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Vorarbeiten für Windpark Prenzenberger Kopf
Stadt klagt, Anwohner formieren sich

Vier Windräder sollen nach den Plänen der Eder Energy auf dem Prenzenberger Kopf bei Arfeld entstehen.
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  • Vier Windräder sollen nach den Plänen der Eder Energy auf dem Prenzenberger Kopf bei Arfeld entstehen.
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vö Arfeld. Die unterschiedlichen Interessen sind klar aufgeteilt: Die Eder Energy möchte auf dem Prenzenberger Kopf bei Arfeld vier Windkraftanlagen errichten – und ist dafür mit einer gültigen Baugenehmigung ausgestattet. Und das Unternehmen hält seit einigen Tagen auch den sogenannten Sofortvollzug in den Händen. Soll heißen: Ein Baustart wäre kurzfristig möglich. Das ist auch im hessischen Wiesenbach der Fall, wo die dortige Boxbach Energy den Windpark Hesselbach um eine weitere Anlage erweitern will. Beide Unternehmen sind Töchter der Wittgenstein New Energy von Investor Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg.

Arfeld. Die unterschiedlichen Interessen sind klar aufgeteilt: Die Eder Energy möchte auf dem Prenzenberger Kopf bei Arfeld vier Windkraftanlagen errichten – und ist dafür mit einer gültigen Baugenehmigung ausgestattet. Und das Unternehmen hält seit einigen Tagen auch den sogenannten Sofortvollzug in den Händen. Soll heißen: Ein Baustart wäre kurzfristig möglich. Das ist auch im hessischen Wiesenbach der Fall, wo die dortige Boxbach Energy den Windpark Hesselbach um eine weitere Anlage erweitern will. Beide Unternehmen sind Töchter der Wittgenstein New Energy von Investor Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Und Parallelen gibt es außerdem: In Wiesenbach möchte die Gemeinde Breidenbach den Bau von „Windrad Nummer 11“ verhindern und hat Klage gegen die Baugenehmigung des Regierungspräsidiums Gießen eingereicht. Die Stadt Bad Berleburg klagt derweil gegen die Genehmigung des Kreises Siegen-Wittgenstein. Die Kommune hat auf den Sofortvollzug ebenfalls umgehend reagiert und möchte auf juristischer Ebene eine aufschiebende Wirkung erreichen.

Großteil der Bevölkerung nicht einverstanden

Weitere Parallele in Arfeld und Wiesenbach: Zumindest ein großer Teil der Bevölkerung ist mit dem Bau der Windkraftanlagen nicht einverstanden. Allerdings hat noch kein Anlieger – zumindest Stand Freitag – Klage gegen die Projekte eingereicht. „Aber das sollte man sich ernsthaft überlegen. Wer sich die Abstände zur Wohnbebauung anschaut, dem kann das nicht gefallen“, sagte ein Arfelder im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Er habe in den vergangenen Wochen beobachtet, wie die Flächen der möglichen Standorte bereits präpariert würden: „Aus meiner Sicht geht es darum, Fakten zu schaffen.“

Anwohner organisieren sich gegen Windpark

Einzelne Anwohner seien dabei, sich zu organisieren – aber noch nicht mit einer klaren Richtung. Ärgerlich sei, dass die Stadt Bad Berleburg mit der aktuellen Entwicklung nicht frühzeitig an die Öffentlichkeit gegangen sei. Trotz Corona – eine Pressemitteilung wäre jederzeit möglich gewesen.
Was jetzt am Prenzenberger Kopf an Tiefbauarbeiten passiert, hatte Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg als Investor am Dienstag im SZ-Gespräch angekündigt: Sein Haus arbeite ja schon sehr viele Jahre an dem Projekt. Schon 2009 sei Bürgermeister Bernd Fuhrmann über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt worden. Die Stadt sei indes unkooperativ gewesen und habe das Unternehmen mit der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans vertröstet.

Baugenehmigung ist erteilt

Die Gültigkeit des bisherigen Flächennutzungsplans sei sehr diskutabel, sagte der Investor. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte ihn sogar als unwirksam eingestuft und auch deswegen die Baugenehmigungen erteilt. Der Sofortvollzug bedeute nicht, dass das Unternehmen kurzfristig bauen werde. „Was wir tun, ist, die Oberböden abzuschieben“, verriet Prinz Wittgenstein. Dafür gebe es eine Frist bis zum 28. Februar, deshalb der Antrag auf sofortigen Vollzug. Mehr werde aber vorerst nicht passieren.

Vier Windräder sollen nach den Plänen der Eder Energy auf dem Prenzenberger Kopf bei Arfeld entstehen.
An den potenziellen Standorten haben in den vergangenen Tagen Arbeiten stattgefunden: Bäume wurden gefällt, der Oberboden wurde abgeschoben.
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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