Wisent-Artenschutzprojekt
Umweltministerin will „eine einvernehmliche Lösung“

Das Wisent-Projekt hat offenbar in vielerlei Hinsicht zwei Seiten. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nimmt vor ihrem Besuch in Schmallenberg an Aschermittwoch alle Beteiligten in die Pflicht.  Foto: Archiv
  • Das Wisent-Projekt hat offenbar in vielerlei Hinsicht zwei Seiten. Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nimmt vor ihrem Besuch in Schmallenberg an Aschermittwoch alle Beteiligten in die Pflicht. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

sz/vö Schmallenberg/Bad Berleburg. Zum Artenschutzprojekt des Trägervereins Wisent-Welt-Wittgenstein findet auf Einladung der Stadt Schmallenberg am kommenden Mittwoch, 26. Februar (17 Uhr), in Schmallenberg eine Erörterung zur weiteren Entwicklung des Projekts statt. Das teilte das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz am Dienstag mit. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) wird an dem Termin teilnehmen. Im Vorfeld des Treffens bezieht die Ministerin allerdings deutlich Position: „Zum bisherigen Stand der Vereinbarungen gibt es zwischenzeitlich offenbar unterschiedliche Positionen zur Zaunführung und zur Befriedung der Situation vor Ort. Das Treffen dient dazu, mit allen Beteiligten konstruktiv zu sprechen. Noch ist nichts abschließend entschieden. Mein Ziel bleibt eine einvernehmliche Lösung.“ Das Ministerium und verschiedene Fachbehörden begleiten den Verlauf des regionalen Projekts „im Interesse des Natur- und Artenschutzes“.

Am 27. März 2019 fand eine Sitzung der Koordinierungsgruppe unter Moderation von Ministerin Ursula Heinen-Esser mit dem Ziel statt, eine einvernehmliche Lösung vorzubereiten. Damals wurde vereinbart, das Projekt neu aufzusetzen und die seit 2013 laufende Freisetzungsphase für die nächsten drei bis fünf Jahre in einem neu abgegrenzten Projektgebiet im Hochsauerlandkreis und im Kreis Siegen-Wittgenstein im Wesentlichen auf Staatswaldflächen zu begrenzen. „Seither arbeiten alle Akteure mit Hochdruck an einer Realisierung des neu abzugrenzenden Projektgebiets im Hochsauerlandkreis und im Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Errichtung einer rechtskonformen Zaunanlage in einem FFH-Gebiet erfordert verschiedene Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Forst-, Naturschutz- und Baubehörden inclusive einer Vielzahl von prüffähigen Unterlagen einschließlich einer Bestandsaufnahme der schutzwürdigen Arten, Biotope und Lebensraumtypen. Auch eine Darstellung der konkreten Vermeidungs- und Schadensminderungsmaßnahmen ist erforderlich“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zuletzt hatte sich der Schmallenberger Rat in Form einer mehrheitlich verabschiedeten Resolution gegen das Wisent-Projekt positioniert. Druck gegen das Artenschutzprojekt übt zudem offenkundig die Dorfgemeinschaft Latrop aus, die sich mit der Initiative „Latrop wehrt sich!“ dagegen wendet, dass die Umgebung ihrer Ortschaft zu dem angepeilten Projekt-Gebiet gehören soll. Demnach haben die Latroper, die mit ihren gastronomischen Betrieben gewöhnlich gerne Wittgensteiner Wanderer und Radfahrer empfangen und Umsätze generieren, Stellungnahmen verfasst, die sowohl an das Ministerium als auch an den Landrat des Hochsauerlandkreises, Dr. Karl Schneider, sowie Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe gegangen sein sollen. Ausgewählte Medienvertreter haben nach SZ-Informationen eine Einladung zu einem Pressetermin am kommenden Freitag in der Schmallenberger Stadthalle erhalten.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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