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Das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests und die Auswirkungen
Und plötzlich wird das Stäbchen teuer

Kostenfrei war einmal: Wer nicht geimpft oder genesen ist beziehungsweise unter gewisse Ausnahmeregelungen fällt, der muss seit rund einer Woche für den Corona-Schnelltest zahlen.
  • Kostenfrei war einmal: Wer nicht geimpft oder genesen ist beziehungsweise unter gewisse Ausnahmeregelungen fällt, der muss seit rund einer Woche für den Corona-Schnelltest zahlen.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

ll Wittgenstein. Wer nicht geimpft oder genesen ist beziehungsweise unter gewisse Ausnahmeregelungen fällt, für den heißt es seit knapp einer Woche beim Corona-Test: „Zahlen, bitte“. Doch welche Auswirkungen hat das Ende der kostenlosen Schnelltests auf die Nachfrage? Wie reagieren die Menschen darauf? Und was heißt das für die Zukunft lokaler Teststellen? Die SZ hat sich in Wittgenstein umgehört. „Die Kunden wissen, was auf sie zukommt und reagieren sehr verständnisvoll“, erklärt beispielsweise Karsten Wolter von der Kur Apotheke in Bad Berleburg, der dabei auch ausdrücklich die mediale Aufbereitung des Themas im Vorfeld unter anderem in der Siegener Zeitung lobt.

ll Wittgenstein. Wer nicht geimpft oder genesen ist beziehungsweise unter gewisse Ausnahmeregelungen fällt, für den heißt es seit knapp einer Woche beim Corona-Test: „Zahlen, bitte“. Doch welche Auswirkungen hat das Ende der kostenlosen Schnelltests auf die Nachfrage? Wie reagieren die Menschen darauf? Und was heißt das für die Zukunft lokaler Teststellen? Die SZ hat sich in Wittgenstein umgehört. „Die Kunden wissen, was auf sie zukommt und reagieren sehr verständnisvoll“, erklärt beispielsweise Karsten Wolter von der Kur Apotheke in Bad Berleburg, der dabei auch ausdrücklich die mediale Aufbereitung des Themas im Vorfeld unter anderem in der Siegener Zeitung lobt. Niemand sei von der Kostenpflicht überrascht worden, weshalb es bisher keinerlei Unmutsäußerung seitens der Kundschaft gegeben habe.

Wir betrachten es nicht als Einnahmequelle, sondern als Service am Bürger.
Kai-Uwe Jochims
über die Drive-In-Teststelle
in der Tierarztpraxis Arfeld

Überwiegend auf Verständnis treffen auch die Mitarbeiterinnen in der Tierarztpraxis Arfeld, die seit 12. April eine eigene Drive-In-Bürgerteststelle anbietet. Wenngleich, so hat Kai-Uwe Jochims beobachtet, der Beratungs- bzw. Nachfragebedarf in der vergangenen Woche merklich gestiegen sei. So würden gerade Geimpfte durchaus einmal kritisch nachfragen, warum sie trotz vollständigem Impfschutz für einen Corona-Test zahlen müssten. „Uns sind da aber die Hände gebunden.

Die Vorgaben vom Bund sind hier eindeutig und lassen keinen Spielraum“, so Jochims. Demnach sind Corona-Tests nur noch für Minderjährige (bis 31. Dezember) beziehungsweise Personen unter zwölf Jahren, Schwangere, nach Quarantäneanordnung Freizutestende, Personen, die aus nachweislich medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, Studierende aus dem Ausland, die mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden (bis 31. Dezember) sowie Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen, kostenfrei.

Generell, so berichtet Apotheker Karsten Wolter, seien die Kosten für die Tests im Rahmen einer gewissen Preisspanne frei kalkulierbar. Vor Ort fallen – wie in der Tierarzpraxis in Arfeld im Übrigen auch – für einen Corona-Test derzeit 17,50 Euro an, wobei man auf dringenden Kundenwunsch hin in der Kur Apotheke einen Sonderpreis für Auszubildende, Schüler und Studenten festgelegt hat. Diese zahlen nur 11,50 Euro. „Das war ein Entgegenkommen unsererseits“, betont Karsten Wolter.
Wladimir Folenweider vom Testzentrum Wittgenstein in Bad Laasphe liegt nach eigenen Angaben mit seinem Angebot preislich sogar noch darunter. 10 Euro müsse der Kunde derzeit für einen Antigen-Schnelltest zahlen. Auch aus diesem Grund sei die Nachfrage zwar zurückgegangen, aber immer noch hoch, berichtet der Bad Laaspher. „Vor allem Familien mit Kindern kommen derzeit vorbei, da sich die Kids für etwaige Ferienspiele und Aktivitäten freitesten lassen. In Stoßzeiten im Sommer haben wir bis zu 200 Tests an einem Tag durchgeführt, aktuell sind es immer noch zwischen 80 und 100“, so Folenweider, der das Testzentrum auf Privatinitiative betreut.

Noch deutlich bemerkbarer macht sich der Rückgang beim Drive In in Arfeld. Hatte man dort zu Hochzeiten im Juni/Juli über 100 Tests pro Tag, so sind es aktuell zwischen 20 und 25. Dieser Trend sei aber schon vor dem Ende der kostenlosen Tests erkennbar gewesen und hänge nicht zwangsläufig damit zusammen, verdeutlicht Kai-Uwe Jochims. Für ihn ist klar: „Finanziell lohnt es sich eigentlich nicht mehr. Aber wir wollen das Angebot auf jeden Fall aufrechterhalten, da wir es nicht als Einnahmequelle, sondern als Service am Bürger betrachten.“ Noch könne er zwar keine seriöse Prognose zur möglichen Entwicklung abgeben, da die Zahlen aufgrund der Herbstferien noch nicht wirklich aussagekräftig seien, aber er rechne schon mit einem weiteren spürbaren Rückgang, so Jochims.

Diese Einschätzung teilt auch Margit Strack vom Test-Team der Kur Apotheke in Bad Berleburg, wo die unter 17-Jährigen aktuell einen Anteil von 75 bis 80 Prozent aller Getesteten ausmachen. „Wir stellen uns darauf ein, dass es nach den Herbstferien weniger wird. Von einem ,Einbruch‘ würde ich allerdings nicht direkt sprechen.“ Letztlich würden weniger Tests im Umkehrschluss ja auch einen positiven Effekt haben, erinnert Karsten Wolter: „Das ist ja auch das Ziel der Übung: Dass die Durchimpfungsrate noch weiter steigt und immer weniger Tests benötigt werden.“

Autor:

Lars Lenneper

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