Starkes Duo ist im Ausland unterwegs

Gerhard und Johanna Stark engagiert beim Senior-Experten-Service/25 Einsätze in 15 Jahren

size="94 %">ch Bad Berleburg. Der Kosmopolit hat etwas kerniges. Streng schaut Gerhard Stark durch die Brille, mit lauter Stimme wischt er die Vokabel »Weltenbürger« beseite, helfen wolle er nur. Mehr nicht. Und dem Unruhestande nach der Pensionierung entfliehen. Beides hat er geschafft, seit 1987 bereist der Bad Berleburger, der noch heute an seinem Geburtsort wohnt, gemeinsam mit seiner Frau Johanna die Welt.

Unterwegs meist in Entwicklungsländern in Sachen Hilfe zur Selbsthilfe: Als einer der über 5000 Berater des deutschen Senior-Experten-Services (siehe Kasten SES) steht der Ex-Unternehmer kleinen und mittleren Betrieben der Möbelindustrie auf vier Kontinenten zur Seite. Das Duo – er ist 79, sie 72 Jahre alt – hat etwas Energisches. Muss es auch, schließlich braucht der SES für das Ehrenamt Engagierte, die nicht nur berufliche Erfahrung einbringen, sondern auch Auslandspraxis, Gesundheit, Sprachkenntnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit mitbringen. Gerhard Stark ist gewappnet. Bis 1980 leitete der Ingenieur das 1882 gegründete Bad Berleburger Familienunternehmen Holzwerke Johann Georg Stark und Söhne KG, welches bis zur Auflösung sein Kerngeschäft im Möbelbau betrieb und in seinen Hochzeiten bis zu 400 Mitarbeiter beschäftigte.

Der Manager hat auch im Ruhestand etwas Rastloses. Stark kam rasch mit dem SES zusammen, so verbrachte er in den letzten 15 Jahren über 60 Monate im Auftrage der Beratungseinrichtung im Ausland. Er baute eine Möbelfertigung im brasilianischen Lajeado mit auf oder brachte z.B. sein Wissen bei der Fertigung zementgebundener Holzwolle-Platten in einem Betrieb in Malawi, Ostafrika, ein. Ein anderes Mal reduzierte Stark die Arbeitskosten und erhöhte die Produktivität in einem Sperrholzwerk in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. »Ich gehe dorthin, wo ich gebraucht werde«, erklärt Stark zu seinen 25 SES-Einsätzen in den unterschiedlichsten Regionen und Unternehmen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Und Johanna Stark geht mit, Partnerin an seiner Seite. Lernt mit ihm Menschen, Mentalitäten und Kulturen kennen. In den fremden, oft tropischen oder subtropischen Gebieten baut sie in den Wochen dauernden Einsätzen Brücken im interkulturellen Dialog. Konkret: Sie führt Frauen an moderne Arbeitsverhältnisse heran, unterrichtet Hauswirtschaft in Honduras ebenso wie in Guatemala. Lehrt verarmten Indios in Mexiko Praktisches in den Bereichen Handarbeiten, Küche und Garten. Verschafft den Frauen in den männerdominierten Gesellschaften materielle Vorteile, manchmal gar das Notwendige zum Überleben. Das Ehrenamt erreicht also etwas Gutes. Und verbindet es mit dem Pragmatischem: Gerhard Stark, der sich als unternehmerischer Generalist versteht, war in diesem Jahr erst in Indonesien und versuchte hier, den Qualitätsgedanken in einer Möbelfertigung zu installieren. Ebenso in 2002 beriet er ein bulgarisches Jungunternehmen, dass Zimmertüren produziert. »Es sind die kleinen Dinge, die etwas bewegen«, sagt er. Die Neuanschaffung einer erschwinglichen Gebrauchtmaschine etwa, oder die Neustrukturierung der Arbeitsvorbereitung in einem Fertigungsunternehmen zum Beispiel.

Es sei meist leichter Verbesserungen im Technologieeinsatz oder in der Logistik einzuführen, bilanziert der Seniorexperte. Bereinigungen beim Produktmix oder Verschlankungen im Arbeitsfluss fielen dagegen um so schwerer, so lang Arbeits- oder Lohnstückkosten in Entwicklungsländern nachgeordnete Faktoren darstellten. »Ich trete eigentlich in der Regel an, um zu rationalisieren. Doch unsere von der Technologie dominierte Denke trifft gerade in den wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen immer auch auf das Thema soziale Verantwortung. Und die wiegt schwer!«, sagt der Kosmopolit. Er wolle nur helfen. Mehr nicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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