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Abtritt politischer Urgesteine in Wittgenstein (Teil 4)
Uwe Weinhold

Das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg kennt Uwe Weinhold bestens – seit 1995 hat er dort zahlreiche politische Sitzungen absolviert. Nun verlässt er die Stadtverordnetenversammlung. Von der Bildfläche will er aber nicht verschwinden.
  • Das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg kennt Uwe Weinhold bestens – seit 1995 hat er dort zahlreiche politische Sitzungen absolviert. Nun verlässt er die Stadtverordnetenversammlung. Von der Bildfläche will er aber nicht verschwinden.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

Das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg kennt Uwe Weinhold bestens – seit 1995 hat er dort zahlreiche politische Sitzungen absolviert. Nun verlässt er die Stadtverordnetenversammlung. Von der Bildfläche will er aber nicht verschwinden. Foto: Timo Karl
tika Bad Berleburg. Eines zieht sich wie ein roter Faden durch die politische Karriere von Uwe Weinhold – und letztlich durch sein Leben: Der Christdemokrat vertritt seine Meinung, er diskutiert, argumentiert – und revidiert, wenn nötig. Dieser Linie ist er in den 25 Jahren seiner Mitgliedschaft in der Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg stets treu geblieben, notfalls auch wider seiner eigenen Fraktion.

Das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg kennt Uwe Weinhold bestens – seit 1995 hat er dort zahlreiche politische Sitzungen absolviert. Nun verlässt er die Stadtverordnetenversammlung. Von der Bildfläche will er aber nicht verschwinden. Foto: Timo Karl
tika Bad Berleburg. Eines zieht sich wie ein roter Faden durch die politische Karriere von Uwe Weinhold – und letztlich durch sein Leben: Der Christdemokrat vertritt seine Meinung, er diskutiert, argumentiert – und revidiert, wenn nötig. Dieser Linie ist er in den 25 Jahren seiner Mitgliedschaft in der Stadtverordnetenversammlung von Bad Berleburg stets treu geblieben, notfalls auch wider seiner eigenen Fraktion. „Ich bin gnadenlos offen und ehrlich, jedoch immer mit dem Bewusstsein, konstruktiv-kritisch zu sein“, betont der 59-Jährige, der seine politischen Ämter in der Kurstadt niederlegen muss – nach seiner Hochzeit zieht das CDU-Mitglied nach Erndtebrück.

Nerven wie Drahtseile

„Die Politik hat mir Spaß gemacht, auch wenn man dafür Nerven wie Drahtseile benötigt – und manchmal schlaflose Nächte hat“, sagt der Mann, der Hauptkommissar bei der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein ist. Dass sein beruflicher Werdegang dabei auch Einfluss auf sein politisches Handeln hat, verhehlt Uwe Weinhold nicht – schon wenn es darum geht, seine eigene Meinung zu vertreten.

Uwe Weinhold in Fußstapfen des Vaters getreten

Dass er überhaupt eine langjährige kommunalpolitische Karriere absolviert hat und das Parteibuch der CDU seit 1989 innehat, „verdankt“ der gebürtige Berghäuser seinem Vater Heinrich Weinhold, in dessen Fußstapfen er 1995 getreten ist. Seine Parteizugehörigkeit ist aus seiner Sicht zweitrangig, „ich hätte auch zur SPD gehen können. Mein Vater war aber in der CDU, er war als Politiker ebenso ein Charakterkopf wie seine Fraktionskollegen – das hat mich geprägt. Die haben auf demokratische Weise gekämpft wie die Löwen.“

Oberster Dienstherr der Kreispolizeibehörde

Auch deshalb hat er sich niemals einem Fraktionszwang hingeben wollen, „das wird auch keiner schaffen“, erklärt der passionierte Kommunalpolitiker, der zudem 14 Jahre lang Schatzmeister des CDU-Kreisverbandes war und weiterhin im Vorstand tätig ist. Um einen Sitz im Kreistag darf er sich aber nicht bewerben – der Landrat ist oberster Dienstherr der Kreispolizeibehörde, ein politisches Mandat im Kreistag ist für Uwe Weinhold aufgrund dieses Interessenkonflikts von Gesetzes wegen nicht möglich. Dabei wäre dies für ihn wohl kein Problem: „Ich habe den politischen Gegner immer sehr, sehr ernst genommen. Es geht nicht um Parteipolitik, sondern um Menschen. Und wenn der politische Gegner Argumente bringt, die mich eines Besseren belehren, dann stimme ich mit dem Gegner“, erklärt Uwe Weinhold sein politisches Credo.

Christdemokrat für Heimatdorf Berghausen eingesetzt

Demokratische Grundsätze waren ihm dabei stets das wichtigste Anliegen – diese gelte es zu bewahren, auch durch das Engagement nachfolgender Generationen: „Wir leben in einer Demokratie, und in einer solchen muss man sich Mehrheiten beugen. Von mir kann jeder das letzte Hemd haben, aber wer gegen die demokratische Grundordnung verstößt, für den habe ich nichts übrig.“ In seiner gesamten Zeit als Stadtverordneter hat er sich für die Weiterentwicklung seines Heimatdorfs Berghausen, aber auch für die vielzitierte „Stadt der Dörfer“ eingesetzt. Persönlich lagen und liegen ihm alle Generationen am Herzen. „Wir sollten für Bad Berleburg und darüber hinaus alles tun, um das Leben für Alt und Jung lebenswert zu erhalten“, konstatiert Uwe Weinhold. Nicht alles ist ihm in seiner politischen Karriere gelungen – etwa die nötige Unterstützung bei der Umsetzung der Route 57. „Ich fahre seit 40 Jahren beruflich nach Siegen – es hat sich nichts geändert. Jeder Feldweg ist besser als diese Landstraße.“

Keine Windräder im Wald

Doch so, wie er sich einst mit dem Auer Karsten Treude von der Jungen Union und Werner Born von Ejot für den Neubau der Landesstraße 553 zwischen Aue und Berghausen eingesetzt hat – am Ende mit Erfolg –, will er sich auch künftig engagieren. „Ich bin kein Gegner der Energiewende, aber die Menschen in Wittgenstein haben immer nachhaltig gewirtschaftet. Denen muss man jetzt keine Windräder in den Wald stellen. Es geht darum, das Paradies Wittgenstein touristisch zu erhalten.“ In der Stadtverordnetenversammlung hat er derweil die von allen Fraktionen befürwortete Resolution zur Abschaffung der Straßenbaubeiträge mitgetragen. „Das muss abgeschafft werden. Ich setze mich daher auch innerhalb der Partei dafür ein, dass dieser Paragraf rigoros abgeschafft wird“, sagt Uwe Weinhold, der die Gegner des Kommunalabgabengesetzes weiterhin aktiv unterstützen will – auch durch sein Wirken in der Kreis-CDU. Er lässt seinen Worten damit Taten folgen. Und schließt sich der Forderung des „politischen Gegners“ an.

Kulturell und politisch engagieren

Uwe Weinhold will sich nun kulturell, aber eben auch politisch engagieren. Aber: „Ich muss lernen loszulassen, das wird eine Herausforderung.“ Ob seines Umzugs zumindest in Bad Berleburg. Dass er in fünf Jahren seinen Hut in den politischen Ring von Erndtebrück wirft, kann er sich indes gut vorstellen. Still jedenfalls dürfte es auch nach der Kommunalwahl nicht um ihn werden. Es liegt im Naturell des 59-Jährigen, seine Meinung zu vertreten und diese nach außen zu tragen – den roten Faden in seinem Leben will Uwe Weinhold schließlich nicht verlieren.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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