Schadensbilanz (Update 20.30 Uhr)
Sturmtief „Sabine“ hielt die Feuerwehren auf Trab

Die Zufahrt zum Bunker Erich in Erndtebrück war gesperrt. „Sabine“ entwurzelte diesen Baum in der Nacht zu Montag vollständig. Foto: Timo Karl
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  • Die Zufahrt zum Bunker Erich in Erndtebrück war gesperrt. „Sabine“ entwurzelte diesen Baum in der Nacht zu Montag vollständig. Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Björn Weyand (Redakteur)

bw Wittgenstein. Noch ist das Sturmtief „Sabine“ nicht aus Wittgenstein abgezogen, die heftigsten Orkanböen dürfte es jedoch in der Nacht gegeben haben – mit entsprechenden Auswirkungen und Schäden. Für die heimischen Feuerwehren blieb der Sonntagabend noch relativ ruhig, erste Einsätze gab es auf der L623 zwischen Leimstruth und Amtshausen sowie im Altmühlbachtal zwischen Berghausen und Rinthe (K47). Kurz vor Mitternacht nahm der Sturm immer mehr an Fahrt auf und bescherte den Feuerwehren vermehrt Einsätze. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, viele konnten im Laufe des Montags wieder freigegeben werden. Derzeit sind in Wittgenstein nur noch die folgenden Straßen gesperrt:

  • L553 zwischen Röspe und Aue
  • K47 zwischen Abzweig Birkefehl und Rinthe

Die Auswirkungen des Orkantiefs „Sabine“ waren in Bad Berleburg nicht so gravierend wie vorhergesagt. „Von zwischenzeitlich zwölf gesperrten Straßen konnten dank des engagierten Einsatzes einige bereits am Vormittag wieder freigegeben werden“, erklärte Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Der Schülerverkehr kann am Dienstag überwiegend planmäßig fahren, sodass auch der Unterricht wieder stattfinden wird. Nur zwischen Berghausen und Rinthe werden die Busse aufgrund der Sperrung der K47 umgeleitet. „Unser Dank gilt allen Beteiligten“, betonte Bernd Fuhrmann, „den ehrenamtlichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei, den Landesbetrieben Straßen NRW und Wald und Holz NRW, der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer, der Kreisleitstelle, dem Malteser Hilfsdienst Bad Laasphe und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Baubetriebshofs sowie des Stabes. Die Zusammenarbeit war erneut hervorragend. Ich bedanke mich außerdem bei allen betroffenen Eltern für ihr Verständnis und bin beeindruckt von den zahlreichen positiven Rückmeldungen über die sozialen Medien.“

Rund 130 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bad Berleburg waren zu insgesamt 32 Einsätzen ausgerückt. Aus der Straßenmeisterei Erndtebrück von Straßen NRW waren insgesamt 20 Mitarbeiter im Einsatz, die Strecken abgefahren und freigeräumt haben. Außerdem waren die Monteure des Stromnetzbetreibers Westnetz gefragt: Zwischen 22.14 Uhr und 0.45 Uhr waren rund 19 Stationen ausgefallen, rund 1700 Einwohner waren davon betroffen. Einzelne Straßen und Häuser, die in Arfeld, Elsoff, Rinthe, Christianseck, im Garsbach und in der Kernstadt ohne Strom waren, wurden teilweise mit Aggregaten versorgt. In Hemschlar sorgte der Abriss einer Leitung für einen länger andauernden Stromausfall, der mittags wieder behoben war.

In der Gemeinde Erndtebrück kam es durch das Sturmtief „Sabine“ überwiegend zu kleineren Schäden durch umgestürzte Bäume. Dies betrifft hauptsächlich Gemeinde- und auch Wirtschaftswege. Das Ausmaß von Gebäudeschäden wiederum fällt sehr gering aus. Diese Schäden werden/wurden in Zusammenarbeit von Bauhof und der Freiwilligen Feuerwehr behoben, weshalb sich die Gemeinde Erndtebrück bei allen Beteiligen und den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Erndtebrück herzlich bedanken möchte. Die Freiwillige Feuerwehr Erndtebrück hat insgesamt sechs sturmbedingte Einsatzlagen abgearbeitet. Insgesamt waren ungefähr 65 Einsatzkräfte im Einsatz.

„Sabine“ hat die Stadt Bad Laasphe zum Glück nicht so schlimm getroffen wie befürchtet. Es hat keine Verletzten gegeben und auch keine größeren Schäden. Lediglich eine Verkehrsampel in der Bad Laaspher Lahnstraße/Abzweig Gartenstraße hatte Schaden genommen. Durch den Sturm war der Reflektor samt Trafo des oberen roten Lichts herausgefallen. In der Folge zeigte die Ampel keine Rotphase mehr an. Ein Techniker hat den Schaden, laut seiner Aussage ein klassischer Sturmschaden, am Mittag innerhalb weniger Minuten repariert, indem er den Reflektor wieder befestigt hat. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Laasphe unterstützte mit der Drehleiter, die Polizei übernahm kurzfristig die Regelung des Straßenverkehrs.

Neben diesem Einsatz musste die Freiwillige Feuerwehr Bad Laasphe bis zum Montagmittag noch weitere zwölf Mal ausrücken (viermal in Bad Laasphe, viermal in Feudingen/Rüppershausen, zweimal in Banfe, einmal in Steinbach, einmal in Fischelbach/Sohl) – jeweils immer wegen umgestürzter Bäume, die zum Teil Straßen blockierten. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs waren in Sachen umgestürzter Bäume unterwegs. Unter anderem waren auf den Friedhöfen in Bad Laasphe und Banfe ein paar Bäume umgestürzt, die beseitigt wurden. Ansonsten hat es jedoch keine außergewöhnlichen Vorkommnisse gegeben, auch ein Meldekopf wurde nicht eingerichtet. „Wir sind froh, dass es in Bad Laasphe verhältnismäßig ruhig geblieben ist und wir keine größeren Schäden vermelden müssen. An dieser Stelle möchte ich allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich danken“, sagte Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann.

Der Sturm „Sabine“ erreichte bei uns in Wittgenstein in der Nacht von Sonntag auf Montag seinen Höhepunkt, auch danach blieb es aber stürmisch. Die Windgeschwindigkeiten hatte natürlich Julian Pape vom Wetterportal Wittgenstein im Blick, im Vergleich zu den Messstationen im Hochsauerlandkreis waren die maximalen Windgeschwindigkeiten an den Stationen in Wittgenstein bescheiden:

  • Gymnasium Bad Laasphe: 85,4 km/h
  • Erndtebrück: 71,6 km/h
  • Skihütte Pastorenwiese: 70,9 km/h
  • Benfe: 70,9 km/h
  • Wingeshausen: 69,1 km/h
  • Dotzlar: 69,1 km/h
  • Hesselbach: 61,2 km/h

Julian Pape: „Im Vergleich dazu waren es an unserer Station Hohe Bracht oberhalb des Lennetals 135,4 km/h und an der Station Kahler Asten des Deutschen Wetterdienstes 137 km/h.“ In Hochlagen des Wittgensteiner Landes werden die Windböen auch 100 km/h überschritten haben, in Ortslagen blieben die Böen allerdings meist im Bereich von maximal 70 bis 85 km/h und seien daher als normaler Sturm einzuordnen. „Zum Vergleich: Bei Kyrill 2007 hatten wir es über einen Zeitraum von mehr als 15 Stunden mit Orkanböen bis ins Tal zu tun. Daher sind die Auswirkungen insgesamt deutlich geringer als damals“, stellte Julian Pape fest. Bis Dienstag bleibt es weiterhin stürmisch, es kann bis zu zehn Zentimeter Schnee in Höhenlagen geben.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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