauwerk „aufgrund der vorher nicht ersichtlichen Bauweise massiv geschädigt ist.“

Sanierung der Brücken in Bad Berleburg mit Tücken

Ein Phänomen, welches im Rahmen von Brückeninstandsetzungen gar nicht so selten auftritt und viele Maßnahmen nachträglich verkompliziert oder aufgrund zusätzlich anfallender Kosten aufschiebt, wie die Verwaltung auf SZ-Nachfrage erläutert. So sei es manchmal schwierig, ohne genaue Untersuchung vorherzusagen, wie schlecht der Zustand einer Bausubstanz an dem jeweiligen Objekt tatsächlich ist. Bei einigen Bauwerken werde das ganze Schadensbild sogar erst dann ersichtlich, wenn bereits mit Vorbehandlungsarbeiten wie dem Stemmen oder Strahlen von schadhaftem Beton begonnen wurde.
Auch die veraltete Faktenlage stellt die Stadt dabei vor große Herausforderungen. „Die Problematik bei fast all unseren Brücken sind die fehlenden oder mangelhaften Unterlagen“, räumt die Abteilung Infrastruktur und Erholung ein. Viele dieser Dokumente würden aus den 60er- und 70er-Jahren stammen, teilweise sogar bis vor den Krieg zurückreichen.

Bessere Digitalisierung und Erfassung der Brücken in den kommenden Jahren

Umso mehr Wert legt man deshalb darauf, die sachbezogene Bestandsaufnahme auf den neuesten Stand zu bringen. So ist bereits die Erstellung des Brückenkatasters durch die Abteilung Infrastruktur und Erholung vorgenommen worden und wird laufend aktualisiert. Zudem strebt man nach eigenen Aussagen eine verbesserte Digitalisierung, Erfassung und Bewertung der Brücken in den kommenden Jahren an. Die ersten Schritte seien mit der Beantragung neuer Software sowie der bisher durchgeführten Katalogisierung der Brückenbauwerke auf Grundlage von Prüfberichten erfolgt.
Diese Prüfberichte resultieren wiederum aus der jüngsten Hauptprüfung, die alle sechs Jahre stattfindet und von einem externen Ingenieurbüro zuletzt 2018 in der Odebornstadt durchgeführt wurde.

Im Gegensatz zur jährlich von der Stadt selbst verantworteten Besichtigung von der Straße aus und der alle drei Jahre stattfindenden visuellen Begutachtung des Bauwerks aus der Nähe mit anschließender Dokumentation, erfolgen bei der Hauptprüfung zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden (etwa das Abklopfen auf Hohlstellen). Und nicht nur das: „Gegebenenfalls können auch zerstörende Prüfungen nötig sein, wenn beispielsweise der Verdacht auf eine nicht direkt erkennbare Schädigung vorliegt“, erläutert die Abteilung Infrastruktur und Erholung.

Instandsetzung der Kappelbachbrücke in Aue zurückgestellt

Nach Auswertung der 95 Prüfberichte wurden die Brücken nach Schadensbild und -umfang katalogisiert. „Das Ziel ist es, mehrere Brücken, deren Schadensbilder durch ähnliche oder sogar gleiche Instandsetzungsverfahren saniert werden können, in einer Maßnahme auszuschreiben, zu vergeben und zu sanieren, um somit die Einzelpreiskosten und Baustelleneinrichtungskosten etc. zu senken“, so die Verwaltung. Dabei seien 15 Brücken benannt worden, deren Schadensbild vornehmlich in der Bausubstanz und in den Geländern liege. Die Arbeiten sind hier unterschiedlich weit fortgeschritten. Bei den Brücken „Zur Burg“, „Zum Lindenhof“ oder „Zur Richtsteiner Mühle“ sei die Betoninstandsetzung jeweils abgeschlossen, teils könne das Auftragen von Oberflächenschutzsystem aber aufgrund der Witterung erst im nächsten Jahr erfolgen.

Die Spritzbetonarbeiten an den Brücken „Über den Lausebach“ in Bad Berleburg, „Am Dödesberg“ in Schüllar oder „Unterm Eichdach“ in Wunderthausen werden bzw. würden wiederum noch im Oktober vorgenommen. Aus Kostengründen hingegen wurde die geplante Instandsetzung der Kappelbachbrücke in Aue zurückgestellt. Hier werde statt der anvisierten punktuellen eine vollflächige Instandsetzung nötig.

Autor:

Lars Lenneper

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