Sozialpädiatrisches Zentrum in Wittgenstein
Spätfolgen bei Kindern durch Frühberatung entgegenwirken

Eine besonders wichtige Anlaufstelle ist die entwicklungsneurologische Ambulanz an der Mühlwiese 25 in Bad Berleburg, wo sowohl Diagnostik als auch Therapie wohnortnah für Familien aus Wittgenstein (und Umgebung) angeboten werden.
  • Eine besonders wichtige Anlaufstelle ist die entwicklungsneurologische Ambulanz an der Mühlwiese 25 in Bad Berleburg, wo sowohl Diagnostik als auch Therapie wohnortnah für Familien aus Wittgenstein (und Umgebung) angeboten werden.
  • Foto: Lars Lenneper
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ll Bad Berleburg. Kindern mit Entwicklungs- und Verhaltensstörungen schrittweise einen Weg zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und zur Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten zu ebnen, das ist das Ziel des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der DRK-Kinderklinik Siegen seit nunmehr über 40 Jahren. Eine besonders wichtige Anlaufstelle bei dieser Arbeit ist die entwicklungsneurologische Ambulanz an der Mühlwiese 25 in Bad Berleburg, wo sowohl Diagnostik als auch Therapie wohnortnah für Familien aus Wittgenstein (und Umgebung) angeboten und durchgeführt werden. Das Team um Dr. Ursula Melz, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Ärztliche Leiterin des SPZ Bad Berleburg, Dr. Holger Petri, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Neuropädiatrie, Chefarzt Sozialpädiatrie der DRK-Kinderklinik Siegen, sowie Dr. Thomas Strack, Diplom-Psychologe, leitender Psychologe der DRK-Kinderklinik Siegen, stellte sich und seine Arbeit am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Tourismus in der Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Bad Berleburg vor.
Es gebe rund 150 SPZ in ganz Deutschland, aber nur sehr wenige davon seien in ländlichen Regionen zu finden, erklärte Dr. Ursula Melz, die seit 19 Jahren die Geschicke in der Ambulanz an der Mühlwiese leitet. „Immer dort, wo Fläche eine Rolle spielt, muss man besonders nah an den Menschen“, ergänzte Dr. Holger Petri.

Ganzheitliche Sicht auf das Kind

Gemeinsam richte das achtköpfige Team, zu dem unter anderem auch eine Ergotherapeutin, eine Heilpädagogin und zwei Physiotherapeutinnen gehören, „eine ganzheitliche Sicht“ auf das Kind und ermögliche eine individuelle Förderplanung, so die Ärztliche Leiterin. „Dabei verstehen wir uns als Partner der Familie. Die Zusammenarbeit mit Eltern und dem (sozialen) Umfeld der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen ist uns wichtig – es muss Hand in Hand gehen“, betonten die Verantwortlichen. Im Zentrum stehe selbstverständlich immer das Kind. „Wer bist du? Was willst du? Wie können wir dir dabei helfen?“ – Diese Schlüsselfragen seien Ausgangspunkt einer jeden Behandlung, so Dr. Holger Petri. Das Spektrum der fachlichen Frühberatung reicht dabei von Kindern mit neurologischen Erkrankungen, über Lernbehinderungen bis hin zu geistigen Behinderungen, Autismus, komplexen Syndromen (z. B. Down-Syndrom), angeborenen Fehlbildungen und psychischen Störungsbildern. Auch Störungen des sozialen und familiären Umfeldes fallen darunter.

Medienkonsum bei Kindern nimmt zu

Die Corona-Pandemie indes habe im familiären Umfeld „Licht und Schatten“ hervorgebracht, betonte Dr. Holger Petri auf Nachfrage des Plenums. Er habe Eltern erlebt, die die Phase des Lockdowns aufgrund der Ruhe und Zeit für ihre Kinder als besonders schön empfunden hätten. Für viele sei es aber auch eine enorme Belastung gewesen. „Die Kinder sind ernster geworden“, hat der Chefarzt der Sozialpädiatrie der DRK-Kinderklinik Siegen gerade bei Grundschülern festgestellt. Auch der Medienkonsum und das „Zocken“ haben demnach zugenommen – genauso wie die Kids selbst. Diese Gewichtszunahme führe zwangsläufig zu Bewegungsauffälligkeiten, so Dr. Petri.
„Medien sind für Kinder bis zu einem gewissen Grad Gift“, stimmte Dr. Ursula Melz den Ausführungen zu. Auch die zunehmende emotionale Überforderung der Kinder, die in immer jüngerem Alter in Kita und Vorschule kämen, bereite ihr zunehmend Sorge. Wenn aufgrund leerer Rentenkassen die Mütter wieder früher in den Job zurück müssten, sei dies ein Fehler im System. Das wolle sie auch ausdrücklich als „Appell an die Politik“ verstanden wissen, so Dr. Melz abschließend.

Autor:

Lars Lenneper

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen