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Johannes-Althusius-Gymnasium
Umstellung auf G9 bietet Raum für neue Inhalte

Thorsten Schneider, Stellvertreter des Elternrats und Mitglied der Schulkonferenz, Clemens Binder, Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums Bad Berleburg, Christoph Achenbach, stellvertretender Schulleiter und Benjamin Bartels, Vorsitzender der Elternpflegschaft (v. l.), stellten am Donnerstagabend die Beschlüsse zur G9-Rückkehr vor.
  • Thorsten Schneider, Stellvertreter des Elternrats und Mitglied der Schulkonferenz, Clemens Binder, Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums Bad Berleburg, Christoph Achenbach, stellvertretender Schulleiter und Benjamin Bartels, Vorsitzender der Elternpflegschaft (v. l.), stellten am Donnerstagabend die Beschlüsse zur G9-Rückkehr vor.
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sabe Bad Berleburg. Die Einführung von G8 hat in der Umsetzung weder in Schulen noch in der breiten Öffentlichkeit ihre notwendige Akzeptanz gefunden. Nachmittagsunterricht, verstärkter Leistungs- und Zeitdruck, viele Hausaufgaben und in der Konsequenz weniger Zeit für Hobbys und Freunde – summa summarum: für die so wichtige individuelle Entwicklung. Somit die Leitentscheidung der NRW-Koalition in diesem Jahr: Alle Gymnasien, die sich nicht aktiv für eine Beibehaltung von G8 aussprechen, kehren zum G9-Modell zurück. Hierbei wird darauf gesetzt, dass die Betroffenen vor Ort selbst am besten wissen, was ihre Bedürfnisse sind.

Am Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium stand und steht das Jahr 2019 im Zeichen dieser bedürfnisorientierten Beschlussfindung.

sabe Bad Berleburg. Die Einführung von G8 hat in der Umsetzung weder in Schulen noch in der breiten Öffentlichkeit ihre notwendige Akzeptanz gefunden. Nachmittagsunterricht, verstärkter Leistungs- und Zeitdruck, viele Hausaufgaben und in der Konsequenz weniger Zeit für Hobbys und Freunde – summa summarum: für die so wichtige individuelle Entwicklung. Somit die Leitentscheidung der NRW-Koalition in diesem Jahr: Alle Gymnasien, die sich nicht aktiv für eine Beibehaltung von G8 aussprechen, kehren zum G9-Modell zurück. Hierbei wird darauf gesetzt, dass die Betroffenen vor Ort selbst am besten wissen, was ihre Bedürfnisse sind.

Am Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium stand und steht das Jahr 2019 im Zeichen dieser bedürfnisorientierten Beschlussfindung. „Auf der Schulkonferenz am 12. Juni 2019 wurden die Entwicklungsstränge gebündelt und gefasst“, heißt es in einer Pressemitteilung des Johannes-Althusius-Gymnasium. Während einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag wurden diese Prozesse mit Geist gefüllt, mit Begründungen und Zielen, denn: „Das sind für das JAG bemerkenswerte Entscheidungen, profilierende“, so formulierte es Clemens Binder, Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums.

„Es war ein ehrlicher und kritischer Prozess mit allen Beteiligten, Eltern, Lehrern und Schülern.“ Und weiter: „Wir haben gemeinsam entschieden, wo wir die Schwerpunkte setzten wollen.“ Kern und Motivation dieser Neuerungen seien dabei mehr Zeit und Hinwendung zu den Kindern – mehr Raum für die Individualisierung. Dabei habe sich viel „Raum für neue Inhalte“ ergeben, wie es Thorsten Schneider, Vorsitzender der Elternpflegschaft, formulierte. „Es wird nicht einfach die Uhr zurückgedreht und Inhalte, die während G8 weggefallen sind, einfach wiederholt, sondern neu aufgearbeitet und umgesetzt.“ – Die einschlägigsten Neuerungen im Überblick:

• Um Materialwege und -lagerung zu vereinfachen und dem Klassenraumprinzip (Klasse 5 bis 8) weiterhin gerecht zu werden, sollen bis zum Schuljahr 2023/24 seitens des Schulträgers drei neue Klassenräume eingerichtet werden.

• Informationstechnische Grundbildung, kurz ITG, als zusätzliche Unterrichtsveranstaltung, wird als Reaktion auf die stets voranschreitende Digitalisierung in der Wirtschaftswelt mit in den Unterricht verflochten. „Wir wollen unsere Schüler gut vorbereitet wissen“, so Clemens Binder. Denn auch wenn Kinder mittlerweile als „Digital Natives“ aufwachsen würden, bedürfe es trotzdem eines strukturierten Umgangs, so Benjamin Bartels, Stellvertreter des Elternrats. „Es geht um eine Standardisierung bei Arbeitsprozessen oder auch die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Medien“, so Christoph Achenbach, stellvertretender Schulleiter des JAG.

• In den Klassen 5 bis 7 wird der Klassenleitung für das ganze Schuljahr eine sogenannte Klassenleitungsstunde zur Verfügung gestellt. Im ersten Halbjahr der Klasse 5 wird in dieser Stunde das Curriculum „Lernen lernen“ bearbeitet und die Klassengemeinschaft geprägt. Hierbei soll im Anschluss auf die Methode zur „klasseninternen Förderung“ hingearbeitet und wöchentlich durchgeführt werden.

• In den Klassen 8 und 9 kommt eine (wöchentliche oder vierzehntägige) Klassenleitungsstunde zur Studien- und Berufsorientierung beziehungsweise zur individuellen Förderung hinzu.

• Das bewährte Konzept der individuellen Förderung beispielsweise mit Bestandteilen von klasseninternen Förderstunden (leistungsstarke Schüler helfen leistungsschwächeren Schülern), in den Klassen 5 bis 7 wird beibehalten und ausgebaut.

• Im Fahrtenkonzept wird eine Abschlussfahrt in der 10. Klasse nach Berlin (zusätzlich zu den bereits gesetzten) hinzugefügt. „Jeder Berleburger sollte einmal in Berlin gewesen sein“, lachte Clemens Binder.

• Nachmittagsunterricht wird gekürzt und die Stundentafeln werden entzerrt. In der Jahrgangsstufe 9 soll es somit nur einmal pro Woche Nachmittagsunterricht geben, in der Jahrgangstufe 10 eineinhalbmal.

Die Rückkehr von G8 zu G9 habe trotzdem noch Hürden, die gemeistert werden müssten, wie beispielsweise für Wiederholer des G8-Jahrgangs, so Clemens Binder. Allerdings gebe es dafür bereits „Auffanglösungen“ und: „Erstmal werden die Probleme mit der Rückkehr zu G9 weniger, nicht mehr.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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