Spätlese ist kein Treff für tatterige Greise

Schwarzenauer Runde zählt inzwischen rund 25 Mitglieder

wette Schwarzenau. »Was ausgedacht war für Senioren, ward' sehr schnell von uns angenommen. So wurde bald ein Club geboren, der seinen Namen hat bekommen. Drum wollen dankbar wir bekunden, zumal der Alltag manchmal grau, dass wir uns in dem Club gefunden als Spätlese von Schwarzenau.« Adolf Schmerer, Bad Berleburgs mittlerweile verstorbener Ehrenbürgermeister, formulierte Ende des Jahres 1996 in Reimform das, was zum damaligen Zeitpunkt ein nicht unerheblicher Teil der Senioren in Schwarzenau dachte, denn die eingangs wiedergegebenen Anfangs- und Endstrophe seines vierstrophigen Gedichtes spiegeln das Geschehen rund um die Schwarzenauer Seniorenbegegnung »Spätlese« wider, die in diesen Tagen ihr mittlerweile zehnjähriges Bestehen feiert. Regina Schmerer, die sich bereits vor 1996 zehn Jahre lang in der Seniorenarbeit in der Kommune Bad Berleburg engagierte, hatte seinerzeit gemeinsam mit der ehemaligen Ortspfarrerin Krimhild Ochse den Versuch gestartet, auch im Ortsteil Schwarzenau eine Seniorenbegegnung zu installieren.

Mit Erfolg. Es war der 20. Oktober 1996, als das erste Treffen in der örtlichen Mehrzweckhalle mit über 40 Senioren erfolgte. Primäres Anliegen sei die Entwicklung einer Gemeinschaft gewesen, in der jeder etwas zur Gestaltung der jeweiligen Nachmittage beitragen sollte – konfessionsübergreifend, wie Regina Schmerer betont. Im Folgenden seien mit Elke Glaesner, Carola Zoll, Lucie Imhof und Hilde Posern vier weitere ehrenamtliche Helferinnen dazu gekommen – ein Team, das so auch heute noch besteht. »Fällt mal eine Helferin während der Vorbereitungen aus, springt immer wieder jemand aus dem Seniorenkreis ein«, freut sich Regina Schmerer über das Engagement der Senioren, die sich folglich auch heute noch bei Kaffee und Kuchen unterhalten, basteln, gemeinsam singen und zusammen spielen. Eine Gemeinschaft, die lebt und sich formt, obgleich sich letzteres leider nicht mehr in die favorisierte Richtung entwickelt: »In der Zwischenzeit sind leider viele Menschen verstorben und wenige neue nachgerückt, obwohl wir keinerlei Altersbeschränkungen haben. Da wir zurzeit nur noch 20 bis 25 Personen sind, sind wir mittlerweile in den kleineren Gemeinderaum unserer Kirche umgezogen.« Gebetsmühlenartig betont Regina Schmerer immer wieder, dass die »Spätlese« zwar unter dem Begriff Seniorenbegegnung laufe, allerdings mitnichten ein »Treffen für tatterige Greise« sei. Helferinnen und Beteiligte der Seniorenbegegnung wären froh, in naher Zukunft wieder das ein oder andere neue Gesicht jeden ersten Montag des Monats von 14.30 bis 16.30 Uhr im Gemeinderaum begrüßen zu dürfen.

Einmal um sich auszutauschen, zum anderen aber sicherlich auch, damit der gesellige Kreis weiterhin Bestand hat: »Denn wir haben Angst, dass sich der ganze Aufwand sonst irgendwann nicht mehr lohnt«, so Regina Schmerer, die anschließend die vielen Aktivitäten der Seniorenrunde, darunter einige Ausflüge oder gelungene Grillnachmittage, aufzählt. Das Zehnjährige soll nun in drei Wochen am 4. Dezember in geselliger Runde gefeiert werden. Und auch wenn die von den Mitarbeiterinnen geplante Überraschung an dieser Stelle noch nicht verraten werden darf, würden sich Helferinnen und Beteiligte der »Spätlese« freuen, wenn an diesem Montagnachmittag »nicht nur neue, sondern alle Gesichter, die mal dabei waren, vorbeischauen würden.« Übrigens: Der Name »Spätlese« geht auf die verstorbene Johanna Schneider zurück, die seinerzeit bei der Namenssuche den besten Vorschlag eingereicht hatte und sofort die Zustimmung der anderen Senioren erlangte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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