Von der Bedrohung bis zum Hausfriedensbruch

jg Bad Berleburg. Seit 1996 sammelt ein Bad Laaspher Einträge in seinem Bundeszentralregister. Ein knappes Dutzend war es bis gestern, jetzt kam ein nagelneuer Eintrag dazu. Diesmal war es eine 2500-Euro-Geldstrafe. Verhängt wurde die für eine insgesamt beeindruckende Bandbreite an Vorwürfen: zum einen Diebstahl und Hausfriedensbruch, zum anderen Bedrohung, Beleidigung und Nötigung.

Der Hausfriedensbruch und der Diebstahl ereigneten sich im September. In einem Berleburger Supermarkt war gegen den Laaspher ein Hausverbot ausgesprochen worden, zunächst ohne und dann auch noch im Beisein eines Zeugen. Dennoch war der Mann wieder im Laden, inzwischen hatte der Marktkleiter jedoch von der Geschäftszentrale einen Detektiv organisiert, der den mutmaßlichen Dieb aus Bad Laasphe im Auge behalten sollte. Und deshalb sah der Detektiv auch, dass sich der Mann eine Rémy-Martin-Flasche für knapp 40 Euro unter die Jacke gesteckt hatte. So ging er zur Kasse, sah allerdings Detektiv und Martkleiter dort stehen und brachte die Flasche zurück ins Geschäft und stellte diese dort irgendwo ab.

Der 33-jährige Angeklagte erinnerte sich gestern, dass er die Flasche angeguckt und nicht an der korrekten Stelle abgestellt habe, aber er hätte die doch im Leben nicht klauen wollen. Als Zeugen waren der Marktleiter, der Detektiv, eine Supermarkt-Mitarbeiterin und ein Polizist im Gericht. Aus ihren Aussagen ergab sich das Bild, das schon die Anklageschrift gezeichnet hatte - und das auch im Gesamtabwägen der Umstände Sinn machte.

Ende Oktober kam es dann zu einem Streit zwischen dem gestern Angeklagten und seiner Ex, die ihn in Bad Laasphe besuchte, um ihre letzten Sachen aus der Wohnung des Ehemaligen zu holen. Hier habe der Mann ihr zunächst den Ausgang aus der Wohnung verwehrt, zudem habe er die Frau beledigt und damit gedroht, ihre Freunde abzustechen und ihr Auto abzufackeln. Anschließend habe sich der Mann noch ein Messer in der Küche geholt, sie habe jedoch in der Zwischenzeit die Haustür aufschließen können. Die verbale Bedrohung habe ihr nicht soviel Angst gemacht, als er aber mit dem Messer gekommen sei, sei das schon schlimmer gewesen.

Auf der Anklagebank hielt sich der 33-Jährige als Erstes zugute, dass er die Frau in den vier Jahren ihrer Beziehung nie geschlagen habe. Letztendlich sei der Krach ein typischer Beziehungsstreit gewesen: „Sie hat mich beleidigt, ich hab’ sie beleidigt.“ Und nachdem sie sich ausgesprochen hätten, habe die Frau ja auch eigentlich ihre Anzeige gegen ihn wieder zurückgezogen, aber da seien die Dinge schon alle auf dem Weg gewesen.Markus Urner von der Staatsanwaltschaft unterstrich, dass die Beweisaufnahme alle Punkte der Anklage bestätigt habe. Tatsächlich sei das auch ein Diebstahl, wenn der Angeklagte die Flasche heimlich in seine Gewahrsamssphäre - unter seiner Jacke - gebracht habe. Auch für Richter Torsten Hoffmann bestand daran kein Zweifel. So schloss er sich in seinem Urteil dem Antrag von Markus Urner an, der die 100 Tagessätze in Höhe von jeweils 25 Euro gefrodert hatte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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