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EUTB Siegen-Wittgenstein stellt sich vor
Vernetzung in der Region weiter vorantreiben

Bianca Schneider, Jan-Frederik Fröhlich und Dominik Hartmann (v. l.) sind hauptamtliche Berater in der so genannent EUTB, der <jleftright>unabhängigen Teilhabeberatung, und informieren in der Region über eine ehrenamtliche Mitarbeit.
  • Bianca Schneider, Jan-Frederik Fröhlich und Dominik Hartmann (v. l.) sind hauptamtliche Berater in der so genannent EUTB, der <jleftright>unabhängigen Teilhabeberatung, und informieren in der Region über eine ehrenamtliche Mitarbeit.
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sabe Bad Berleburg. EUTB Siegen-Wittgenstein, also ergänzende unabhängige Teilhabe-Beratung für Siegen-Wittgenstein, das klingt erstmal ein bisschen verwaltungsmäßig, bürokratisch. „Ein kleines Wortmonster“, lacht Jan-Frederik Fröhlich. Der hauptamtliche Teilhabe-Berater ist aus Siegen, genauer gesagt aus dem Büro der Teilhabe-Beratung in der Sandstraße 95, nach Bad Berleburg gekommen, um zu informieren, zu beraten, aufzuklären – um die Abkürzung mit Gehalt zu füllen, mit Hintergrund, und Bedeutung.
Vernetzung in der RegionEine kleine Gruppe hat sich im Bad Berleburger Rathaus eingefunden – der Räumlichkeit, die ab jetzt als Möglichkeit für einen mobilen Standort für die Teilhabe-Beratung genutzt werden kann. Man will sich schlau machen über eine ehrenamtliche Mitarbeit.

sabe Bad Berleburg. EUTB Siegen-Wittgenstein, also ergänzende unabhängige Teilhabe-Beratung für Siegen-Wittgenstein, das klingt erstmal ein bisschen verwaltungsmäßig, bürokratisch. „Ein kleines Wortmonster“, lacht Jan-Frederik Fröhlich. Der hauptamtliche Teilhabe-Berater ist aus Siegen, genauer gesagt aus dem Büro der Teilhabe-Beratung in der Sandstraße 95, nach Bad Berleburg gekommen, um zu informieren, zu beraten, aufzuklären – um die Abkürzung mit Gehalt zu füllen, mit Hintergrund, und Bedeutung.

Vernetzung in der Region

Eine kleine Gruppe hat sich im Bad Berleburger Rathaus eingefunden – der Räumlichkeit, die ab jetzt als Möglichkeit für einen mobilen Standort für die Teilhabe-Beratung genutzt werden kann. Man will sich schlau machen über eine ehrenamtliche Mitarbeit. „Wer wir sind“ und „was wir machen“, sind also einleitende wie wichtige Fragen, hat sich doch die Teilhabe-Beratung für Siegen-Wittgenstein explizit erst vor einem Jahr gegründet. So sei man also auch weiterhin noch im Auf- und Ausbau und wolle die Vernetzung in der Region weiter vorantreiben – ein Paradebeispiel für letzteres also: die Informationsveranstaltung in der Odebornstadt. Die EUTB, so erklärt Jan-Frederik Fröhlich, ist eine kostenlose Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, kümmert sich um Rehabilitation und Inklusion bei Fragen rund um die Behinderung, um das Stellen von Anträgen, um Fragen zum Wohnen und Arbeiten, zu Geld, Unterstützung und Assistenz.

Zeit nehmen 

„Und vieles mehr - wir nehmen uns Zeit für die Anliegen der Betroffenen, das liegt uns sehr am Herzen.“ Wichtiger Geist und gleichsamer Antrieb der Institution dabei: das Konzept und Angebot der „Peer“-Beratung. Das ist ein Begriff mit Wortstamm und Prägung aus der amerikanischen Soziologie und kann ins Deutsche mit „gleich“ und „ebenbürtig“ übersetzt und im Rahmen der EUTB-Methodik als die Beratung eines Menschen mit Behinderung durch Menschen mit vergleichbaren Lebenssituationen oder auch Erfahrungen gesehen werden. „Dabei sind wir als Berater und Beraterinnen selbst Peers mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungserfahrungen“, erklärt Jan-Frederik Fröhlich. Bei einem Ehrenamt als Peer gehe es dann darum, gemeinsam mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter Ratsuchende aufgrund ihrer eigenen Erfahrung zu beraten. „Sich gegenseitig sicher zu machen“, wie eine (um das Ehrenamt interessierte) Zuhörerin im späteren Gruppenaustausch zusammenfasste, „um die Kunst, zuzuhören.“

Kernaufgabe: Ein offenes Ohr

Zustimmendes Nicken bei Jan-Frederik Fröhlich, denn: gerade das offene Ohr gehöre mit zur Kernaufgabe eines ehrenamtlichen Peers. „Die Arbeit von uns hauptamtlichen EUTB-Beratern ist in den Aufgaben sehr komplex, deshalb übernehmen wir immer vorab die Erst-Beratung und machen dann eine Zuteilung zu einem freiwilligen Peer.“ Man stelle also bei weitem nicht den Anspruch, dass ehrenamtliche Peers nun Paragraphen können oder „für alles einen Rat wissen müssen“. Es gehe darum, mit den Leuten zu sprechen, Erfahrung zu teilen: „So kann man sich auf einer ganz anderen Augenhöhe begegnen. Das wird von den Betroffenen ganz anders wahrgenommen, hat eine andere Qualität, andere Ergebnisse.“

"Verständnis aus Erfahrung"

Viel Zuspruch und gleichsam angeregter Diskurs bei gekommener Zuhörerschaft: Von außen sei es leicht, Urteile und Vorurteile fällen zu können, wenn man nicht in einer betroffenen Situation stecke. Hilfe und Informationen von Menschen mit gleichen Erlebnissen würden da ein „Verständnis aus Erfahrung“ mitbringen. So nimmt eine Anwesende die Gruppe mit in eine Szenerie vor zehn Jahren, die „so keinem anderem mehr passieren soll“, wie sie sich mit fester Stimme wünscht. Nach und nach habe sie ihr Augenlicht verloren. „Wie jemanden für mich mit Anfang 40 hatte man da nur noch die Lösung Werkstatt oder Rente. Das wollte ich nicht und bin dann selbst losgegangen.“ Diesen Weg jemandem ersparen oder ihn begleiten? „Das ist meine Motivation.“ Klar, gebe es dabei auch manchmal sensible Situationen. „Man muss dabei auch auf sich selbst achten.“ Aber genau dafür gebe das Konzept viel Raum: „Jeder darf seine Grenzen selbst ziehen. Immer wieder.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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