Unfallflucht-Urteil mit vier Wochen Verspätung

jg Bad Berleburg. Vor vier Wochen ging es im Berleburger Amtsgericht um einen Unfall und eine anschließende Fahrerflucht. Ende Januar kam es an der Landesstraße 718 in Sassenhausen zu einem Unfall. Ein Auto war bei dem Schneematsch in einer Kurve zu schnell unterwegs, schleuderte von der Straße und gegen eine Zaun, an dem ein Schaden von 1200 Euro entstand. Der Angeklagte hatte vor vier Wochen zugegeben, dass er zwar vom rechten Weg abgekommen war, aber dabei habe er doch keinen Zaun kaputtgemacht. Das war auch gestern zunächst einmal seine Position. Vielleicht hätte ja noch ein anderes Auto nach ihm in der gleichen Nacht nochmal an der gleichen Stelle ein Unfall gehabt.

Dann befragte das Gericht allerdings die diesmal einbestellten drei Zeugen, und eindeutig bestätigten sie die Vorwürfe aus der Anklageschrift. Als der 22-jährige Berleburger die Zeugen gehört hatte, war der junge Mann plötzlich so überzeugt, dass er es nicht mehr ausschließen wollte, dass er tatsächlich den Zaun demoliert hatte. Der junge Mann ist in Verkehrssachen ohnehin kein unbeschriebenes Blatt: Seit Januar 2008 ist er dreimal bei Fahrten unter Einfluss von Betäubungsmitteln erwischt worden, und zweimal war er - polizeibekannt - zu schnell unterwegs. Im April ist ihm der Führerschein entzogen worden. Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel war sichtbar erbost darüber, dass man erst jetzt zu dem Ergebnis kam, das man schon vor vier Wochen problemlos hätte haben können. Auch wenn sie ein Geständnis strafmildernd berücksichtigen müsse, sei ein Geständnis am Anfang eines Prozesses doch deutlich anders zu werten als eines am Ende der Beweisaufnahme. Für die Ordnungswidrigkeit des Unfalls solle der Angeklagte 35 Euro zahlen und für die Fahrerflucht eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 10 Euro. Darüberhinaus beantragte die Frau von der Staatsanwaltschaft ein dreimonatiges Fahrverbot. Verteidigerin Dunja Veller betonte weiterhin, dass ihr Mandant die Tat nicht absichtlich begangen habe, sie plädierte denn auch nur für „ein angemessenes Urteil“.

Das sah am Ende genauso aus, wie von Judith Hippenstiel zuvor beantragt. Außer den 35 Euro für die Ordnungswidrigkeit „Unfall“ muss der 22-Jährige noch eine 500-Euro-Geldstrafe zahlen. Außerderm erhielt der Angeklagte ohne Führerschein noch ein Fahrverbot. Das klingt doppelt gemoppelt. Doch er darf dann nicht nur kein Autos fahren, sondern „nichts, was knattert“ im Straßenverkehr bewegen, wie es ihm Richter Torsten Hoffmann sehr anschaulich erklärte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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