BIS AUF WEITERES
Unser Prügelknabe

SZ-Redakteur Björn Weyand.

Wenn es beim Smalltalk hakt, weil die Gesprächspartner entweder überhaupt keine Gemeinsamkeiten oder aber viele Themen wie Corona, Politik, Arbeit und Fußball längst schon rauf und runter bequatscht haben, dann hilft am Ende nur noch eines: über das Wetter palavern. Das dürfte jeder von uns kennen. Wenn das Wetter jedoch Gefühle hätte, könnte es einem richtig leid tun. Wetter kann es ja niemandem recht machen.
Zu trocken, zu regnerisch, zu heiß, zu kalt – auf das Wetter haut jeder gerne drauf, es kann sich ja auch nicht wirklich wehren. Da läuft der Smalltalk ganz plötzlich auf Hochtouren, wenn die Beteiligten sich auf diesen gemeinsamen Feind einschießen können. Das Wetter dient uns allen als Prügelknabe.
Besonders absurd wird es jedoch, wenn das Wetter mit dem Klima verknüpft wird, obwohl es zwei völlig unterschiedliche Begriffe sind. Deswegen zur Klarstellung: Wetter ist ein kurzfristiger Zustand und es bezeichnet das, was wir jeden Tag erleben. Wetter ist somit das, was wir sehen, wenn wir aus dem Fenster schauen. Klima ist dagegen ein langfristiger Zustand. Es bezeichnet den typischen Wetterverlauf an einem Ort, gemessen über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren.
Dass dieser Sommer, verglichen mit den letzten drei Dürrejahren, etwas kälter und nasser ist, ändert rein gar nichts am grundsätzlichen Klimawandel. Wer noch nicht davon überzeugt ist, dass es den wirklich gibt und wir mittendrin sind, sollte sich mal die Wälder rund um Feudingen, auf dem Hainberg und im Ilsetal, oder auch zwischen Erndtebrück und Zinse anschauen. Beziehungsweise das, was davon übrig ist.
Aber zurück zum Wetter, des Deutschen liebsten Prellbock. Ich möchte an dieser Stelle das Wetter mal in Schutz nehmen, auch wenn ich mich nicht davon freisprechen kann, dass ich es selbst schon beschimpft habe. Wetter ist das, was wir draus machen. Wenn es 35 Grad sind, sollten wir nicht über die Hitze schimpfen, sondern einfach im Schatten bleiben und Siesta machen. Wenn es regnet, helfen Schirm und die richtige Kleidung. Es kann eben nicht immer 25 Grad mit Sonnenschein, ein paar kleineren Wölkchen und einer leichten Brise sein.

b.weyand@siegener-zeitung.de

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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