»Wenn ich ihm eine gefegt hätte, dann hätte er gelegen«

Berleburger Angeklagter nahm seinen Einspruch zurück

JG Bad Berleburg. »Wenn ich ihm eine gefegt hätte, dann hätte er gelegen, und das wollte ich nicht«, erinnerte sich am Dienstagmorgen eine Zeugin im Berleburger Amtsgericht. Die Frau aus einem Berleburger Ortsteil hatte Anzeige erstattet, nachdem sie im April von ihrem Nachbarn beschimpft, in den Haaren gerissen und geschlagen worden war. Der Zeugenaussage der Frau wollte man locker glauben, schien sie doch deutlich kräftiger und ein Kopf größer als der zusammengekauerte Angeklagte.

Strafbefehl gegen 58-Jährigen ergangen

Gegen den 58-Jährigen war wegen der Vorwürfe ein Strafbefehl ergangen, gegen den der Mann allerdings Einspruch einlegen ließ. Weil er sich jedoch aufgrund seiner geistigen Konstitution nicht selbst vor Gericht verteidigen konnte, beantragte sein Rechtsanwalt Frank Henk zunächst einmal, als Pflichtverteidiger beigeordnet zu werden. Staatsanwalt Wolfgang Nau der dem mit einigen Bedenken zustimmte, wollte wissen, was Ziel und Zweck des Einspruchs sei. Frank Henk legte dar, dass die Taten von seinem Mandanten bestritten würden. Eingebettet war das Ganze in ein sehr enges Nachbarschafts-Verhältnis, der Angeklagte ging früher bei einer Familie in seiner Nachbarschaft ein und aus. Als das – aufgrund der deutlichen Alkoholprobleme des Angeklagten – auseinanderlief, begannen die Auseinandersetzungen. Die Zeugin war eigentlich in diese Geschichte nicht direkt einbezogen, sie ist lediglich die Mieterin der Familie, mit der der Angeklagte im Clinch liegt. Dennoch hatte sie das Gefühl, dass der Angeklagte sie derzeit auf dem Kieker habe. Er reiße ihr die Blumen raus, verbiege ihr die Scheibenwischer, klingele sie abends um halb Elf aus dem Bett und habe sie auch schon einmal geschlagen. Da habe sie nichts unternommen, nach der Attacke im April habe sie dann aber gedacht, so gehe es nicht weiter. Vor allem, weil sie in den nachfolgenden 14 Tagen noch mit ihren Prellungen an Brust, Finger und auch Handgelenk zu tun gehabt habe.

Jetzt werden 20 Tagessätze à 10 E fällig

Nachdem sie außerdem von weiteren Zeugen dieser Tat berichtete, nahm Frank Henk – nach Rücksprache mit seinem Mandanten – schließlich doch noch den Einspruch zurück. Demnach muss der 58-Jährige 20 Tagessätze à 10 e zahlen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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