Unterschrift der Mutter auf Überweisungen gefälscht

jg Bad Berleburg. Verfahren aussetzen oder Gefängnisstrafe ohne Bewährung - das waren die beiden Möglichkeiten, die es gestern im Berleburger Amtsgericht gab. Auf der Anklagebank saß ein 28-jähriger Berleburger, dem vorgeworfen wurde, dass er in knapp zweidreiviertel Jahren auf diversen Überweisungsträgern und Lastschriften die Unterschrift seiner Mutter gefälscht habe, um von deren Konto eigene Rechnungen zu bezahlen. Dabei ging es um Telefongebühren genauso wie in der Mehrzahl um Rechnungen für den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie. Wobei die Familie eigentlich nur noch aus ihm und seiner Mutter bestand. Der Bruder ist in einem betreuten Wohnen, die Schwester weiter weg verheiratet.

Weshalb er all das getan habe, um den Hof zu erhalten, wollte Richter Torsten Hoffmann wissen. Als Antwort gab es erst ein Schulterzucken und dann die Entschuldigung, dass er doch nun einmal mit der Landwirtschaft groß geworden sei. Wären alle Überweisungen glatt gegangen, dann hätte sich der Schaden für die Mutter, die inzwischen pflegebedürftig bei ihrer Tochter lebt, auf 3100 Euro belaufen. Letztendlich gingen jedoch nur ganz am Anfang Überweisungen durch, so dass es insgesamt 700 Euro waren, die sich der Angeklagte mit gefälschten zeUnterschriften ergaunerte. Die übrigen 2400 Euro warten noch heute auf ihre Bezahlung.

Kompliziert wurde die Sache dadurch, dass der Angeklagte im Sommer 2008 zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden war. Und obwohl er seine 250 Sozialstunden treu und brav und schnell abgeleistet habe, charakterisierte Bewährungshelfer Reinhold Vater die Zusammenarbeit mit dem Mann dennoch als schwierig. Der habe definitiv keinen Überblick über seine finanzielle Gesamtsituation, spiele nicht mit offenen Karten und wenn sich Menschen seinem Haus näherten, die ihm helfen wollten, gebe es dort „einen bissigen Hund mit ziemlich langen Zähnen“.

Pflichtverteidiger Norbert Hartmann und Reinhold Vater suchten in einer Sitzungsunterbrechung das gemeinsame Gespräch mit dem Angeklagten, der danach zustimmte, dass ein Sachverständiger ihn anschaue, um einerseits Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit zu begutachten, andererseits um die Betreuungsbedürftigkeit des Mannes zu ermitteln. Eindringlich warnte Torsten Hoffmann den Angeklagten, weitere Straftaten bis zum nächsten Termin zu begehen. Das Verfahren wurde ausgesetzt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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