Ev. Kirchengemeinde beschließt Grünflächen-Nutzungs-Konzept
"Wieso muss man immer mähen?"

Dass das Gras heute bei der Kirche wächst und gedeiht, hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun, sondern mit dem ökologischen Konzept zur Grünflächen-Bewirtschaftung der Girkhäuser Kirchengemeinde, das sich Klaus Saßmannshausen, Anne Lückel, Christine Liedtke und Steffen Schmidt (v. l.) überlegt haben.
  • Dass das Gras heute bei der Kirche wächst und gedeiht, hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun, sondern mit dem ökologischen Konzept zur Grünflächen-Bewirtschaftung der Girkhäuser Kirchengemeinde, das sich Klaus Saßmannshausen, Anne Lückel, Christine Liedtke und Steffen Schmidt (v. l.) überlegt haben.
  • Foto: Kirche
  • hochgeladen von Marc Thomas

sz Girkhausen. „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz. Herrscht über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und über alle Tiere auf der Erde. Seht her! Ich habe euch die Samen tragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und die Samen tragenden Früchte der Bäume als Nahrung gegeben.“ Ganz weit vorn in der Bibel steht es so in der Schöpfungsgeschichte.

"Wir müssen uns mehr als Teil der Natur begreifen."
Steffen Schmidt
Umweltbeauftragter im
Kirchenkreis Wittgenstein

Der göttliche Auftrag ist dem ökologischen Konzept zur Grünflächen-Bewirtschaftung der Girkhäuser Kirchengemeinde vorangestellt, das das Presbyterium dort beschlossen hat. Ergänzt mit dem etwas paradox klingenden Leitsatz „Weniger ist mehr“. Dabei geht es darum, dass Flora und Fauna auf kirchengemeindlichen Grünflächen durch weniger Pflegeeingriffe in ihrer natürlichen Entwicklung weniger beeinträchtigt und damit besser gepflegt werden.

Ökologische Aufwertung rund um Kirche

Diese ökologische Aufwertung verfolgen die Girkhäuser zum einen direkt rund um ihre Kirche, zum anderen auf Teilen der Grünfläche beim Treffpunkt Oster, dem früheren Gemeindehaus. Bei einem Ortstermin freuten sich jetzt Pfarrerin Christine Liedtke und die Presbyter Anne Lückel, Klaus Saßmannshausen und Steffen Schmidt über ihr gemeindliches Konzept, hinter dem auch Ruth Bald als Vierte im Leitungsgremium steht, die aber bei dem Termin nicht dabei sein konnte. Und sie freuten sich auch über das sichtbare Ergebnis des Konzeptes: ganz lebendige, hohe Wiesen mit vielen bunten Blumen.

Das Presbyterium hat Glück, dass es mit Steffen Schmidt – im Hauptberuf Förster, im Nebenerwerb betreibt der Direktvermarkter einen land- und forstwirtschaftlichen Bio-Betrieb – einen absoluten Experten in seiner Mitte hat. Sein großes Fachwissen aus der Theorie und aus der Praxis fand selbstverständlich Eingang in das Öko-Konzept der Kirchengemeinde. Bereits 2019 hatten die Girkhäuser beim Innovationspreis des Wittgensteiner Kirchenkreises mit ihren umweltschützenden Aktivitäten einen zweiten Platz belegt: Ausgezeichnet wurden sie, weil ihre Konfirmanden seit 2017 alljährlich vor dem großen Tag neben der Kirche einen von der Gemeinde gestifteten Obstbaum angepasster alter Sorten pflanzen, weil die Gemeinde eine Böschung schon länger der Natur überließ und weil sie solche Pläne für einen Teil ihrer Rasenfläche hatte.

Unterschiedliche Maßnahmen zu Öko-Konzept

Am Anfang habe, so Steffen Schmidt, für das Presbyterium die Frage gestanden: „Wieso muss man immer mähen?“ Wuchs es gut, habe man alle 14 Tage aktiv werden müssen. Und das habe Arbeit gemacht. Wobei die Arbeit am Ende zwar ein Argument, aber nicht ausschlaggebend war. „Wir müssen uns mehr als Teil der Natur begreifen“, formuliert Steffen Schmidt den Grundgedanken des Presbyteriums. Unterschiedliche Maßnahmen gehören zum gut durchdachten Öko-Konzept der Kirchengemeinde, hier nur eine Auswahl davon: Natürlich werden keine Pestizide eingesetzt, bis Mitte Juli gibt es kein flächiges Mähen, damit die vorhandenen Wildblumen und Gräser Samen ausbilden können, um so die natürliche Ausbreitung standortangepasster Arten zu fördern. Pflegemaßnahmen an Hecken und Sträuchern finden nur außerhalb der Vegetationszeit statt, um Vogelbruten zu schützen, im Herbst verbleibt ein gewisser Laubanteil auf den Grünflächen als Schutz und natürlicher Dünger, Laubhaufen im Böschungsbereich dienen als mögliche Überwinterungslager für Igel und Insekten.

Kleine Maßnahmen haben wahrnehmbare Auswirkungen

Schon so kleine Maßnahmen haben wahrnehmbare Auswirkungen, stärken das ökologische Bewusstsein und sind ohne viel Geld direkt umzusetzen: Wenn man die Pflanzen einfach wachsen lässt, braucht man gar keine gekauften Wildblumenmischungen zum Aussäen.

Seit Dezember hat Steffen Schmidt im Wittgensteiner Kirchenkreis ganz offiziell die Umwelt-Beauftragung inne, einstimmig wählte ihn die Synode ins Amt.

Bild von ökologischer Vielfalt

Auch im Namen von Pfarrerin und übrigen Presbyteriums-Mitglieder lädt er ein: „Besuchen Sie unsere Girkhäuser Kirche und machen Sie sich ein Bild von der ökologischen Vielfalt. Sprechen Sie mich gern an.“

Erreichbar ist Steffen Schmidt unter 0172/7077607 oder per E-Mail. Und die Motivation hinter seinem Engagement ist auch klar: „Mit solchen Maßnahmen kann jeder sofort anfangen und der Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung dienen.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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