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SZ-Interview mit Geschäftsführer
So plant Florian König die Zukunft von Vamed

Florian König ist seit 1. Mai Geschäftsführer der Reha-Klinik Bad Berleburg. Der gebürtige Rostocker bringt viel Erfahrung aus der Gesundheitsbranche in die Odebornstadt mit.
  • Florian König ist seit 1. Mai Geschäftsführer der Reha-Klinik Bad Berleburg. Der gebürtige Rostocker bringt viel Erfahrung aus der Gesundheitsbranche in die Odebornstadt mit.
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vö Bad Berleburg. Der Start in eine neue Herausforderung ausgerechnet während der Corona-Pandemie? Es könnte unkomplizierter sein. Doch Florian König unterstreicht im Gespräch mit der Siegener Zeitung, „dass wir hier am Standort in Bad Berleburg ein hervorragendes Team am Start haben, das mir den Einstieg wirklich sehr einfach gemacht hat“. Der gebürtige Rostocker ist seit 1. Mai Geschäftsführer der Vamed-Rehaklinik in Bad Berleburg und hat die Nachfolge von Sabine Raimund und Sarah Otte angetreten. Der Familienvater, der mit seiner Frau im Juli das zwei Kind erwartet, hat Gesundheitswissenschaften und Medizinmanagement studiert und bringt viel berufliche Erfahrung im Gesundheitssektor in die Odebornstadt mit.

Bad Berleburg. Der Start in eine neue Herausforderung ausgerechnet während der Corona-Pandemie? Es könnte unkomplizierter sein. Doch Florian König unterstreicht im Gespräch mit der Siegener Zeitung, „dass wir hier am Standort in Bad Berleburg ein hervorragendes Team am Start haben, das mir den Einstieg wirklich sehr einfach gemacht hat“. Der gebürtige Rostocker ist seit 1. Mai Geschäftsführer der Vamed-Rehaklinik in Bad Berleburg und hat die Nachfolge von Sabine Raimund und Sarah Otte angetreten. Der Familienvater, der mit seiner Frau im Juli das zwei Kind erwartet, hat Gesundheitswissenschaften und Medizinmanagement studiert und bringt viel berufliche Erfahrung im Gesundheitssektor in die Odebornstadt mit. Der neue Mann an der Spitze der Bad Berleburger Rehaklinik war als selbstständiger Unternehmer im Bereich Medizinprodukte tätig, bevor er im Jahr 2016 als Trainee in das Helios-Management-Programm wechselte. Vor Bad Berleburg arbeitete Florian König als Projektkoordinator für den Standort Damp. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung formuliert er klare Zielsetzungen für den Standort Bad Berleburg, gibt eine Einschätzung zur Zukunft der Rehaklinik und verrät, warum es ihm in Bad Berleburg schon nach wenigen Wochen so gut gefällt.

Herr König, warum fiel Ihre Wahl ausgerechnet auf Bad Berleburg?

• Weil es sich hier um einen Standort handelt, der sehr bedeutend für die Gesamtsparte des Unternehmens ist. Hier steht ein großes Haus mit unterschiedlichen Bereichen, in dem erstklassige Medizin geleistet wird. Eine tolle Herausforderung.

Sie hatten schon in Damp mit der Reha-Klinik in Bad Berleburg zu tun?

• Ich bin ein Kind der Helios-Gruppe und und habe über das Management-Programm diverse Standorte durchlaufen. Da gibt es einen sehr engen Austausch. Bad Berleburg und Damp sehe ich als große Leuchttürme. Wir können auf ein hervorragendes Netzwerk zurückgreifen.

Hatten Sie in den sechs Wochen schon die Möglichkeit, Bad Berleburg näher kennenzulernen – also abseits Ihres Arbeitsplatzes?

• Ich bin dabei. Die Landschaft ist wunderschön, in der Stadt sieht man, dass am Erscheinungsbild gearbeitet wird. Und mir ist aufgefallen, dass es ein sehr gutes und engagiertes kulturelles Angebot gibt – in Corona-Zeiten ist das natürlich anders. Meine Familie möchte ihren Lebensmittelpunkt nach Bad Berleburg verlegen. Wir sind dabei, uns auf dem Markt nach einer geeigneten Bleibe mit etwas Grün umzusehen, aber das ist gar nicht so einfach. Aber wir haben auch keinen Druck.

Die herrliche Lage Bad Berleburgs ist sicher ein riesiger Standortvorteil, die Verkehrsferne ein Nachteil, der sich schwer wegdiskutieren lässt. Erschwert das Ihr Bemühen, Fachkräfte für die Rehaklinik hier zu gewinnen?

• Natürlich sind es zwei Autostunden bis zur nächsten Großstadt und es gibt Ärzte, die sich von der Stadt angezogen fühlen. Aber es findet aktuell ein Wandel statt, nämlich dahin, dass auch ländliche Regionen mit viel Natur interessant sein können. Und wir haben ja auch einiges in die Waagschale zu werfen.

Was konkret?

• Wir bilden in Bad Berleburg nahezu die komplette Palette ab, die die medizinische Versorgung zu bieten hat. Der Fresenius-Konzern, zu dem wir gehören, ermöglicht seinen Mitarbeitern viele Möglichkeiten zur Weiterbildung und Qualifikation. Und eines sollte man an dieser Stelle auch mal deutlich sagen: In der Corona-Krise, die andere Firmen in große Schwierigkeiten gebracht hat, wurden betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das Werben um Fachkräfte sehe ich als Zusammenspiel. Die Politik muss ihren Beitrag leisten, dass die Berufe im Gesundheitssektor noch attraktiver werden und wir als Unternehmen sind gefordert, den Menschen Vertrauen zu vermitteln.

Corona macht es Ihnen gerade nicht unbedingt leichter. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz zu diesem Zeitpunkt aus?

• Wir sind dabei, die Belegung wieder hoch zu fahren, immer orientiert an den aktuellen Entwicklungen. Unser Krisenstab, der gebildet wurde, arbeitet sehr transparent – nach innen und außen. In Bad Berleburg gibt es sehr wenige Infektionen mit Corona. Für Patienten, die eine Anschlussheilbehandlung benötigen, ist das sicherlich ein Argument.

Die Rehaklinik musste in den vergangenen Jahren mit vielen strukturellen Veränderungen klarkommen. Wie sehen Sie die Zukunft der Reha in Bad Berleburg generell?

• Wir werden auch in Zukunft Veränderungen erleben. Unser Ziel muss es sein, Nachhaltigkeit für den Patienten zu entwickeln und erstklassige Medizin zu einem bezahlbaren Preis anzubieten. Das Thema Digitalisierung wird auch bei uns eine größere Rolle einnehmen. Wir müssen sehen, dass die Infrastruktur dafür geschaffen wird. Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, dass alle unsere Angebote zwingend hier vor Ort gebunden sind.

Können Sie ein konkretes Beispiel formulieren?

• Wenn ein Patient 40 Kilometer entfernt wohnt, müsste er zum Beispiel für eine 30-minütige Therapie zwei Stunden im Auto sitzen – eine Stunde hin und eine Stunde zurück. Mit einem digitalen Angebot könnte man das deutlich entzerren. Unser Schwesterunternehmen Curalie entwickelt aktuell digitale Nachsorgeangebote für orthopädische und kardiologische Patienten und ist dazu bereits mit mehreren Kostenträgern im Gespräch, die großes Interesse signalisieren.

Sie wollen dem Reha-Bereich in Bad Berleburg ein neues Gesicht geben?

• Wir wollen uns konstant weiterentwickeln und die PS auf die Straße bringen. Wir wollen den gesamten Standort nach vorn bringen und eine Konstante mit den Mitarbeitern bilden.

Stichwort Standort: In Bad Berleburg gibt es eine frühere Klinik, die derzeit leer steht und eine weitere, die nur teilweise genutzt wird. Gibt es schon Ideen für die beiden Immobilien?

• Es wäre falsch, wenn ich sagen würde, dass wir schon eine konkrete Idee präsentieren können. Unsere ganze Konzentration gilt derzeit der Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen. Der große Dank geht hier an alle Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisten. Das gilt auch für meine beiden Vorgängerinnen, die in Bad Berleburg viel geleistet haben. Das alles ist eine große Gemeinschaftsleistung und geht nur zusammen. Denn eines ist klar: Ich bin weder Arzt, noch Therapeut.

Ist es in diesen Zeiten nicht deutlich schwieriger, die neuen Kollegen – größtenteils hinter der Maske – kennenzulernen?

• Das ist ohne Zweifel so. Wir hatten eigentlich eine Vorstellung in großer Runde geplant, das ging aber nicht. Deshalb haben wir das als Videobotschaft gestaltet. Mittlerweile habe ich aber auch viele persönliche Gespräche geführt, in denen man einen guten Eindruck vermittelt bekommt, was hier geleistet wird.

Auch schon mit Elmar Knoche, dem künftigen Geschäftsführer des Akut-Krankenhauses?

• Wir haben telefoniert, wollen aber auch in nächster Zeit persönlich an einen Tisch. Es ist gut, dass wir einen solchen Mann für den Standort gewinnen konnten.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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