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Die "fetten Jahre" sind vorbei
Warum sich Altpapiersammlungen nicht mehr lohnen

Das waren noch Zeiten: Alle zwei Monate wurde in Aue und Wingeshausen Altpapier gesammelt. Es deutet einiges darauf hin, dass die gemeinnützigen Sammlungen künftig nicht mehr stattfinden.
  • Das waren noch Zeiten: Alle zwei Monate wurde in Aue und Wingeshausen Altpapier gesammelt. Es deutet einiges darauf hin, dass die gemeinnützigen Sammlungen künftig nicht mehr stattfinden.
  • Foto: Martin Völkel (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Aue/Wingeshausen. Mit dieser Idee wurde in Aue und Wingeshausen sprichwörtlich Papier zu Geld gemacht: Die ehrenamtlich organisierten Altpapiersammlungen des dortigen SPD-Ortsvereins verfolgten ein großes Ziel. Geld für gemeinnützige Einrichtungen und örtliche Vereine zu erwirtschaften. Alle zwei Monate wurde am ersten Samstag des Monats an den Haushalten in Aue, Wingeshausen und Müsse das Altpapier eingesammelt, um den Wertstoff dann zu einem möglichst guten Tarif an den Entsorger zu verkaufen. Gelebte Praxis, großes Engagement – und unter dem Strich für die Vereine vergleichsweise schnell verdientes Geld. Einige Helfer blieben über Jahrzehnte dabei, waren in die Organisation und die Abläufe eingebunden. Bürger stellten kostenfrei ihre Fahrzeuge und Anhänger zur Verfügung.

Aue/Wingeshausen. Mit dieser Idee wurde in Aue und Wingeshausen sprichwörtlich Papier zu Geld gemacht: Die ehrenamtlich organisierten Altpapiersammlungen des dortigen SPD-Ortsvereins verfolgten ein großes Ziel. Geld für gemeinnützige Einrichtungen und örtliche Vereine zu erwirtschaften. Alle zwei Monate wurde am ersten Samstag des Monats an den Haushalten in Aue, Wingeshausen und Müsse das Altpapier eingesammelt, um den Wertstoff dann zu einem möglichst guten Tarif an den Entsorger zu verkaufen. Gelebte Praxis, großes Engagement – und unter dem Strich für die Vereine vergleichsweise schnell verdientes Geld. Einige Helfer blieben über Jahrzehnte dabei, waren in die Organisation und die Abläufe eingebunden. Bürger stellten kostenfrei ihre Fahrzeuge und Anhänger zur Verfügung.

Kein Händler nimmt das Altpapier ab

Nicht selten standen nach einem Samstagvormittag hohe dreistellige oder – je nach Papierpreis – sogar vierstellige Beträge für Projekte zur Verfügung. Das Modell in Aue-Wingeshausen machte Schule. In Weidenhausen wurde Papier gesammelt und auch der Dorfverein Birkelbach ging mit viel Elan zur Sache. Für den künftigen Birkelbacher Dorfplatz wurde bei den ersten Sammlungen eine sehr ordentliche Basis erwirtschaftet. In Aue und Wingeshausen fand die vorerst letzte Sammlung im Februar 2020 knapp vor der Corona-Pandemie statt. Die Sammlung für April musste erstmalig nach Jahrzehnten abgesagt werden, danach blieb es ruhig an der Papierfront. Am kommenden Samstag wäre es – im Rhythmus der vergangenen Jahre – wieder so weit. Und was ist draus geworden? Karl-Heinrich Sonneborn, der in 42 Jahren so gut wie keine der Gemeinschaftsaktionen verpasst hat, versprüht alles andere als Optimismus: „Man muss das ganz realistisch sehen – und da darf man niemandem böse sein. Wir werden keinen Händler mehr finden, der uns das Papier abnimmt und auch noch Geld dafür bezahlt, wenn der Markt im Moment so funktioniert, dass der Händler auch noch Geld bekommt für sein Papier.“

Aufgeben möchte man in Aue und Wingeshausen nicht

Er verrate keine großen Geheimnisse, so der langjährige Ortsvorsteher, wenn er sage, dass bei der vorerst letzten Sammlung im Februar 2020 nur noch rund 150 Euro für den örtlichen Kindergarten übrig geblieben seien. Die Chancen, dass sich das Geschäft mit dem Papier noch mal zu Gunsten der Gemeinnützigkeit drehe, „halte ich für ziemlich gering“. Natürlich wolle er die Hoffnung nicht aufgeben und er führe weiterhin Gespräche – auch mit möglichen Nachfolgern, die die Regie für die Sammlungen übernehmen würden. Dass man das Thema in Aue und Wingeshausen nicht einfach zu den Akten heftet, liegt auf der Hand. Gut und gerne 200.000 Euro kamen über die Jahre für Vereine und Institutionen zusammen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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