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"Fahrschule" dauerte nur 14 Tage in Brüssel
Vor Gericht: mit gefälschtem Führerschein unterwegs

Der Angeklagte sei davon ausgegangen, dass der Führerschein gültig ist.

howe Bad Berlerburg. Ist da ein Bad Berleburger in Belgien auf dubiose Machenschaften hereingefallen? Zumindest hatte das bei der Verhandlung am Dienstag im Amtsgericht den Anschein. Denn Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel klagte den 42-Jährigen an, vorsätzlich ein Fahrzeug gefahren, ohne eine gültige Fahrerlaubnis besessen zu haben. Während der Verhandlung stellte sich heraus, dass der Mann der Polizei bei der Kontrolle an einer Bad Berleburger Wohnstraße einen gefälschten belgischen Führerschein vorgezeigt hatte – um, wie es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft formulierte, „darüber hinwegzutäuschen, dass Sie keinen gültigen Führerschein besitzen“.

howe Bad Berlerburg. Ist da ein Bad Berleburger in Belgien auf dubiose Machenschaften hereingefallen? Zumindest hatte das bei der Verhandlung am Dienstag im Amtsgericht den Anschein. Denn Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel klagte den 42-Jährigen an, vorsätzlich ein Fahrzeug gefahren, ohne eine gültige Fahrerlaubnis besessen zu haben. Während der Verhandlung stellte sich heraus, dass der Mann der Polizei bei der Kontrolle an einer Bad Berleburger Wohnstraße einen gefälschten belgischen Führerschein vorgezeigt hatte – um, wie es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft formulierte, „darüber hinwegzutäuschen, dass Sie keinen gültigen Führerschein besitzen“.

Von Gültigkeit des Führerscheins überzeugt

Die Einlassung des Angeklagten: „Bis ich angehalten wurde, war ich davon ausgegangen, dass der belgische Führerschein gültig ist. Ich habe dafür 1400 Euro bezahlt.“ Der 42-Jährige verriet noch mehr. 14 Tage sei er in Brüssel gewesen, habe in der Zeit den Führerschein absolviert. Dafür habe man ihn am Bahnhof abgeholt und dort hingebracht, wo die Führerschein-Ausbildung stattgefunden habe. In einem „ganz normalen“ Haus. Über der Fahrschule habe er übernachtet. „Ich habe wirklich nicht gewusst, dass der gefälscht war“, versicherte der Beschuldigte. Während Judith Hippenstiel die Belehrung vornahm, dass man im Ausland mindestens sechs Monate wohnhaft sein müsse, um dort die Fahrerlaubnis erlangen zu können, schaute Richter Torsten Hoffmann in die Akte.

Falsche Angaben auf der Bescheinigung

Und darin fand er eine Bescheinigung, dass der Führerschein in Belgien ein halbes Jahr lang absolviert worden sei, wohnhaft sei der 42-Jährige dafür in einem Vier-Sterne-Hotel gewesen. „Für 130 Euro pro Übernachtung mit Frühstück und Schwimmbad“, wusste Torsten Hoffmann nach kurzer Internet-Recherche. Zumindest auf der Bescheinigung hätte der Angeklagte sehen müssen, dass hier keine 14 Tage, sondern ein halbes Jahr eingetragen worden sei. „Ein halbes Jahr Wohnsitz im Ausland. Und kein Fake-Wohnsitz im Hotel“, bemerkte Judith Hippenstiel.

Hologramm fehlt

Eine Sachbearbeiterin, die damals bei der Straßenverkehrsbehörde tätig war, sagte am Dienstag als Zeugin aus. Sie nahm den belgischen Führerschein in Augenschein und konstatierte: „Hier blinkt nichts.“ Allein das Hologramm im Papier fehle. Daran erkenne man, dass die Führerschein-Karte nicht echt sei. Das Gericht verurteilte den bereits vorbestraften 42-jährigen Bad Berleburger zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung und 150 Sozialstunden. „Es war nicht meine Absicht, mit gefälschten Dokumenten hier herumzufahren“, so der Angeklagte abschließend.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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