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Brandschutz im Bürgerhaus
Stadt: „Wir haben sicher nichts zu verheimlichen“

Im September wurde das Bürgerhaus nach dem Umbau in Bad Berleburg offiziell eröffnet. Aktuell bereitet jedoch der Brandschutz enorme Kopfschmerzen. Foto: Björn Weyand
  • Im September wurde das Bürgerhaus nach dem Umbau in Bad Berleburg offiziell eröffnet. Aktuell bereitet jedoch der Brandschutz enorme Kopfschmerzen. Foto: Björn Weyand
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vö Bad Berleburg. Dass die Stadt Bad Berleburg im neuen Bürgerhaus am Marktplatz in Sachen Brandschutz nachbessern muss, sorgt vor allem durch die vorübergehende Sperrung des großen und kleinen Gruppenraums in der Bevölkerung für Gesprächsstoff. Während sich die Ratsfraktionen bislang zurückhielten und wohl zunächst die Sitzung des Ältestenrats in dieser Woche abwarten wollen, bezog der Ortsverband Wittgenstein der Partei Die Linke am Dienstag Position: „Wenn ganz entscheidende technische Bestandteile der Baugenehmigung nicht umgesetzt wurden, kann das aus unserer Sicht nicht versehentlich passiert sein“, machte Vorsitzender Thorsten Fischer deutlich.

Bad Berleburg. Dass die Stadt Bad Berleburg im neuen Bürgerhaus am Marktplatz in Sachen Brandschutz nachbessern muss, sorgt vor allem durch die vorübergehende Sperrung des großen und kleinen Gruppenraums in der Bevölkerung für Gesprächsstoff. Während sich die Ratsfraktionen bislang zurückhielten und wohl zunächst die Sitzung des Ältestenrats in dieser Woche abwarten wollen, bezog der Ortsverband Wittgenstein der Partei Die Linke am Dienstag Position: „Wenn ganz entscheidende technische Bestandteile der Baugenehmigung nicht umgesetzt wurden, kann das aus unserer Sicht nicht versehentlich passiert sein“, machte Vorsitzender Thorsten Fischer deutlich. Seine Partei vertrete die Auffassung, dass es „grob fahrlässig“ gewesen sei, zwischenzeitlich das komplette Gebäude zur Nutzung frei zu geben. Es stelle sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob das betreffende Unternehmen denn die Leistungen abgerechnet habe. Was jetzt folgen müsse, sei eine „sehr offene, transparente Prüfung des Sachverhaltes“. Und da nehme Die Linke ausdrücklich auch die Ratskollegen der anderen Parteien in die Pflicht: „Vielleicht sind dies ja auch Geschehnisse, die verschiedene Stadtverordnete dazu bewegen sollten, der Stadt und deren Verwaltung nicht bedingungslos das Vertrauen auszusprechen, wie es in der Vergangenheit oft passiert ist.“

Die vorläufige bauliche Fertigstellung des Regionale-Projektes sei im August 2019 erfolgt, erklärte Manuel Spies am Dienstag. In Zusammenhang mit der Fertigstellung habe eine Bauzustandsbesichtigung durch die Bauaufsichtsbehörde stattgefunden. Dort seien mehrere organisatorische und brandschutztechnische Erfordernisse festgestellt worden, die im Rahmen der Baugenehmigung noch nachzuarbeiten seien. Für die Nachbereitung der brandschutztechnischen Erfordernisse obliege es der Stadt als Bauherren, ein Konzept für die Abarbeitung zu erstellen – unter Einbindung der Fachplaner sowie der ausführenden Unternehmen. Ein Konzeptentwurf sei mit dem Kreis abgestimmt worden. „Eine abschließende Festlegung der umzusetzenden Maßnahmen konnte im Dezember getroffen und die ausführenden Firmen entsprechend beauftragt werden.“ Die brandschutztechnischen Arbeiten beinhalteten insbesondere den Einbau von Stahl-Verstärkungen sowie das Aufbringen von Schutzanstrichen zur Herstellung der erforderlichen Feuerwiderstandsklasse von tragenden Stahlbauteilen. Hierfür müssten in Teilbereichen bereits hergestellte Wand- und Deckenverkleidungen geöffnet werden: „Wir haben sicher nichts zu verheimlichen.“

Die Kosten für die erforderlichen Arbeiten inklusive der Wiederherstellung der Räumlichkeiten „liegen wohl unter 90.000 Euro“, wie Manuel Spies im SZ-Gespräch erläuterte. Die Beauftragung der Firmen erfolgte kurzfristig, um eine schnellstmögliche Umsetzung zu erreichen. Die Frage der Kostenübernahme sei im Anschluss an die Vergabe noch mit den beauftragten Fachplanern zu prüfen. Die Darstellung der Kommune deckt sich mit der der Kreisverwaltung: Die Bauzustandsbesichtigung nach Fertigstellung sei am 27. August durchgeführt worden. Im anschließenden Bericht sei die Stadt aufgefordert worden, für die Stahlstütze in der Küche im Erdgeschoss sowie für das Tragwerk im Dachgeschoss einen Nachweis vorzulegen, aus dem hervorgehe, dass diese entsprechend des Brandschutzkonzeptes feuerhemmend ausgeführt worden seien – und zwar bis zum 4. Oktober. Besagte Frist sei zweimal verlängert worden, so Sprecherin Jana Schröder: „Da der Nachweis für das Dachtragwerk nicht innerhalb der Frist vorgelegt werden konnte und auch noch nicht vorgelegt wurde, wurde festgehalten, dass eine Nutzung des Obergeschosses möglich ist, wenn und sofern bis zur Umsetzung der Arbeiten als Kompensation eine Brandsicherheitswache im Gebäude gestellt wird.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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