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Goetheplatz-Café Bad Berleburg
Team gibt trotz Insolvenz nicht auf

Trotz Insolvenz geht es im Bad Berleburger Goetheplatz-Café weiter: Zunächst setzt Andrea Heuer mit ihrem Team auf einen Außer-Haus-Verkauf, schnellstmöglich soll das Café aber wieder komplett öffnen.
  • Trotz Insolvenz geht es im Bad Berleburger Goetheplatz-Café weiter: Zunächst setzt Andrea Heuer mit ihrem Team auf einen Außer-Haus-Verkauf, schnellstmöglich soll das Café aber wieder komplett öffnen.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Berleburg. Die Bundesregierung spricht vom „Lockdown light“, Betreiber von Hotels, Gaststätten und Cafés haben aus ihrer Sicht längst einen „Lockdown Gastro“ ausgemacht. Es besteht kein Zweifel daran, dass eine ganze Branche ums Überleben kämpft. Weil von einem Tag auf den anderen die Einnahmen weggebrochen sind. Mit der Schließung der Betriebe im November droht ein Totalausfall eines der umsatzstärksten Monate – und es deutet einiges darauf hin, dass auch im Dezember nicht mit Besserung zu rechnen ist.
Goetheplatz-Café stellt Antraf auf Insolvenzeröffnungsverfahren
In Bad Berleburg hat Jan-Willem van Kleef Ende Oktober mit seiner „Reh-Bar“ aufgegeben und das urgemütliche Lokal abgeschlossen (die Siegener Zeitung berichtete exklusiv).

Bad Berleburg. Die Bundesregierung spricht vom „Lockdown light“, Betreiber von Hotels, Gaststätten und Cafés haben aus ihrer Sicht längst einen „Lockdown Gastro“ ausgemacht. Es besteht kein Zweifel daran, dass eine ganze Branche ums Überleben kämpft. Weil von einem Tag auf den anderen die Einnahmen weggebrochen sind. Mit der Schließung der Betriebe im November droht ein Totalausfall eines der umsatzstärksten Monate – und es deutet einiges darauf hin, dass auch im Dezember nicht mit Besserung zu rechnen ist.

Goetheplatz-Café stellt Antraf auf Insolvenzeröffnungsverfahren

In Bad Berleburg hat Jan-Willem van Kleef Ende Oktober mit seiner „Reh-Bar“ aufgegeben und das urgemütliche Lokal abgeschlossen (die Siegener Zeitung berichtete exklusiv).

Reh-Bar in Bad Berleburg macht dicht

Aktuell hat Andrea Heuer die Notbremse gezogen und beim Amtsgericht Siegen den Antrag auf ein Insolvenzeröffnungsverfahren gestellt – mitten im „Lockdown light“. „Ich habe eine Verantwortung – insbesondere auch gegenüber meinen Mitarbeitern“, erklärt die Betreiberin des Bad Berleburger Goetheplatz-Cafés auf SZ-Anfrage. Den Gedanken habe sie bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr bewegt, dann aber wieder beiseite geschoben – zunächst. Dennoch: Aufgeben ist für die Gastronomin keine Option: „Wir können ganz normal weiterarbeiten. Ich hoffe, dass wir schnellstmöglich wieder Gäste im Café empfangen dürfen.“ Dieser Weg sei mit Insolvenzverwalterin Eliza Kryc so besprochen. Auch ihre Hebammen-Praxis werde weiter laufen. Andrea Heuer betont in diesem Zusammenhang, dass es sich nicht um eine Privatinsolvenz, sondern um eine Geschäftsinsolvenz handele.

Gastronomie wird trotz großer Investitionen und Mühen abgestraft

Die Gastronomin kritisiert die Tatsache, dass ihre Branche in Zeiten der Corona-Pandemie trotz großer Anstrengungen und Investitionen für den Schutz von Gästen und Mitarbeitern abgestraft werde: „Und dies, obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Die Infektionen erfolgen woanders.“
Hinzu gekommen sei in ihrem Fall das Problem, dass sie keine staatlichen Hilfen bekommen habe. Auf der anderen Seite liefen aber sämtliche Ausgaben weiter. Die Gehälter ihrer Mitarbeiter habe sie aus privaten Reserven gezahlt, „nur irgendwann geht das nicht mehr“. Wenn die Regierung der Auffassung sei, dass eine ganze Branche dauerhaft staatlich zu finanzieren sei, dann sei das eine Fehleinschätzung. Das könne nicht funktionieren. Speziell mit den starken Umsätzen im November und Dezember überbrücke man in der Regel die etwas schwächere Phase im Januar und Februar. „Normalerweise ist unser Café um diese Jahrezeit bestens besucht – jeden Tag.“

Keine Öffnung vor Februar

Aber sie sei, so Andrea Heuer, realistisch genug, um keine Luftschlösser zu bauen: „Ich rechne nicht mit einer Öffnung vor Februar.“ Bis dahin wolle man „den ganzen wichtigen Kontakt zu den Gästen“ mit einem Außer-Haus-Verkauf an Samstagen und Sonntagen weiterhin halten. Sie hoffe mit ihrem Team natürlich, dass davon rege Gebrauch gemacht werde.
Andrea Heuer hält nichts davon, in Zeiten wie diesen unterschiedliche Branchen gegeneinander auszuspielen. Dennoch könne sie viele Entscheidungen nicht nachvollziehen. Gastronomen müssten schließen, Friseure und Tätowierer dürften arbeiten – obwohl die mindestens so nah am Menschen arbeiteten: „Damit will ich nicht sagen, dass Salons und Studios schließen sollen, das wäre der falsche Ansatz. Aber es würde riesig helfen, wenn auch wir wieder öffnen dürften.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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