Auftakt zum Berleburger Schützenfest
Starke Strukturen lassen das Vereinsleben florieren

Mit einem großen Festzug gab fiel der Startschuss für das Schützenfest in Bad Berleburg. In diesem Zuge verabschiedete sich auch das Königspaar Pascal Bikar und Lena Haas-Möldner.
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  • Mit einem großen Festzug gab fiel der Startschuss für das Schützenfest in Bad Berleburg. In diesem Zuge verabschiedete sich auch das Königspaar Pascal Bikar und Lena Haas-Möldner.
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tika Bad Berleburg. Das alte Königspaar hat abgedankt, der Weg für einen neuen Regenten ist frei: Mit einem großen Festzug durch die Innenstadt von Bad Berleburg hat der Schützenverein Bad Berleburg am Freitagabend den Startschuss für das Schützenfest gegeben. Im Rahmen des traditionellen Umzugs verabschiedeten die Schützen und zahlreiche Zuschauer am Straßenrand die beiden Majestäten Pascal Bikar und Lena Haas-Möldner an der Bärenbrücke. Mit seiner Regentschaft hatte das Duo die Tradition zweier Familien fortgeführt – und ein Versprechen, das sie sich im Kindesalter gegeben hatten, eingelöst: einmal gemeinsam das Königspaar zu sein.„Es war ein Jahr, das perfekt durchorganisiert war“, erklärte die scheidende Königin. Emotional war die Abschiedsrede von Pascal Bikar, der zunächst auf das Jahr zurückblickte und sich dann exakt 371 Tage nach seiner Krönung unter Tränen bei seiner Königin bedankte – und bei seiner Familie: „Ohne Euch wäre das alles nichts wert“, erklärte er vor den Teilnehmern des großen Festzugs sowie hunderten von Zuschauern.

Kritik an der Bürokratie

Es war der erste von vielen Höhepunkten an diesem Wochenende, das seinen Zenit mit dem Vogelschießen am Samstagnachmittag erreicht.
Im Anschluss an den Festzug durch die Stadt standen zunächst eine Feierstunde mit Schützenaufmarsch sowie ein großer Zapfenstreich auf dem Schlosshof auf dem Programm, ehe Mitternachtsfest auf dem Goetheplatz stieg. Bei aller Jubelstimmung und Vorfreude auf den neuen Regenten stimmte der neue Vorsitzende des 1907 Mitglieder zählenden Schützenvereins Bad Berleburg, Christian Hainbach, im 181. Jahr nach der Vereinsgründung allerdings auch nachdenkliche Töne an.„Unsere beeindruckende Mitgliederzahl ist sicher ein Beweis dafür, dass die Männer des Jahres 1838 wohl den richtigen Gründungsgedanken hatten. Früher wie heute steht für die meisten unter uns das jährliche Schützenfest im Mittelpunkt unseres Interesses. Trotzdem denkt man häufiger über Dinge wie Kameradschaft, Tradition, Geschichte und in letzter Zeit auch immer öfter über zunehmende Vereinsbürokratie und Regulatorik seitens des Gesetzgebers nach“, erklärte Christian Hainbach während der Feierstunde. Der Schützenhauptmann appellierte dafür, dass traditionelle Werte im Vordergrund der Vereinsarbeit stehen sollten. „Eben diese Werte werden durch stetig wachsende Vorschriften und Normen aber torpediert“, monierte der Vorsitzende. Dass „gewisse Verordnungen und Gesetze ohne wenn und aber einzuhalten sind“, stellte er nicht in Abrede. Aber: „Selbst für einen großen Verein wie unseren Schützenverein wird es zunehmend schwieriger, die geforderten gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, geschieht dies doch bis heute unverändert im Ehrenamt.“

Gedanken der Gemeinschaft fortführen

Der Vorsitzende warnte vor weiter wachsender Bürokratie, die immer mehr Vereine vor unüberwindbare Hürden stellen könnten – finanziell, aber auch personell.„Diese Tatsache spiegelt sich auch darin wider, dass es für uns Vereine immer schwieriger wird, Personal für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Vereinsarbeit soll und muss aber auch in Zukunft Spaß machen dürfen“, forderte Christian Hainbach eindringlich. Gegenwärtig indes floriert der Schützenverein Berleburg durchaus, 90 Vorstandpositionen sind besetzt. Dass Veranstaltungen wie das Traditionsschützenfest sowie eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen gelingen würden, erfüllte den Vorsitzenden durchaus mit Stolz: „Damit verbinden wir nicht nur die Gemeinschaftsgedanken unserer Gründerväter, sondern auch unser Bestreben, alte Traditionen dynamisch zu leben.“

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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