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Frauen nähen ehrenamtlich
Stoffmasken für den Altkreis Wittgenstein

Auch Sophia Janson, Schülerin der Klasse 7 b an der städtischen Realschule Bad Berleburg, beteiligt sich mit großem Engagement.
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ako Berghausen. Weiß, bunt oder mit verschiedenen Mustern versehen: Immer mehr Menschen tragen wegen der Corona-Pandemie im Alltag Stoffmasken – auch Alltagsmasken genannt. Während einige Bundesländer bereits eine Maskenpflicht eingeführt haben, ist das Tragen auch in Nordrhein-Westfalen ab kommenden Montag verpflichtend. Somit scheint der Bedarf in der heimischen Bevölkerung derzeit immer größer zu werden. Während sich einige ihren Mundschutz mittlerweile zu Hause selbst nähen, gibt es auch Bürger, die Schutzmasken herstellen und an andere verschenken. Zu ihnen gehört auch Ulrike Schultz aus Berghausen. Die Textilgestaltungslehrerin der städtischen Realschule Bad Berleburg hat sich schon vor fünf Wochen dazu entschieden, in der Krisen-Zeit ehrenamtlich anderen Menschen zu helfen.

ako Berghausen. Weiß, bunt oder mit verschiedenen Mustern versehen: Immer mehr Menschen tragen wegen der Corona-Pandemie im Alltag Stoffmasken – auch Alltagsmasken genannt. Während einige Bundesländer bereits eine Maskenpflicht eingeführt haben, ist das Tragen auch in Nordrhein-Westfalen ab kommenden Montag verpflichtend. Somit scheint der Bedarf in der heimischen Bevölkerung derzeit immer größer zu werden. Während sich einige ihren Mundschutz mittlerweile zu Hause selbst nähen, gibt es auch Bürger, die Schutzmasken herstellen und an andere verschenken. Zu ihnen gehört auch Ulrike Schultz aus Berghausen. Die Textilgestaltungslehrerin der städtischen Realschule Bad Berleburg hat sich schon vor fünf Wochen dazu entschieden, in der Krisen-Zeit ehrenamtlich anderen Menschen zu helfen. Nun hat sie schon fast 1000 Masken verschenken können.

Auf die Idee gekommen ist Ulrike Schultz nur einen Tag nachdem im März die Schulen geschlossen wurden. Im Radio habe sie gehört, dass Mitarbeiter des Uniklinikums Essen Masken nähen – unter anderem für die Feuerwehr. „Da dachte ich mir sofort: Brauchen wir das hier in Bad Berleburg auch?“ Die 65-Jährige hat sich direkt mit der Stadt Bad Berleburg und dem Gesundheitsamt Siegen in Verbindung gesetzt. Schließlich ergab sich der Kontakt mit dem Ehrenamtskoordinator der Odebornstadt, Christian L’Hiver, einem ehemaligen Schüler von Schultz. „Er war von der Idee begeistert“, betonte die 65-Jährige im Gespräch mit der Siegener Zeitung. L’Hiver habe Ulrike Schultz dann 250 Euro aus der Ehrenamtskasse „für die Stoffe“ gegeben – der Startschuss für die ehrenamtliche Aktion.

Weil zu dieser Zeit der Mann von Ulrike Schultz bei Allgemeinmedizinerin Dr. Brigitte Piringer in Behandlung war, erfuhr die Lehrerin, dass die Praxis Masken brauche: „Frau Dr. Piringer erzählte mir, dass sie darüber nachdenkt, Masken herstellen zu lassen. Sie kannte aber niemanden, der das machen könnte“, so Ulrike Schultz. Die Allgemeinmedizinerin hatte sogar schon allergendichte Zwischenbezüge für die Herstellung von Masken von der örtlichen Kur-Apotheke Wolter erhalten. „Da habe ich gesehen, dass der Bedarf da war und mich dazu entschlossen, mit der Produktion zu beginnen“, erklärte die Textilgestaltungslehrerin. „Mit dem Material, das mir Frau Dr. Piringer gegeben hat, habe ich dann die ersten 120 Masken genäht – und diese dann der Praxis zugeschickt.“ Neben der Kurapotheke Wolter seien laut Schultz dann auch ambulante Pflegedienste und eine Klinik auf das Projekt aufmerksam geworden – „und auch die Stadt Bad Berleburg“. So sei das Projekt dann schließlich ins Rollen gekommen, berichtete Ulrike Schultz.

Nach einer kurzen zwischenzeitlichen Kooperation mit der Patchwork-Gruppe des Dorfvereins Aue-Wingeshausen – die ihre Masken nun aber wieder in Eigenregie herstellt – produziert Ulrike Schultz derzeit auf Anfrage. Sie werde dabei einerseits von mehreren Frauen im Altkreis – beispielsweise aus Berghausen, Bad Berleburg, Birkelbach oder Erndtebrück – sowie andererseits von zwei jungen Schülerinnen tatkräftig unterstützt.

„Derzeit packe ich viele Päckchen mit den Materialien für die Masken, also Stoffe, passendes Gummiband und Draht.“ Die Frauen und die beiden Schülerinnen holten diese dann bei Ulrike Schultz ab und brachten fertige Masken zurück, betonte die 65-Jährige. Vor allem die zwölfjährige Charlotte Adamek aus Raumland habe bereits „ganze 110 Masken“ genäht, erzählte Ulrike Schultz mit stolzem Lächeln. Auch Sophia Janson, Schülerin der Klasse 7b an der Städtischen Realschule – „meine eigene Klasse“ –, beteilige sich mit großem Engagement. „Jetzt nach mehreren Wochen rufen viele wegen den Masken an. Die Menschen sind sehr freundlich und zurückhaltend in den Gesprächen. Es sind oft nette Telefonate“, berichtete die Lehrerin, die von Anfang an überzeugt gewesen sei, ehrenamtlich helfen zu wollen.

Mittlerweile haben Ulrike Schultz und ihre Helfer 957 Masken verschenken können. Die meisten im Altkreis. Einige Masken hat die 65-Jährige aber auch an Freunde und Bekannte geschickt, z.B. nach Köln, Mönchengladbach, Düsseldorf, München, Aachen, Lotte oder sogar zum Starnberger See. „Die 1000 knacken wir auch noch“, konstatierte Ulrike Schultz, die allein am vergangenen Wochenende zusammen mit ihrer Tochter über 100 Masken hergestellt habe. „Jetzt läuft die Aktion regelmäßig. Die Nachfrage ist da.“ Ulrike Schultz nehme auch einen großen Zuspruch war. So habe die Lehrerin schon viel Material geschenkt bekommen. „Aufgrund der Spenden mussten wir noch nichts nachkaufen. Aber Gummiband brauche ich immer“, sagte Ulrike Schultz mit einem Lächeln im Gesicht.

Woraus bestehen die Masken? Der innere Teil der Stoffmasken besteht aus allergendichtem Stoff: „Dieser ist sehr luftdurchlässig und speichert keine Feuchtigkeit“, erklärt Ulrike Schultz. Dies sei gewünscht, damit Viren keinen feuchten Nährboden vorfinden. Auf der Außenseite der Maske befindet sich ein Mischgewebe – 50 Prozent Baumwolle und 50 Prozent Polyester. „Sehr fein gewebt, aber atmungsaktiv“, so die Textilgestaltungslehrerin. Die Durchlässigkeit der Viren soll dadurch gestoppt werden, betonte Schultz. Die Maske ist auch waschbar – bei 60 Grad. Ulrike Schultz und ihre Helfer verschenken die Stoffmasken kostenlos. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann Material und Stoffe spenden. Wer Masken benötigt, kann sich telefonisch bei Ulrike Schultz melden: (0 27 51) 5 19 00.
Auch Sophia Janson, Schülerin der Klasse 7 b an der städtischen Realschule Bad Berleburg, beteiligt sich mit großem Engagement.
Ulrike Schultz und weitere Frauen nähen ehrenamtlich Stoffmasken, um diese dann an Menschen im Altkreis zu verschenken. Tatkräftig unterstützt wird die Aktion auch von der zwölfjährigen Charlotte Adamek (Bild) aus Raumland. Sie hat bereits über 100 Masken hergestellt.
Autor:

Alexander Kollek

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