SZ

Weg nach Eiserfeld zu weit
SPD fordert Impfzentrum für Wittgenstein

Die Wittgensteiner Sozialdemokraten kämpfen für eine hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung – und in diesem Zusammenhang für ein Impfzentrum für Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück.
  • Die Wittgensteiner Sozialdemokraten kämpfen für eine hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung – und in diesem Zusammenhang für ein Impfzentrum für Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück.
  • Foto: kay (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vö Bad Berleburg. Die Sozialdemokraten lassen nicht locker – und fordern mit Nachdruck ein verkehrsnahes Impfzentrum für die Wittgensteiner Bevölkerung. Diese Idee untermauerten die Fraktionsvorsitzenden in den drei Wittgensteiner Räten nach ihrem Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Samstag in einer kurzfristig angesetzten Video-Pressekonferenz.
Impfen möglichst einfach machen„Wir sind der Meinung, dass wir unsere strukturschwache Region ins rechte Licht rücken müssen, weil den Menschen an den verantwortlichen Stellen vielleicht die Entfernungen nicht so bekannt sind“, erklärte der Bad Berleburger Fraktionsvorsitzende Andreas Meinecke.

Bad Berleburg. Die Sozialdemokraten lassen nicht locker – und fordern mit Nachdruck ein verkehrsnahes Impfzentrum für die Wittgensteiner Bevölkerung. Diese Idee untermauerten die Fraktionsvorsitzenden in den drei Wittgensteiner Räten nach ihrem Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Samstag in einer kurzfristig angesetzten Video-Pressekonferenz.

Impfen möglichst einfach machen

„Wir sind der Meinung, dass wir unsere strukturschwache Region ins rechte Licht rücken müssen, weil den Menschen an den verantwortlichen Stellen vielleicht die Entfernungen nicht so bekannt sind“, erklärte der Bad Berleburger Fraktionsvorsitzende Andreas Meinecke. Und sein Erndtebrücker Amtskollege Tim Saßmannshausen erinnerte daran, dass die Pandemie nur dann zu besiegen sei, wenn mindestens 70 Prozent der Menschen geimpft würden. Es müsse gelingen, den Leuten in Wittgenstein das Impfen möglichst einfach zu machen: „Und das erreichen wir nicht, wenn alle nach Eiserfeld gefahren werden müssen.“ Selbst aus Erndtebrück und Umgebung müsse man gut eine Stunde einplanen – für eine einfache Fahrt. Das mache die Hemmschwelle nur größer. Zumal ja auch zweimal geimpft werde, dieser Tatbestand werde in der Diskussion oft vergessen. Das Bad Berleburger SPD-Fraktionsmitglied Bernd Weide ergänzte, dass es einfacher sei, den Impfstoff nach Wittgenstein zu transportieren, als Tausende Menschen nach Eiserfeld zu bringen. Auch kostenlose Taxi-Fahrten seien keine Lösung.

Einzigartige Situation in NRW

Samir Schneider, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Bad Laasphe, ging noch einen Schritt weiter. Es gebe Ortschaften in Wittgenstein, die lägen von Eiserfeld zweieinhalb Stunden entfernt – wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sei. Mal ganz unabhängig davon, dass es nachmittags schwierig werde, mit Bus und Bahn wieder zurückzukommen. Diese Situation sei einzigartig in Nordrhein-Westfalen, mit Abstrichen habe vielleicht noch der Hochsauerlandkreis eine ähnliche Problemlage.
Samir Schneider erörterte, dass es den Sozialdemokraten überhaupt nicht darum gehe, den Impfstart schlecht zu reden oder pauschal zu kritisieren: „Wir hatten einen sehr guten Start und haben innerhalb kürzester Zeit Impfzentren in allen Landkreisen auf die Beine gestellt. Wir können verstehen, dass nicht alles auf einmal geht. Aber der ländliche Raum wird mit der Regelung, dass es pro Kreis nur ein Zentrum geben soll, nicht bedacht. Wir dürfen nicht stehen bleiben.“

Parteiübergreifende Bemühungen

Je breiter die Front sei, umso besser, kündigte der Lahnstädter Bemühungen über die Parteigrenzen hinweg an. Die SPD-Vertreter hielten sich bewusst mit Kritik an politischen Mitbewerbern zurück, äußerten die allenfalls zwischen den Zeilen. Der jüngste Vorschlag, dass die Impfungen von den Hausärzten und in den Krankenhäusern vorgenommen werden sollten, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend. Die Ärzte arbeiteten in Corona-Zeiten unter erhöhten Hygieneanforderungen „am Limit“ und hätten überhaupt nicht die Kapazitäten dafür.

Schlossbergklinik möglicher Standort

Gibt es konkrete Vorschläge für einen Standort, an dem ein Impfzentrum kurzfristig realisiert werden könnte? Andreas Meinecke: „Die Salzmann-Schule in Bad Berleburg halten wir nicht für die optimale Lösung.“ Der Altkreis Wittgenstein habe genügend Gebäude, die kurzfristig zu aktivieren seien, so Samir Schneider, beispielsweise die ehemalige Schlossbergklinik in seiner Heimatstadt. Es müsse kein Neubau her. Der Bad Laaspher SPD-Mann warb für eine kombinierte Strategie, eine Mischung aus einem gutem Impfzentrum in Wittgenstein, mobilen Teams und zu einem späteren Zeitpunkt auch den Hausärzten. Der Brief an Armin Laschet und Karl-Josef Laumann sei auch das Bemühen, dies parteiübergreifend hinzubekommen: „Wittgenstein ist ein bisschen benachteiligt. Natürlich wollen wir auch ein bisschen Druck aufbauen.“ Zumal die Situation nicht in ein oder zwei Monaten zu lösen sei, es gehe um einen Marathon. Flexibel sein und schnell reagieren – darum gehe es.

Gesundheitssystem entlasten

Samir Schneider abschließend: „Der finanzielle Aspekt darf bei allen Grundsatzfragen nur die zweite Rolle spielen. Wir wollen uns nachher nicht den Vorwurf machen lassen müssen, dass wir nicht alles getan haben.“ Und vor allem gehe es darum, das Gesundheitssystem mit den Mitarbeitern, die hervorragende Arbeit leisteten, zu entlasten.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen