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Auseinandersetzung auf dem Schützenfest
Verfahren gegen Geldbuße eingestellt

Mobile Trennwände, vergrößerte Abstände, geringere Zuschauerzahl, Desinfektionsmittel auf dem Richtertisch: Im Verhandlungssaal des Amtsgerichts Bad Berleburg sind alle Maßnahmen im Rahmen der Corona-Schutzverordnung ergriffen.
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tika Bad Berleburg. Eigentlich haben Freund und Ex-Freund der Zeugin kein Problem miteinander – zumindest nach Aussage des Angeklagten, der sich am Dienstag vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten musste. Es war das erste Strafbefehlverfahren in der Kurstadt nach der angekündigten schrittweisen Rückkehr zur Normalität innerhalb der Justiz NRW. Allerdings sollte es weder zu einer Verurteilung noch zu einem Freispruch kommen, sondern zu einer vorläufigen Einstellung gegen Zahlung einer Geldbuße.

Zugetragen hatte sich der Fall im Juli des vergangenen Jahres – im Rahmen des Schützenfestes in Schwarzenau.

tika Bad Berleburg. Eigentlich haben Freund und Ex-Freund der Zeugin kein Problem miteinander – zumindest nach Aussage des Angeklagten, der sich am Dienstag vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten musste. Es war das erste Strafbefehlverfahren in der Kurstadt nach der angekündigten schrittweisen Rückkehr zur Normalität innerhalb der Justiz NRW. Allerdings sollte es weder zu einer Verurteilung noch zu einem Freispruch kommen, sondern zu einer vorläufigen Einstellung gegen Zahlung einer Geldbuße.

Zugetragen hatte sich der Fall im Juli des vergangenen Jahres – im Rahmen des Schützenfestes in Schwarzenau. Nebenbei bemerkt ein Rahmen, den das Amtsgericht Bad Berleburg im kommenden Jahr in wohl keinem Fall behandeln muss, denn Schützenfeste finden de facto 2020 wohl kaum statt. Gegen 2.30 Uhr war es am Sonntag, 28. Juli, im Eingangsbereich der Schützenhalle zu einem Streit zwischen Freund und Ex-Freund gekommen, nachdem sich die derzeitige und ehemalige Partnerin in Personalunion mit ihrem Verflossenen unterhalten hatte. „Es war schon spät und ich hatte meine Freundin darauf hingewiesen, dass wir nach Hause gehen müssen, da wir am anderen Morgen unsere gemeinsame Tochter bei meiner Mutter abholen mussten“, erläuterte der 24-jährige Angeklagte, dessen Vorstrafenregister nicht gerade unbefleckt ist. Daraus sei dann eine Diskussion entstanden, in die sich auch der Ex-Freund seiner Partnerin eingemischt hatte. „Ich habe ihn darum gebeten, sich zurückzuhalten, weil es eine Sache zwischen mir und meiner Freundin war. Er hat aber nicht aufgehört“, erinnerte sich der Angeklagte, der zwar – ebenso wie der Kläger – alkoholisiert war, nach eigenen Angaben aber „noch klar im Kopf“ gewesen sei.

Der Kläger hingegen sei „schwer alkoholisiert gewesen, das habe ich an seiner Redensart und seinem aggressiven Verhalten gemerkt“. Die Situation soll sich dann hochgeschaukelt haben. „Er hat sich vor mir aufgebaut, mir einen Schlag auf den Brustkorb versetzt. Dann sind wir aufeinander los und haben uns hin und hergedrückt, bis er mich auf den Boden gedrückt hat“, erklärte der Angeklagte, der sich dabei nach eigenen Angaben leichte Verletzungen am Hinterkopf sowie am Schienbein zugezogen hatte, „nicht mehr als Schürfwunden“.

Laut Anklage wiederum hatte der 24-jährige Bad Berleburger seinem Gegner zunächst einen Schlag versetzt und dann auf ihn eingetreten als er bereits auf dem Boden lag. „Ich habe nicht auf ihn eingetreten, das stimmt nicht – die Situation war schnell beendet. Es gab auch keine Faustschläge von meiner Seite“, betonte der Angeklagte. „Passanten“, also andere Besucher des Schützenfestes, hätten die beiden auf dem Boden liegenden Kontrahenten voneinander getrennt und deeskalierend eingewirkt. Die Polizei allerdings riefen beide Parteien nicht hinzu, stattdessen erstattete der Kläger, der sich Verletzungen und einen Bruch des Sprunggelenks zugezogen haben soll, erst drei Tage später Anzeige bei der Polizei. Ärztliche Atteste wiederum lagen von beiden Seiten nicht vor.

Im Vorfeld der Verhandlung hatte es das Angebot gegeben, die Anklage fallen zu lassen – gegen eine Zahlung von 600 Euro Schmerzensgeld, obgleich weder dem Angeklagten noch seinem Anwalt eine zivilrechtliche Klage vorlag. Dies wiederum hatte der Angeklagte noch abgelehnt. „Ich hatte 400 Euro Geldbuße angedacht. So ein Angebot mache ich nur am Anfang einer Verhandlung“, erklärte Judith Hippenstiel vielsagend. Ein Angebot der Staatsanwältin, das der Angeklagte nach einer kurzen Unterredung mit seinem Anwalt nicht ablehnte. „Ein Hund alleine beißt sich nicht, das ist klar. Ich muss Ihnen aber nicht Ihre Vorverurteilungen vorhalten – in diesem Verfahren wird es letztlich nur hopp oder top geben. Und einen Freispruch sehe ich hier nicht“, mahnte Judith Hippenstiel.

Nicht nur der Angeklagte nahm dieses „Angebot“ der Staatsanwältin an, auch Richter Torsten Hoffmann zog mit. Er stellte das Verfahren vorläufig ein – gegen eine Geldbuße von 400 Euro, die der Angeklagte nun an den Förderverein Kinderzuhause Burbach zahlen muss. Auf diese Weise mussten übrigens weder Freundin noch Ex-Freund oder aber jene „Passanten“ eine Aussage machen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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