Frisches Trinkwasser gilt als Selbstverständlichkeit
Stadtwerke nehmen 2 Millionen Euro in die Hand

Blick in den sanierten Hochbehälter, der am Hang des Stöppels liegt. Alleine diese Kammer fasst 1500 Kubikmeter Trinkwasser. Die Berleburger Stadtwerke können eine Unterbrechung des Zuflusses bei Notfällen und Wartungsarbeiten ausgleichen.
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  • Blick in den sanierten Hochbehälter, der am Hang des Stöppels liegt. Alleine diese Kammer fasst 1500 Kubikmeter Trinkwasser. Die Berleburger Stadtwerke können eine Unterbrechung des Zuflusses bei Notfällen und Wartungsarbeiten ausgleichen.
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vc Bad Berleburg. Achim Vorbau dreht den Schlüssel zur Eingangstür des Hochbehälters „Hinterm Stöppel“ um. Die Stimme hallt wie in einer Höhle – was nicht verwundert. Vor dem Besucher öffnet sich ein Rohrkeller, der einige Meter tief in den Berg hineinreicht. Links und rechts davon befindet sich jeweils eine Wasserkammer. Im Rohrkeller verlaufen massive Rohre, die den Zulauf und die Verteilung regeln. An einer Wand sind die Laufrichtungen wie „Sengelsberg“ oder „Wemlighausen Schüllar“, Ortsschildern gleich, über den Wasserleitungen angebracht.

„Hier ist jetzt Baustelle. Wir fangen bei der Sanierung mit den Kammern an“, erläutert der Leiter der Stadtwerke und öffnet eine der Kammern. „So sieht eine Wasserkammer nach 40 Jahren aus.“ Die Räume sind gigantisch, sie strahlen im Scheinwerferlicht in meeresblau. Das Wasser selbst steht gut geschützt in schattiger Kälte. In jede der Kammern passen 1500 Kubikmeter. Der Betriebsleiter und seine Kollegen halten in der Regel genug auf Vorrat, um den Verbrauch von ein bis zwei Werktagen bedienen zu können: „So haben wir einen Zeitpuffer, wenn einmal etwas ist.“ Das kann ein Schaden an einer Wasserleitung oder eben die Sanierung eines der Hochbehälter sein.

Mitarbeiter überwachen Anlagen rund um die Uhr

Die Mitarbeiter der Stadtwerke überwachen die Anlagen rund um die Uhr. Achim Vorbau kann auf dem Laptop in Echtzeit sehen, wie es um den Zu- und Ablauf bestellt ist und wie weit die Kammern gefüllt sind. Insgesamt verfügt Bad Berleburg über elf Hochbehälter, zwei davon sind wie der „Hinterm Stöppel“ sogenannte Brillenbehälter, die maßgeblich daran beteiligt sind, die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Diese Brillen-Form ergibt sich durch die zwei Behälter, die links und rechts vom Rohrkeller liegen.

Katja Herling und Achim Vorbau (unten) arbeiten für die Stadtwerke Bad Berleburg und überwachen die Sanierung des Hochbehälters – Teil der wichtigen Infrastruktur.
  • Katja Herling und Achim Vorbau (unten) arbeiten für die Stadtwerke Bad Berleburg und überwachen die Sanierung des Hochbehälters – Teil der wichtigen Infrastruktur.
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Damit auch künftig frisches Trinkwasser aus Berleburger Wasserhähnen sprudelt, gehen bald die Sanierungsarbeiten am Stöppel weiter. „Die Kammern werden erst sandgestrahlt und dann neu mit Epoxidharz beschichtet“, berichtet Katja Herling, die ebenfalls für die Stadtwerke arbeitet. Zur Sanierung gehört auch die Erneuerung der Gussrohrleitungen im Rohrkeller. Später wird der Hochbehälter noch freigelegt und die Beschichtung von Außen erneuert. Die Anlage stellt eine der Schlüsselpositionen für die Wasserversorgung mit Trinkwasser aus der Obernautalsperre dar. Verbraucher aus Siegen-Wittgenstein, aber auch aus Hatzfeld und Biedenkopf profitieren vom Trinkwasser dieser Talsperre. Das Leitungssystem und die Talsperren werden vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein getragen, dessen Versorgungsleitung am Stöppel mündet. Ab hier übernehmen die Stadtwerke Bad Berleburg die Verteilung des Wassers an die Verbraucher.

Stadtwerke schon Behälter modernisiert

Die Stadtwerke modernisierten bereits 2019 den bei Hemschlar gelegenen Hochbehälter für 236 845,58 Euro. 2020 wurde mit der Sanierung des Hochbehälter „Honert“ in Arfeld begonnen, die bisher mit 258 675,20 Euro zu Buche schlägt.

"Hier ist jetzt Baustelle.
Wir fangen bei der Sanierung mit den Kammern an."

Achim Vorbau
Betriebsleiter der Stadtwerke

„Hier kommen noch die Kosten für Elektrik, Malerarbeiten und Restarbeiten in Höhe von circa 50.000 Euro hinzu“, schätzt Achim Vorbau. Nun steht noch der Hochbehälter in Sassenhausen auf dem Programm. Hier wird aber noch an einer Lösung gearbeitet. Hintergrund der Sanierung ist das Alter fast aller Hochbehälter. Die Anlagen sind im Zuge der großräumigen Wasserversorgung Ende der 70er- Jahre und Anfang der 80er-Jahre geplant und gebaut worden. „Wir haben ein Konzept aufgestellt, das durch die Kommunalpolitik genehmigt wurde. Es sind rund zwei Millionen Euro, die wir hier investieren“, berichtet Achim Vorbau im Gespräch mit der SZ.

Die Ziele des Trinkwassers sind für jedes Rohr benannt (oben). Im Rohrkeller des Hochbehälters kommt auch die Transportleitung aus dem Siegerland an.
  • Die Ziele des Trinkwassers sind für jedes Rohr benannt (oben). Im Rohrkeller des Hochbehälters kommt auch die Transportleitung aus dem Siegerland an.
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In Bad Berleburg versorgen die Stadtwerke rund 80 Prozent der Bevölkerung mit Trinkwasser, der Rest entfällt auf lokale Wasserverbände. Bei den städtischen Wasserwerken kommt rund 60 Prozent des Wassers aus der Obernautalsperre. 40 Prozent ist „Berleburger Wasser“ aus der Aufbereitungsanlage am Burgfeld und aus zwei sogenannten Insellösungen. Dort betreibt der Wasserverband die Brunnen und die damit verbundene Gewinnung. Die Stadtwerke übernehmen die Verteilung bis in die Haushalte.

Autor:

Christian Völkel

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