Von wegen »konstruktiv«…

Gesamtbetriebsrat der Wittgensteiner Kliniken kritisiert Helios-Informationspolitik

howe Bad Berleburg. Ihren Unmut über die Verfahrensweise und Informationspolitik von Helios brachten gestern acht Mitglieder des Gesamtbetriebsratsausschusses der Wittgensteiner Kliniken in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch zum Ausdruck. Die Betriebsratsmitglieder reagierten damit auf die aktuelle SZ-Berichterstattung zur geplanten Reduzierung der Klinikküchen. Horst Raethel (Baumrainklinik) und Ulrike Oehme (Odebornklinik) wehrten sich gegen die Vorwürfe von Helios, der Betriebsrat habe die Arbeitsgruppen boykottiert. Man habe einzig und allein auf dem gleichen Wissensstand wie der Arbeitgeber sein wollen. »Wir wollten die Zahlen nachvollziehen«, also nicht nur das Ergebnis, sondern die Rechnung dazu sehen.

Von »konstruktiven Gesprächen«, berichtete Ulrike Oehme, könne keine Rede sein. »Sachlich« sei die Kommunikation am Dienstagnachmittag gewesen, mehr nicht. Schließlich habe seit geraumer Zeit Funkstille zwischen beiden Parteien geherrscht, »es sind nur noch Schreiben hin- und hergegangen.« Das habe nichts mit »konstruktiv« zu tun, so Ulrike Oehme. Horst Raethel erläuterte, der Betriebsrat selbst sei die »treibende Kraft« gewesen, die Arbeitsgruppen zu installieren. »Von unserer Seite wurden aber die Zahlen gefordert.« Neben der Preisgabe der Zahlen soll der Arbeitgeber Helios wohl auch ein Problem mit der Besetzung der Arbeitsgruppen selbst gehabt haben. Mit der Begründung »zu große Arbeitsgruppen« habe es Helios abgelehnt, jeweils ein Betriebsratmitglied jeder Klinik und einen Koch in dem Gremium zu akzeptieren. Interessant am Rande: Der Betriebsrat, hieß es beim Pressegespräch, habe sich schriftlich an den Helios-Vorstandsvorsitzenden De Meo gewandt und darum gebeten, die Arbeitsgruppen so zu besetzen, wie sie vom Betriebsrat vorgeschlagen worden seien. De Meo habe grünes Licht gegeben, umgesetzt werden sollte jedoch die Linie des Regionalbeauftragten Ekkehard Zimmer: die Arbeitgeberseite mit drei bis vier Personen, Arbeitnehmerseite mit einer.

Wie dem auch sei: Der Betriebsrat hat am Dienstag dem Einigungsstellenverfahren zugestimmt. Und dann muss Helios dem neutralen Richter die vom Betriebsrat der Wittgensteiner Kliniken geforderten Zahlen offenlegen. Warum sich Helios bislang so ziert, wissen die Betriebsratsmitglieder nicht. Wenn denn die Zahlen wirklich belegen sollten, dass erhebliche Einsparpotenziale vorhanden seien, dann könne Helios doch offensiv damit umgehen. Der Betriebsrat, schilderte Ulrike Oehme, habe Helios unlängst einen 38 Fragen umfassenden Katalog vorgelegt – Detailfragen zu Abläufen im Küchen- und Servicebereich, etwa zur Versorgung und zum Fahrdienst. Die Fragen seien bislang nicht hinreichend beantwortet worden. Vergeblich habe der Betriebsrat gehofft, die Thematik würde am Dienstag erörtert. Dass Helios mit dem Vorhaben »Zentralküche« Erfolg haben könnte, bezweifelt der Betriebsrat. Vor drei Jahren habe man mit dem damaligen WKA-Vorstand Thomas Kupczik und Wolfgang Tissen zusammengesessen, da seien die Küchen schon einmal gegen Caterer angetreten. »Wir waren besser.«

Überhaupt glaubt der Betriebsrat, mit dem bestehenden System am besten zu fahren. Die Küchenteams seien qualifiziert und erfahren und sie arbeiteten derart gut und preiswert, dass man allerhöchstens diesen Ist-Standard noch ein wenig optimieren solle. Und wenn die Köche selbst einkaufen dürften, dann würde man sogar noch preiswerter sein. Für den Betriebsrat gibt es jetzt nur ein Ziel: »Hier hängen Arbeitsplätze dran. Die müssen wir erhalten«, so Ulrike Oehme. Zum Teil hätten die Kollegen auf Lohn verzichtet, gedankt worden sei ihnen das bisher nicht.

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