Telefonaktion von SZ und WKA ein voller Erfolg

Drähte glühten in Bad Berleburg: Mittagsschlaf wird zum Nachtschlaf hinzugerechnet / Viele ältere Menschen nehmen Medikamente ein

howe Bad Berleburg. Es war ein Pilotprojekt für die Wittgensteiner Kliniken AG, noch nie hat es zuvor eine derartige Telefonaktion gegeben. Gestern unternahmen Siegener Zeitung und WKA gemeinsam den ersten Versuch. Absolut erfolgreich: Unternehmenssprecher Dr. Michael Emmrich zeigte sich von den vielen Anrufen begeistert. »Die Drähte liefen heiß. Das hätte ich niemals vermutet.«

Neun Therapeuten, darunter der Erfinder der Schlafschule, Prof. Dr. Jürgen Zulley, standen in Bad Berleburg Rede und Antwort. Unter den Anrufern: Freilich viele ältere Menschen, vorwiegend Frauen aus dem gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein, Olpe, und aus allen Teilen Deutschlands – von Berlin bis Memmingen. Immer wieder musste der Regensburger Prof. Dr. Jürgen Zulley den gleichen Satz am Telefon sagen: »Alleine sind Schlafmittel nicht ausreichend.« Die Probleme der Anrufer sind vielschichtig. Ein 61-jähriger Mann aus Erndtebrück verriet, er könne nachts nicht durchschlafen. Stundenlang liege er wach. Dafür habe er einen gesunden Mittagsschlaf. Mehrere Anrufer teilten mit, sie würden mittags schlafen, nachts täten sie kein Auge zu. Wie die Dame aus Memmingen, die ins Bett gehe und immer wacher werde.

Und dann folge der Griff zu Medikamenten. »Man muss im Alter nicht so gut schlafen wie mit 18«, gestand Prof. Dr. Jürgen Zulley, jedoch gebe es mitunter ganz einfache nicht-medikamentöse Verfahren, um Abhilfe zu schaffen. Solch ein einfaches Verfahren beschrieb Therapeutin Bettina Lutz: »Der Nachtschlaf wird zum Mittagsschlaf hinzugezählt. Wer mittags schläft, hat abends Probleme, einzuschlafen.« Sie dürfe sich gerne hinlegen, riet Bettina Lutz der Memmingerin, möglichst auf erhöhter Position, aber niemals ins Bett, nicht abdunkeln, sondern nur entspannen. Das nenne man Schlafhygiene betreiben. Ein älterer Mann aus dem Allgäu berichtete, er könne nachts nicht schlafen, weil er zu sehr an irgendwelche Dinge denken müsse. »Eh das Rad im Kopf ins Rollen kommt, müssen Sie es stoppen«, riet Bettina Lutz. In der Schlafschule werde auch diese Thematik bearbeitet – etwa durch Entspannungstraining oder Umstellung der Ernährung. Man müsse daran denken, was Schlaf förderlich sei und nicht daran, woran man nicht denken wolle. Klingt kompliziert, wird aber in der Schlafschule besprochen. Bei seinen Anrufen tauchte stets die gleiche Problematik auf, so Prof. Dr. Jürgen Zulley. Neben der Einnahme von Medikamenten seien Rente und Alterserscheinungen ein Thema gewesen. Wer aus dem Berufsleben ausscheide, leide oft an Schlafstörungen, »weil ihm die Essenz fehlt.«

Andere Menschen litten an der Multimorbilität, zu deutsch »Schmerzen im Alter«. Auch hierfür gebe es Lösungsansätze ohne Medikamente. Schlafstörungen aufgrund beruflicher Belastung seien keine Seltenheit. Ebenso ein Phänomen: nächtliches Grübeln bei älteren Leuten. 90 Prozent der Teilnehmer, beruhigte Prof. Dr. Jürgen Zulley die Anrufer, berichteten, nach ihrem Besuch der Schlafschule besser schlafen zu können. Ein ähnlicher Fall beschäftigte Dr. Urban Papsthard, der das Seminar in der Bad Berleburger Rothaarklinik leiten wird. Es seien die Lebensumstände gewesen, die eine Dame beschäftigt hätten. Ihr Mann sei an Krebs erkrankt, sie könne nachts nicht einschlafen. »Das ist ein typischer Fall für unsere Schlafschule«, wusste Dr. Urban Papsthard. Wer die Schule mitgemacht habe, könne danach besser schlafen, so Prof. Dr. Jürgen Zulley. Garantieren könne er jedoch nichts. »Wir geben Anregungen, wie der Schlaf optimiert werden kann.« An folgenden Wochenenden finden die Seminare zur Schlafschule in der Bad Berleburger Rothaarklinik statt: 27. bis 29. Februar, 7. bis 9. Mai, 27. bis 29. August und 29. bis 31. Oktober.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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