Künstlerische Ausstattung wird dokumentiert
Vom Abendmahlsgerät bis zum Zifferblatt

Kunsthistoriker Dr. Ulrich Althöfer vom Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen schaute sich jetzt gemeinsam mit Pfarrerin Berit Nolting für die Inventarisierung auch die Sassenhäuser Kapellenbibel ganz genau an.
  • Kunsthistoriker Dr. Ulrich Althöfer vom Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen schaute sich jetzt gemeinsam mit Pfarrerin Berit Nolting für die Inventarisierung auch die Sassenhäuser Kapellenbibel ganz genau an.
  • Foto: Kirchenkreis
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sz Weidenhausen. „Diese Bibel geruheten die Durchlauchtigste Fürstin und Frau Hedwig Elisabeth der Capell Sassenhausen in Gnaden zu schencken, im Jahr etc. 1778.“ So steht es in der Sassenhäuser Kapellenbibel, die jetzt Dr. Ulrich Althöfer vom Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) natürlich auch genauestens unter die Lupe nahm. Generell ist es so, dass in der Westfälischen Landeskirche die gesamte künstlerische Ausstattung aller Kirchen und größeren Gemeindezentren inventarisiert und dokumentiert werden soll. Für die Landeskirche, aber auch für die Kirchengemeinden selbst. Deshalb war Ulrich Althöfer jetzt in der Raumländer Kirchengemeinde unterwegs und wird in den kommenden Monaten weitere Gemeinden im Wittgensteiner Kirchenkreis besuchen.

Seine Vorgehensweise und das Ziel der Arbeit umreißt der Kunsthistoriker dabei folgendermaßen: „Die einzelnen Objekte werden fotografiert sowie mit ihren wichtigsten Daten und weiteren Informationen erfasst. Dies geschieht von A bis Z – vom Abendmahlsgerät bis zum Zifferblatt. Dazu kommen Gesamtaufnahmen des Inneren und Äußeren. Darüber entsteht eine umfassende Datenbank. Sie ermöglicht erstmals vergleichbar aufbereitete und einfach abrufbare Informationen über den Kirchen- und Kunstbestand in der EKvW.“

Wichtig ist dem Fachmann seine Arbeit aus historischer, aber auch aus zeitgeschichtlicher und aus kunstgeschichtlicher Sicht. Wobei es zudem ganz bodenständig verwaltungstechnische Gründe gibt. Nach einem Einbruch oder Diebstahl könne man aus einer inventarisierten Kirche sehr schnell, sehr einfach und sehr effizient den Schaden dokumentieren, nur um mal ein anschauliches Beispiel zu nennen. Die Liste der Dinge, die inventarisiert werden, ist lang: sämtliche Abendmahls-Utensilien, auch nicht mehr verwendete, Taufkannen und -schalen, Kreuze, Leuchter, Abendmahlstische, Verglasungen, Ausmalungen, Skulpturen, Reliefs, Gemälde, Gedenksteine, besondere Inschriften, historische Klingelbeutel sowie zumindest grob umrissen Orgeln, Glocken und Uhrwerke. Wobei laut Ulrich Althöfer noch etwas Anderes die Inventarisierung zur guten und sinnvollen Sache macht: „Wichtig sind konservatorische Aspekte.“

Die Besuche vor Ort ermöglichten ihm zum einen die Feststellung und gegebenenfalls Dokumentation von Schäden, zum anderen könne er aber auch Empfehlungen zur Pflege und Aufbewahrung, möglicherweise sogar zur Restaurierung von Gegenständen geben. Es gehe allgemein um eine Wert- und Bestandssicherung, im speziellen Fall gebe er vielleicht Ratschläge zur möglichen Wiederverwendung nicht mehr genutzter Objekte.

Die Bibel vom Anfang, die die Sassenhäuser Kapellengemeinde von Elisabeth Hedwig, Tochter von Fürst Friederich Wilhelm Adolf zu Nassau-Siegen und Ehefrau des Grafen Karl Friedrich Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, geschenkt bekommen hatte, musste bereits vor Jahren restauriert werden, weil ihr das beständige Liegen in der Kapelle nicht gut getan hatte. Inzwischen wird sie von Bernd Geier von Salisch im Nachbarhaus aufbewahrt und für jeden Gottesdienst auf den Abendmahlstisch gelegt. Gedruckt wurde die Bibel 1765 in Nürnberg, sie hat 1180 Seiten und ist reich mit Kupferstichen verziert. Aber das wird Ulrich Althöfer alles bei der Inventarisierung notiert haben.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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