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Einzelhandel: Lockdown wäre Katastrophe
Weihnachtsgeschäft ist Silberstreif am Horizont

„Bisher läuft das Weihnachtsgeschäft passabel“, sagt Gabriele Feige.
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howe/tika/ako/bw Bad Berleburg/Bad Laasphe/Erndtebrück. Die Corona-Pandemie hat dem Einzelhandel das Jahr komplett verhagelt – da ruhten die Hoffnungen der Inhaber auf demWeihnachtsgeschäft. Knapp zwei Wochen vor dem Fest fragt
unsere Zeitung nach, wie es im Wittgensteiner Handel läuft,
ob die Kunden sich in Zurückhaltung üben oder ganz bewusst
in diesen Zeiten vor Ort einkaufen.
Zurückhaltung wegen CoronaBürobedarf „Buntstift“ in Bad Berleburg: „Bis jetzt kann ich mich nicht beklagen“, sagt Christian Gall, Inhaber von Schreibwaren und Bürobedarf „Buntstift“ in Bad Berleburg. „Auf jeden Fall merkt man aber die Zurückhaltung der Leute wegen Corona.“ Sonst komme der Kunde ins Geschäft, sehe sich gründlich um, frage und kaufe in aller Ruhe ein. Das sei leider lange vorbei.

howe/tika/ako/bw Bad Berleburg/Bad Laasphe/Erndtebrück. Die Corona-Pandemie hat dem Einzelhandel das Jahr komplett verhagelt – da ruhten die Hoffnungen der Inhaber auf demWeihnachtsgeschäft. Knapp zwei Wochen vor dem Fest fragt
unsere Zeitung nach, wie es im Wittgensteiner Handel läuft,
ob die Kunden sich in Zurückhaltung üben oder ganz bewusst
in diesen Zeiten vor Ort einkaufen.

Zurückhaltung wegen Corona

Bürobedarf „Buntstift“ in Bad Berleburg: „Bis jetzt kann ich mich nicht beklagen“, sagt Christian Gall, Inhaber von Schreibwaren und Bürobedarf „Buntstift“ in Bad Berleburg. „Auf jeden Fall merkt man aber die Zurückhaltung der Leute wegen Corona.“ Sonst komme der Kunde ins Geschäft, sehe sich gründlich um, frage und kaufe in aller Ruhe ein. Das sei leider lange vorbei. Es werde zielgerichtet und schnell eingekauft. Längere Aufenthalte im Laden gebe es nicht. Aktuell, so Christian Gall, müsse man sich wohl auf einen weiteren Lockdown einstellen. „Wenn der kommt, muss man sehen, wie es weitergeht.“ Das Problem: Der Januar sei ein Monat, in dem Rechnungen bezahlt würden, in dem Versicherungen abgebucht und Abgaben erhoben würden. „Das kommt ja alles noch dazu. Wenn das Geschäft geschlossen ist, laufen die Kosten weiter.“ Immer mehr Kunden wendeten sich dem Online-Handel zu, das Internet profitiere. Eigentlich, betont Christian Gall, sei das ungerecht. „Die Leute sind bereit, Geld auszugeben, nur nicht bei uns. Die Chance wird uns genommen.“ Dagegen stehe der Online-Handel als Gewinner da.

Teilweise systemrelevant

EP Schröder in Bad Laasphe: „Alles in Ordnung“, heißt es kurz und bündig bei EP Schröder an der Bad Laaspher Königstraße. Geschäftsführerin Margit Schröder ist mit dem Weihnachtsgeschäft nicht unzufrieden: „Es läuft.“ Zahlreiche Kunden kämen mit ihren Anliegen schon früher vorbei, etwa wenn es um die Verlängerung des Handy-Vertrags im Januar gehe. Dann werde das bereits jetzt erledigt, weil man den Lockdown befürchte. Selbstverständlich würde der auch EP-Schröder betreffen. „Allerdings sind wir teilweise systemrelevant“, weiß Margit Schröder. Ihr Unternehmen repariert Elektrogeräte, unter anderem auch Fernseher. „Wir haben eine Türklingel am Laden, das würde dann so laufen wie beim ersten Lockdown.“ Der Kundendienst stehe den Leuten weiterhin zur Verfügung. „Und wir können doch keinen ohne TV zu Hause lassen, wenn die Leute allein sind. Schon gar nicht die älteren Menschen.“ Dass der Konkurrent von EP Schröder, dem Fachgeschäft für Unterhaltungselektronik, Elektro, Groß- und Kleingeräte sowie Mobilfunk, im Internet lauert, weiß auch Margit Schröder. Nur sagt sie deutlich: „Es kommt drauf an, was man als Kunde haben will. Den Kundenservice gibt es bei uns.“

Passables Weihnachtsgeschäft

Fashion Store in Erndtebrück: Als der „Wellenbrecher-Lockdown“ kam, flachte die Kundenfrequenz ab. „Jetzt geht es wieder besser, bisher läuft das Weihnachtsgeschäft passabel“, erklärt Gabriele Feige. Die Inhaberin des Fashion Store in Erndtebrück verdeutlichte zugleich, dass der Umsatz im gesamten Jahr im Vergleich zu den Vorjahren natürlich rückläufig gewesen sei. Aber: „Momentan sind die meisten meiner Kunden nicht zurückhaltend, sie kommen gerne. Das liegt auch daran, dass aufgrund der Größe des Geschäfts nie zu viele Kunden drinnen sind. Daher freuen sie sich reinzukommen, probieren gerne an und nehmen sich Zeit“, berichtet Gabriele Feige, die großen Wert darauf legt, die genutzten Flächen – etwa in den Kabinen – stets zu desinfizieren. Hygiene hat Hochkonjunktur. Allerdings ist sich Gabriele Feige sicher, dass es zu einem zweiten harten Lockdown kommt – und rechnet damit ab dem 20. Dezember: „Das wäre eine Katastrophe, wenn sie zumachen. Ich kann das nicht nachvollziehen – ich würde es wohl überstehen, aber es wird viele Händler geben, die danach nicht mehr öffnen.“

Gutscheine gehen immer

Schuhhaus Belz in Erndtebrück: Das Weihnachtsgeschäft hängt im Schuhhaus Belz in Erndtebrück stark von der Witterung ab – bei einem starken Wintereinbruch ist die Resonanz grundsätzlich höher als bei einem Ausbleiben. „So wie es vor Jahren mal war, ist es aber ohnehin nicht mehr. Der Fokus liegt für viele Menschen auf Elektronik-Artikeln“, erklärt Petra Roth. Gutscheine allerdings, so die Inhaberin, seien ein weiterhin beliebtes Geschenk. Unter dem derzeitigen Einfluss der Corona-Pandemie laufe das Geschäft schwankend: „Wir haben da Tage, da meint man, dass es eine allgemeine Zurückhaltung gebe, an anderen nicht. Einen genauen Vergleich zu den Vorjahren habe ich aber noch nicht gezogen.“ Dass es zu einem neuerlichen harten Lockdown kommt, ist aus Sicht von Petra Roth sicher. „Das wird passieren – und ich rechne damit, dass es nächste Woche passieren wird.“ Der erste Lockdown im Frühjahr sei besonders hart gewesen, weil der April neue Ware bringe und eigentlich der umsatzstärkste Monat sei, „vor Weihnachten ist ein Lockdown aber auch nicht prickelnd“.

Bücher kosten online und im Geschäft gleich viel

Buchhandlung Mankelmuth in Bad Berleburg: „Wir sind keine Verlierer“, bringt es Monika Schröder von der Buchhandlung Mankelmuth in Bad Berleburg auf den Punkt. Denn trotz Corona-Krise hat sie in ihrer Filiale an der Poststraße täglich viel zu tun – auch dank vieler treuer Kunden: „Das Weihnachtsgeschäft läuft hervorragend. Seit Anfang November schon“, freut sich die Inhaberin. Ein Grund: Viele Kunden hätten Angst vor einem möglichen „harten Lockdown“ und holten deshalb „noch schnell“ ihre Geschenke. Der Online-Handel bereite Monika Schröder dabei keine Sorgen: „Was uns schützt, ist die Buchpreisbindung.“ Die Bücher sind im Geschäft stets zum gleichen Preis wie beim Online-Riesen „mit dem großen A“ erhältlich. „Bei uns bekommt man aber noch eine persönliche Beratung, kann sich in Ruhe umschauen – und wir kennen unsere Kunden.“ Derzeit dürfen sich nur maximal drei Personen in der Buchhandlung aufhalten. Wegen Corona sei das Verhalten sehr gemischt: „Einige holen nur etwas ab, andere stöbern auch. Wenn jemand vor der Tür warten muss, dann komme ich kurz raus. Jeder soll sein Weihnachtsgeschenk bekommen“, erklärt Monika Schröder. Für den Fall, dass Geschäfte wieder schließen müssen, hat sie einen Notfallplan parat: „Wir können verschicken und ausfahren.“ Wenn das Ordnungsamt nichts dagegen hat, sei auch ein To-go-Verkauf wie im Frühjahr möglich, so die Inhaberin.

"Duft-Taxi" unterwegs

Stadtparfümerie Acker in Bad Laasphe: Sehr gemischt läuft es derzeit in der Stadtparfümerie Acker in Bad Laasphe, manche Kunden seien entspannt, andere ängstlich, berichtet Inhaberin Christine Acker. Für Letztere bietet ihr Team auf Wunsch auch Termine außerhalb der Öffnungszeiten an, um so Kontakte zu minimieren. Die Stadtparfümerie hat in der Vorweihnachtszeit gut zu tun, das liegt jetzt aber auch an der Vielzahl an Auslieferungen und am Online-Handel. So betont Christine Acker: „Wir sind rund um die Uhr für unsere Kunden da. Viele sind dankbar, dass sie vor Ort einkaufen können.“ Wenn nun der harte Lockdown kommen sollte, wird das „Duft-Taxi“ noch mehr unterwegs sein, als es bereits jetzt der Fall ist. „Man kämpft sich so durch“, sagt Christine Acker über das insgesamt schwierige Jahr. Dass ihr die beantragten Corona-Hilfen verwehrt bleiben, sorgt in der Situation bei ihr verständlicherweise für erheblichen Unmut: „Das muss man erstmal verdauen.“

„Bisher läuft das Weihnachtsgeschäft passabel“, sagt Gabriele Feige.
Einige Kunden sind zurückhaltend wegen Corona.
Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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