Nicht alle Schadstoffe lassen sich beseitigen
Wasser mit einfachen Mitteln sauber(er) halten

Die Kläranlage in Bad Berleburg filtert das Gros der Schadstoffe aus dem Abwasser – gänzlich allerdings lässt es sich nicht reinigen. Um die Schadstoffbelastung niedrig zu halten, kann aber jeder Mensch einen Beitrag leisten. Jessica Durstewitz (l.) und Rebecca Dienst haben sich vor Ort ein Bild von den Abläufen gemacht.
  • Die Kläranlage in Bad Berleburg filtert das Gros der Schadstoffe aus dem Abwasser – gänzlich allerdings lässt es sich nicht reinigen. Um die Schadstoffbelastung niedrig zu halten, kann aber jeder Mensch einen Beitrag leisten. Jessica Durstewitz (l.) und Rebecca Dienst haben sich vor Ort ein Bild von den Abläufen gemacht.
  • Foto: Stadt
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Bad Berleburg. Die Sommerferien sind in vollem Gange, der „Mach-mit-Mittwoch“ der Stadt Bad Berleburg macht allerdings keine Pause. Immer mittwochs stellt die Stadt der Dörfer ein spezielles Thema im Bereich Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Das Ziel laut Pressemitteilung der Stadt: die Welt gemeinsam ein Stück weit fairer, zukunftssicherer und nachhaltiger gestalten. Deshalb gibt es an jedem Mittwoch neue Anregungen, um die Welt und das Leben auf diesem Planeten ein bisschen besser zu machen.

Kleine Veränderungen helfen

Im 13. Teil geht es um sauberes Abwasser. Genutztes Wasser ist natürlich stets verunreinigt – egal ob nach dem Duschen, dem Abwasch oder dem Toilettengang. Die Frage ist deshalb nicht, ob Abwasser schmutzig, sondern wie es verunreinigt ist. Die Behandlung von Abwasser ist eine herausfordernde Aufgabe – doch schon ein paar kleine Veränderungen im Alltag helfen, das Abwasser weniger schadstoffhaltig in den Abfluss zu geben.

Einige Schadstoffe bleiben im Wasser

Im Abwasser landen Schadstoffe, für die es noch keine Filtermethode gibt. Dies führt zu einer starken Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Arzneimittelrückstände, Antibiotika aus der Tierzucht oder Chemikalien. Letztere sind wiederum beispielsweise in Reinigungsmitteln oder Shampoos enthalten. Weil sie sich nicht beseitigen lassen, landen sie irgendwann in den freien Gewässern, versickern, landen im Trinkwasser – und damit auch wieder im menschlichen Organismus.
„Für viele Produkte gibt es Alternativen, die Natur, Umwelt und letztlich das Klima schonen“, erklärt die Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, Rebecca Dienst. Um eine erhöhte Schadstoffbelastung zu vermeiden, lässt sich bei Reinigungs- und Kosmetikartikeln auf gleich zwei Möglichkeiten setzen: erstens die sparsame Verwendung und zweitens der Kauf von Produkten mit anerkannten Umweltsiegeln. Dazu zählen beispielsweise der „Blaue Engel“, „Eco Garantie“ oder das „EU Ecolabel“.

Bewährte Hausmittel

„Alternativ lässt sich beispielsweise für die Reinigung im Haushalt auf bewährte Hausmittel wie Essig oder Natron zurückgreifen und bei der Körperpflege auf Naturseifen“, rät die Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Berleburg, Jessica Durstewitz. Und: Der Verzicht auf feuchtes Toilettenpapier entlastet Kläranlagen und Umwelt gleichermaßen nachhaltig. „Feuchtes Toilettenpapier stellt ein großes Problem dar. Es lässt sich nicht zersetzen und erfordert daher bei der Klärung des Abwassers einen enormen Aufwand – und bringt damit auch erhöhte Kosten mit sich“, weiß der Leiter der Stadtwerke Bad Berleburg, Achim Vorbau. Wer trotzdem nicht darauf verzichten will, kann eine Hygienedusche verwenden oder herkömmliches Toilettenpapier selbst befeuchten. Stellt dies keine Option dar, sollte das feuchte Toilettenpapier über den Hausmüll entsorgt werden.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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