SZ

Kritik am Wisent-Artenschutzprojekt
Waldbesitzer aus dem Kreis Olpe verschärfen Wortwahl

Die Olper Waldbauern monieren, dass die Kompromiss-Lösung Zaun zwar vereinbart, aber noch nicht ansatzweise umgesetzt wurde. Auch auf juristischer Ebene tut sich momentan nichts Entscheidendes.  Foto: Archiv
  • Die Olper Waldbauern monieren, dass die Kompromiss-Lösung Zaun zwar vereinbart, aber noch nicht ansatzweise umgesetzt wurde. Auch auf juristischer Ebene tut sich momentan nichts Entscheidendes. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Rüspe/Kirchhundem/Bad Berleburg. Neues Jahr, verschärfte Wortwahl: Die Waldbauern aus dem Raum Milchenbach, Oberhundem und Rüspe rufen direkt zu Beginn des neuen Jahres die Attacke in Sachen Wisent-Projekt aus: „Die Situation ist total unbefriedigend und es ist frustrierend, wenn gar nichts passiert“, wird Lucas von Fürstenberg zitiert, der als Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) „Pro Wald“ fungiert. In der Initiative sind rund 40 von Schälschäden betroffene Waldbauern aus dem Kreis Olpe und dem Hochsauerlandkreis organisiert.

Ganz konkret monieren die Olper Waldbauern, dass es nach wie vor keinen Zaun für die im Rothaargebirge lebende Wisentherde gebe – der ja schließlich Bestandteil des mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser ausgehandelten Kompromisses sei.

Rüspe/Kirchhundem/Bad Berleburg. Neues Jahr, verschärfte Wortwahl: Die Waldbauern aus dem Raum Milchenbach, Oberhundem und Rüspe rufen direkt zu Beginn des neuen Jahres die Attacke in Sachen Wisent-Projekt aus: „Die Situation ist total unbefriedigend und es ist frustrierend, wenn gar nichts passiert“, wird Lucas von Fürstenberg zitiert, der als Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) „Pro Wald“ fungiert. In der Initiative sind rund 40 von Schälschäden betroffene Waldbauern aus dem Kreis Olpe und dem Hochsauerlandkreis organisiert.

Ganz konkret monieren die Olper Waldbauern, dass es nach wie vor keinen Zaun für die im Rothaargebirge lebende Wisentherde gebe – der ja schließlich Bestandteil des mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser ausgehandelten Kompromisses sei. Und dies vor rund zehn Monaten. Lucas von Fürstenberg: „Es ist immer noch nicht klar, wer für den Zaun zuständig ist. Ist es ein Bauwerk, ist es der Kreis, ist es eine Naturschutzsache, ist es das Land oder vielleicht sind es die Kommunen. Es ist bisher noch gar nicht geklärt, wer eine Ausschreibung machen oder die Genehmigung erteilen müsste.“

Und weiter: „Wir sind noch keinen Zentimeter weiter gekommen.“ Und dies vor dem Hintergrund, dass die vergangenen Jahre des Projektes gezeigt hätten, dass die Herde nach der Winterfütterung auf Wittgensteiner Seite im Frühjahr wieder Richtung Sauerland tendiere. Dann entweder ins Olper Land oder in den Hochsauerlandkreis. Dort sei das Futter offenbar attraktiver – und die Schälschäden in den Wäldern die Folge. Der IG-Sprecher wollte der Umweltministerin zwar das Bemühen nicht absprechen, aber es seien viele rechtliche und bürokratische Hürden zu nehmen. „Es hilft ja nichts, wenn man sich immer wieder zusammensetzt und Lösungen bespricht und dann passiert wieder ein ganzes Jahr nichts.“ Lucas von Fürstenberg, der selbst Waldeigentümer im Bereich Rüspe ist, hat offenkundig den Eindruck gewonnen, dass es nur eine Gruppe gebe, die überhaupt ein Interesse an der Realisierung des Zauns habe – nämlich die Waldbauern.

Die Waldeigentümer wähnen das Projekt – dies war auch bereits aus Oberkirchen vor dem BGH so zu Sprache gekommen – aus dem Ruder gelaufen. Mittlerweile sei ja bereits die Zahl der ursprünglich angepeilten 25 Tiere überschritten. Auch die Einschätzung des Trägervereins, dass durch den Tod des Leitbullen Egnar wieder eine größere genetische Durchmischung gewährleistet sei, teilen die Waldbauern nicht. An die Stelle Egnars trete ein neuer Bulle, der mit den Wisentkühen noch viel näher verwandt sei. Unwahrscheinlich sei indes die Tatsache, dass von außen frisches Blut in die Herde komme.

Eine gerichtliche Entscheidung im Rechtsstreit zwischen Wisent-Trägerverein auf der einen und den Waldbauern im Schmallenberger Sauerland auf der anderen Seite scheint mehr denn je in weite Ferne gerückt zu sein. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte das Klageverfahren der beiden Oberkirchener Waldbauern Hubertus Dohle und Georg Feldmann-Schütte an das Oberlandesgericht (OLG) Hamm zurückverwiesen. in Hamm gibt es noch keine neue Terminierung: „Das wird wahrscheinlich noch Zeit benötigen“, erklärte Martin Brandt, Pressesprecher des OLG Hamm, auf SZ-Anfrage. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt auch schwierig, hier eine Prognose abzugeben. „Der Senat hat die Dinge auf der Grundlage des BGH-Urteils zu bewerten.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Spar-Abo der Siegener Zeitung
Schnell abonnieren und bares Geld sparen!

Das Abonnement der Siegener Zeitung ist der bequemste Weg, um jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus Siegen, dem Siegerland, Wittgenstein, Altenkirchen und Olpe zu in kompakter Form zu lesen ‒ als gedruckte Zeitung direkt aus dem Briefkasten oder als digitale Version in Form eines E-Papers. Das E-Paper lesen Sie bequem am PC oder ganz mobil mit unserer App für Android und Apple. Schnell Abo buchen und bares Geld sparenSchnell sein lohnt sich jetzt, denn je früher Sie bestellen, desto mehr...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen