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Auf der Parkbank oder an der Fleischtheke
Ulla Belz ist immer bereit für ein Gespräch

Die Gestaltung des Bad Berleburger Goetheplatzes war lange Zeit strittiges Thema in der Odebornstadt. Es sei aber gut, wie die Bürgerschaft mit einbezogen worden sei, so Ortsvorsteherin Ulla Belz.
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schn Bad Berleburg. Unsere Dörferserie macht gleich am Anfang einen Ausflug in ein ungewöhnliches „Dorf“. Ob denn die Bad Berleburger Kernstadt als Dorf zähle, möchte Ulla Belz direkt zu Beginn des Gesprächs mit der SZ wissen. Natürlich zählt auch die Kernstadt dazu, schließlich gibt es hier eine Ortsvorsteherin. Wie sich schnell herausstellt, sind die Aufgaben und Anliegen im größten Stadtteil der Stadt der Dörfer anders gelagert als rund um die Kernstadt herum. „Die Größe macht es, dass hier alles etwas anonymer ist“, berichtet Belz. Dennoch will die pensionierte Lehrerin nicht auf die persönlichen Gespräche verzichten. Sie habe es sich zur Maxime gemacht, auf jedes Gespräch einzugehen, „egal ob auf der Parkbank oder an der Fleischertheke.

schn Bad Berleburg. Unsere Dörferserie macht gleich am Anfang einen Ausflug in ein ungewöhnliches „Dorf“. Ob denn die Bad Berleburger Kernstadt als Dorf zähle, möchte Ulla Belz direkt zu Beginn des Gesprächs mit der SZ wissen. Natürlich zählt auch die Kernstadt dazu, schließlich gibt es hier eine Ortsvorsteherin. Wie sich schnell herausstellt, sind die Aufgaben und Anliegen im größten Stadtteil der Stadt der Dörfer anders gelagert als rund um die Kernstadt herum. „Die Größe macht es, dass hier alles etwas anonymer ist“, berichtet Belz. Dennoch will die pensionierte Lehrerin nicht auf die persönlichen Gespräche verzichten. Sie habe es sich zur Maxime gemacht, auf jedes Gespräch einzugehen, „egal ob auf der Parkbank oder an der Fleischertheke.“ Ulla Belz will immer ein offenes Ohr haben und der Kontakt wird dankend angenommen, häufig per Telefon oder eben ganz persönlich. In den sozialen Medien ist sie ganz bewusst nicht unterwegs, dazu fehle ihr die Beziehung zu diesen Medien.

Baustellen oft eine ganz andere Hausnummer 

Und so habe sie sich auch ganz bewusst dagegen entschieden. Die Baustellen, die sie zu bearbeiten habe, seien oft eine ganz andere Hausnummer als in anderen Dörfern. Aber das sei wohl normal und vor allem eine Frage der Einwohnerzahl. Auch wenn viele Fragen direkt im Rathaus landen, ist sie davon überzeugt, dass die Kernstadt ebenso einen Ortsvorsteher braucht wie alle anderen Stadtteile auch. Für Ulla Belz ist ihr Amt ein Bindeglied zwischen Stadt und „Dorf“, quasi eine besondere Interessenvertretung. Da sieht sie sich auf Augenhöhe mit ihren Kollegen. „Ich halte auch nichts davon, dass die Kernstädte direkt am Rathaus hängen, eine solche Sonderbehandlung ist nicht gut“, so Ulla Belz deutlich. Das Verhältnis zwischen Bad Berleburg und seinen Dörfern sei in der Vergangenheit ja nicht immer gut gewesen, aber mit dem Weg der „Stadt der Dörfer“ habe man die richtige Richtung eingeschlagen, enger zusammen zu kommen. In einer Zoom-Konferenz, zu der Anke Fuchs-Dreisbach eingeladen habe, habe sie überrascht festgestellt, dass es in Kreuztal keine Ortsvorsteher gebe.

Einige größere Projekte auf der Agenda

Neben dem alltäglichen Klein-Klein hat Ulla Belz auch einige größere Projekte auf der Agenda. „Ich wusste nicht, was für ein großes Thema der Friedhof ist“, sagt die Ortsvorsteherin, die seit 2014 im Amt ist. Der städtische Friedhof soll ein Update erfahren und attraktiver werden. Gleichzeitig werden ungenutzte Flächen aufgegeben. „Wir können nicht alles an allen Stellen anbieten“, macht die Ortsvorsteherin deutlich. Den Friedhof hat sie zu ihrem Projekt gemacht und wartet auf Fördermittel für ein Nachhaltigkeitsprojekt. Das Areal soll nach und nach ein anderes, höherwertiges Aussehen erhalten. Das habe schon viele Diskussionen gekostet. Aber auf solche Debatten lässt sich Ulla Belz ein, wenn sich danach etwas zum Positiven entwickelt.

Auch Regionalplan ein Thema

So wird sie auch zum Regionalplan nicht schweigen: „Da werden wir noch viel diskutieren müssen, so kann das nicht zu Bad Berleburg passen.“ Dabei sieht sie, wie viele andere auch, den Bau von Windkraftanlagen als größten Streitpunkt, dazu will sie sich detailliert äußern. „Ich hänge an Berleburg“, sagt Ulla Belz und beschreibt damit ihre Motivation und ihre Streitbarkeit. Die hat sie schon in ihrer Zeit als Vorsitzende des Stadtsportverbandes unter Beweis gestellt. In dieser Phase sei auch die Idee gereift, in die Politik zu gehen, nachdem sie von Hermann Kaiser angesprochen worden war. Die Entlassung aus dem Schuldienst passte zeitlich: „Neben dem Beruf hätte ich eine solche Aufgabe nicht übernommen.“ Nach und nach ist Ulla Belz in ihr Amt gewachsen, hat ihre Prioritäten gesetzt und sitzt auch im Stadtrat.

Für sie ist der Ortsvorsteher immer die Stimme des Dorfes und hat die Interessen direkt zu vertreten. Das ist in der Kernstadt natürlich nicht immer einfach, da die Meinung doch stark auseinander gehen. Ein Beispiel ist der Goetheplatz. Belz lobt die Arbeit des Bürgerrates, der das Konzept der Neugestaltung erarbeitet hat. Sicher ist der Platz nicht jedermanns Geschmack, doch es sei gut, wie man die Bürgerschaft einbezogen habe, stellt die Ortsvorsteherin fest.

SZ-Sommerreise Es ist ruhig geworden in den Wittgensteiner Dörfern. Corona hat das öffentliche Leben lahmgelegt, es gibt keine Feste, keine Veranstaltungen, keine Versammlungen. Aber es gibt dennoch Gesprächsstoff in den Ortschaften – und Ideen, wie man das Leben im Dorf weiter voranbringen kann. Deswegen startet die Siegener Zeitung heute auf ihre Sommerreise durch die Wittgensteiner Dörfer und hört sich um: Welche Projekte stehen an im Ort? Wo drückt der Schuh und welche Probleme gibt es? Was läuft gut und was läuft schlecht? Die Siegener Zeitung trifft sich mit den Ortsvorstehern. Sie sind nicht nur Bindeglied ins Rathaus und die ersten Ansprechpartner für die Dorfbewohner, sondern sie sind auch die Sprecher ihres Dorfes. „Insen Bürjermaester“ soll einen Einblick geben, was aktuell in den Ortschaften los ist.
Die Gestaltung des Bad Berleburger Goetheplatzes war lange Zeit strittiges Thema in der Odebornstadt. Es sei aber gut, wie die Bürgerschaft mit einbezogen worden sei, so Ortsvorsteherin Ulla Belz.
Bad Berleburgs Ortsvorsteherin Ulla Belz.
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SZ Redaktion aus Siegen

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