»Toll zu sehen, was hier passiert ist«

Berleburger Ortschaft Elsoff wucherte gestern mit ihren Pfunden / Leben im Ort sichtbar

howe Elsoff. Exakt 92 Minuten benötigte die Landesbewertungskommission gestern für ihren Rundgang. Der Elsoffer Bürger Harald Schmidt, mit Glocke ausgestattet, schlüpfte in die Haut eines Ausschellers, der früher die Elsoffer Bürger über Neuigkeiten im Dorf informierte. Er war es auch, der jede Minute seiner Liste mit Stoppuhr abarbeitete und die Jury auf Trab hielt. Elsoff nahm es punktgenau, die Präsentation lief nahezu perfekt ab. Ortsvorsteher Bernd Marburger und Projektleiter Siegfried Birkelbach hatten ihre Leute in der örtlichen Festhalle am Sportplatz zusammengetrommelt, um die Kommission zu begrüßen.

Ein »lebendiges Dorf mit schönen Fachwerkhäusern« versprach der Ortsvorsteher, nur ein bloßes Nebeneinander sei keine Gesellschaft. In Elsoff lebe man miteinander und füreinander – starke Worte vor einem viel versprechenden Rundgang, der mit einer Power-Point-Präsentation eingeleitet wurde. Begleitet von gut 50 Elsoffer Bürgern, Landrat Paul Breuer und großen Teilen seiner damaligen Kreiskommission nahm die Jury das Dorf unter die Lupe. Elsoff zeigte sich wahrhaftig von seiner lebendigen Seite. Beim Streifzug durch die Gassen und Hinterhöfe sah man die Bürger beim Kaffeetrinken, der Bauer »dengelte« seine Sense, die Hausfrau hing die Wäsche auf, der Vater mähte den Rasen, der Schmied schlug das glühende Eisen, die Rentner nahmen wie jeden Tag Platz auf der Bank bei Schreinersch Hof und zur Überraschung der Elsoffer selbst ließ es sich ihr mit 97 Jahren ältester Bürger Karl Inacker nicht nehmen, ein Ständchen zu bringen.

In Elsoff blühte das Leben so froh wie die Blumen. Die Bürger hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. Herrliche Bauerngärten, eine Blumenpracht im ganzen Ort, Obstwiesen und rundherum eine Menge Natur – »da kann das Auge mal verharren«, forderte der Elsoffer Udo Weber die Jury auf. Fachlich passte das Gesehene und Erlebte zu den Kriterien. Elsoff wucherte gestern mit seinen Pfunden: ein reichhaltiges soziales und kulturelles Leben mit vielen Vereinen. Junge Menschen finden ebenso hohe Lebensqualität vor wie alte. Pfarrer Ralf Kötter informierte die Jury etwa über die nachhaltige Arbeit seiner Lukas-Gemeinde, wo Senioren in das Gemeinschaftsgefüge integriert werden. Den Erhalt der ortsbildprägenden Bausubstanz untermauerte Elsoff nicht zuletzt mit seinen sehenswerten Fachwerkhäusern. Die Natur umschließt die schmucke Ortschaft. Biotope schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen, für die Schwarzdornheide oder die Wachholderbeerbüsche. Eineinhalb Stunden waren einfach zu kurz – stellten die Elsoffer fest.

Kommentare im Vorfeld ließ sich die Jury nicht entlocken. Kommissionsleiterin Annegret Dedden, die nur ein einziges Mal im Leben in Bad Berleburg weilte – und das im Dunkeln – sprach von einem »angenehmen Rundgang.« Nur Ulrich Irle, Wettbewerbs-Urgestein und seinerzeit beim Kreis Siegen-Wittgenstein im Amt, machte kein Hehl aus seiner Begeisterung. Er freute sich über die Entwicklung des Ortes und stellte fest: »Es ist toll zu sehen, was hier in den letzten Jahren passiert ist. Ich komme immer wieder gerne hier hin.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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