Planungsradtour durch Bad Berleburg
Verbindung ins Sauerland könnte Touristen locken

Auf vielen breiten Straßen in Bad Berleburg könnten Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet werden. Ob diese aber auch wirklich ohne Gefahren genutzt werden können, wurde unter den Teilnehmern der Planungsradtour kritisch diskutiert.
  • Auf vielen breiten Straßen in Bad Berleburg könnten Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet werden. Ob diese aber auch wirklich ohne Gefahren genutzt werden können, wurde unter den Teilnehmern der Planungsradtour kritisch diskutiert.
  • Foto: schn
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

schn Bad Berleburg. Die Radwegekonzepte in Wittgenstein nehmen konkrete Formen an. Nun hatten die Planer zu Planungsradtouren eingeladen: Am Freitag machten sich die Radfahrer auch in Bad Berleburg auf den Weg und erkundeten neuralgische Stellen rund um die Kernstadt. Hier seien, so Planer Johannes Pickert, wahrscheinlich die wichtigsten Punkte zu klären. Natürlich wollte er von seinen Mitfahrern auch konkrete Vorstellungen und bisher nicht erwähnte Problemlagen in den Dörfern erfahren. Diese aber in Form einer Radtour anzufahren, „dazu ist Bad Berleburg dann leider zu groß“, so Pickert.

Touristische Impulse erhofft

Mit von der Partie war auch Christoph Koch, Bau-Dezernent der Stadt und Vorsteher des Zweckverbands Wittgenstein. Neben dem Radwegekonzept des Kreises Siegen Wittgenstein erstellt auch der Zweckverband einen Plan für den Altkreis. In der Odebornstadt sollen die Radwege zwei Funktionen erfüllen. So hofft die Stadt auf touristische Impulse, wie es sie z. B. im angrenzenden Sauerland gegeben hat. Solche Radwege für den Fremdenverkehr hatten auch die Teilnehmer im Kopf.

Verbindung ins Sauerland

Ein Vorschlag: eine Verbindung ins Sauerland, um von dort Tagestouristen anzulocken. Die Wittgensteiner Wälder böten viele tolle Wege, gleichzeitig sei die heimische Region nicht überlaufen. Doch Touristen möchten gerne durch Wälder fahren, Aussichten genießen und stark befahrene Straßen meiden. Das kann und wird im Konflikt zu Radwegen für Berufspendler stehen, verdeutlichte Johannes Pickert. Dort komme es auf Schnelligkeit und direkte Verbindungen an. Die Stadt wird sich also noch entscheiden müssen, wo die Prioritäten liegen.

Blick auf Berufspendler

Christoph Koch ließ schon durchblicken, dass man die unterschiedlichen Intentionen verbinden will. Ansonsten wird wohl gerade in der Kernstadt der Blick auf die Berufspendler gerichtet. Ein gutes Beispiel, das Bad Berleburg schon hat, ist der Radweg zwischen Kernstadt und dem Abzweig Wemlighausen entlang der B 480. Schon vor Jahren hat Straßen NRW den Weiterbau bis zum Abzweig Girkhausen aufgenommen. Solche speziellen Radwege, die eine schnelle Verbindung der Ortsteile möglich machen, sind natürlich nicht überall umsetzbar, betonte Johannes Pickert. Häufiger werden die Planer wahrscheinlich auf sogenannte Schutzstreifen setzen.

Schutzstreifen erfüllen nicht immer den Zweck

Wie das aussehen kann, zeigte er zwischen dem Feuerwehrgerätehaus und der Zufahrt zum Krankenhaus. Mit Sprühkreide markierte er auf der Straße einen solchen Streifen. Dieser ist dort möglich, wo die Straßen breit genug sind, sodass Autofahrer die Streifen bei Gegenverkehr mitnutzen und Radfahrer „gefahrlos“ passieren können. Wobei „gefahrlos“ laut den Teilnehmern „Interpretationssache“ sei. Es komme immer wieder vor, dass trotz Schutzstreifen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werde, so die Kritik. Neben solchen Möglichkeiten waren den Teilnehmern diverse Verbesserungen im Detail wichtig. Beispielsweise die Querung der Straße am Stöppel für den Radverkehr Richtung Raumland. Oder auch die Möglichkeiten, das Rad in der Stadt abzustellen.
Hier konnte Christoph Koch vermelden: Am Bahnhof kommt eine Aufwertung – in Zusammenarbeit mit der Bahn. Johannes Pickert fasste die angesprochen Punkte der Planungsradtour im Gespräch mit der Siegener Zeitung zusammen. „Radverkehrsplanung ist immer Angebotsplanung. Nur selten gibt es eine entsprechende Nachfrage schon vorher“, so der Planer. Es komme auf künftig die richtige Priorisierung an.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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