Auch in Zeiten der Pandemie
Tafel sucht helfende Hände

Seit dem Jahr 2009 verteilt der Verein Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel Lebensmittel an bedürftige Menschen in den beiden Wittgensteiner Kommunen.
  • Seit dem Jahr 2009 verteilt der Verein Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel Lebensmittel an bedürftige Menschen in den beiden Wittgensteiner Kommunen.
  • Foto: Tafel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

stef Bad Berleburg/Erndtebrück. Seit 2009 organisiert der Verein Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel die Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige Menschen in beiden Kommunen. Diese Tätigkeit richtet den Blick auf einen wichtigen Aspekt von Nachhaltigkeit: Lebensmittel, die vielleicht nicht mehr ganz prächtig aussehen, aber noch gut essbar sind, nicht vernichten zu müssen. Zugleich wird die Nahrung einem Personenkreis zugeteilt, der finanziell nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht und Unterstützung über die staatlichen Mittel hinaus gut gebrauchen kann. Doch wie hat sich die Arbeit der Tafel in Zeiten der Pandemie verändert? Die SZ hat beim Vorsitzenden des Vereins, Thomas Dörr, telefonisch nachgefragt.

Tafel ist kein Vollversorger

„Wir sind kein Vollversorger“, räumt Dörr direkt mit einem gängigen Missverständnis zur Zielsetzung der Vereinsarbeit auf. Ein staatlicher Auftrag zur Versorgung bedürftiger Menschen bestehe nicht, die Gaben der Tafel könnten immer nur ergänzen. Auch könne lediglich weitergegeben werden, was an Spenden ankomme – und da gebe es durchaus Schwankungen. Die Tafel, deren Name durch die Nennung der beiden Ortschaften etwas sperrig klingt, versorgt am Standort Bad Berleburg 213 Menschen (davon 142 Erwachsene und 71 Kinder) und in Erndtebrück 68 Bedürftige (davon 52 Erwachsene und 16 Kinder). Eine regionale Besonderheit in Wittgenstein sei, dass die Stadt Bad Laasphe von der Tafel im hessischen Biedenkopf mitversorgt werde. Eine solche grenzüberschreitende Kooperation zweier Bundesländer stelle eine echte Ausnahme dar, betont Thomas Dörr.

Lebensmittel werden kontrolliert

Die gespendeten Lebensmittel stammten überwiegend aus dem Handel und seien entsprechend Hygiene-konform abgepackt. Eine grobe Vorsortierung nehmen die Märkte dabei schon vor. Trotzdem werde vor Ort noch mal kontrolliert, ob nicht doch etwas leicht Angefaultes unter das Gemüse oder Obst geraten sei. Die Lebensmittel werden dann in Körbe oder Kartons gepackt und bei der Ausgabe auf der Türschwelle abgestellt. Dort kann die Kundschaft die Spenden kontaktlos entgegennehmen. Zusätzlich herrscht natürlich Maskenpflicht.
Diese Maßnahmen dienten neben dem Schutz der bedürftigen Menschen auch der Sicherheit des eigenen Teams. Von diesem stünden nämlich im Moment allein in Bad Berleburg 13 Personen aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung, erklärt Dörr und weist damit auf eine aktuelle Hürde für die Arbeit des Vereines hin.

Angebot auch im Lockdown

Anders als während des ersten Lockdowns im vergangenen März, als besonders ältere Engagierte um ihre Gesundheit fürchteten, konnte die Tafel ihre Arbeit gegenwärtig aber aufrechterhalten. Damit das auch weiterhin so bleiben kann, sucht der Verein dringend weitere helfende Hände. Ordentlich und verbindlich sollten die Helfer sein – also Zusagen zu Arbeitseinsätzen auch einhalten, wünscht sich der Vorsitzende der Tafel. Außerdem sollte die Bereitschaft vorhanden sein, sofort einzusteigen und unter Corona-Bedingungen zu arbeiten.

Helfer gesucht

Der einzuplanende Zeitrahmen ist überschaubar: Da die Tafel ihre Spenden immer freitags ausgibt, wird entsprechend jeden Freitag (außer an Feiertagen) Hilfe benötigt – jeweils bis 13 oder 14 Uhr. Thomas Dörr denkt dabei besonders an männliche Interessierte, die in dieser Form des Ehrenamtes doch oft etwas unterrepräsentiert seien. So müssten die Lebensmittel aus dem Handel abgeholt werden und das dort anfallende Stemmen schwerer Kisten könne man vielleicht etwas salopp als „Ehrenamt für Männer“ bezeichnen, was natürlich kräftige Frauen nicht ausschließen soll. Für den Transport stehen übrigens zwei vom Wittgensteiner Lions Club gestiftete Fahrzeuge bereit.

Stolz auf den Einsatz des Tafel-Teams

Mit einem Blick auf das Coronavirus und die besonderen Anforderungen zur Eindämmung hat Thomas Dörr abschließend noch einen ganz konkreten Wunsch: „Es wäre wichtig, dass die Tafel-Mitarbeitenden im Impfprozess als Verein und nicht als Einzelpersonen gesehen werden.“ Der Vereinsvorsitzende bekundete, dass er auf sein Team und dessen humanitären Einsatz stolz ist: Dafür verdienten die Ehrenamtlichen alle nur erdenkliche Wertschätzung.
Wer den Verein Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel bei der sinnstiftenden Aufgabe unterstützen möchte, findet unter https://bad-berleburg-erndtebruecker-tafel.de/mitmachen-helfen-spenden/ weitere Informationen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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