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Warten auf mögliche Klage
Windkraft-Investoren sind noch zurückhaltend

Nach der Genehmigung von vier Anlagen für die Eder Energy GmbH & Co. KG will Krug-Energie mit seinen Planungen noch abwarten. Der Fortgang scheint angesichts einer möglichen Klage der Stadt Bad Berleburg zu ungewiss.
  • Nach der Genehmigung von vier Anlagen für die Eder Energy GmbH & Co. KG will Krug-Energie mit seinen Planungen noch abwarten. Der Fortgang scheint angesichts einer möglichen Klage der Stadt Bad Berleburg zu ungewiss.
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tika Arfeld/Wittgenstein. Der Unmut über die vier geplanten und nun genehmigten Windkraftanlagen auf dem „Prenzenberger Kopf“ bei Arfeld wächst bei vielen Beteiligten. Die ersten Anträge zur Prüfung auf eine Klage sind bereits bei der Stadtverwaltung von Bad Berleburg eingegangen. Dennoch, für den Moment hat die Eder Energy GmbH & Co. KG deie Zusage für den Bau der Anlagen. Und allein diese Tatsache könnte Signalwirkung für mehrere Investoren haben, die ihre Planungen im gesamten Altkreis Wittgenstein mangels Perspektiven hatten ruhen lassen – bis jetzt.

tika Arfeld/Wittgenstein. Der Unmut über die vier geplanten und nun genehmigten Windkraftanlagen auf dem „Prenzenberger Kopf“ bei Arfeld wächst bei vielen Beteiligten. Die ersten Anträge zur Prüfung auf eine Klage sind bereits bei der Stadtverwaltung von Bad Berleburg eingegangen. Dennoch, für den Moment hat die Eder Energy GmbH & Co. KG deie Zusage für den Bau der Anlagen. Und allein diese Tatsache könnte Signalwirkung für mehrere Investoren haben, die ihre Planungen im gesamten Altkreis Wittgenstein mangels Perspektiven hatten ruhen lassen – bis jetzt.

Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte zuletzt auf Anfrage der Siegener Zeitung mitgeteilt, das Krug-Energie aus dem benachbarten hessischen Münchhausen den avisierten Windpark „Ohrenbach“ – nördlich von Arfeld gelegen – derzeit umplane. Dort sind demnach sechs bis acht Windkraftanlagen geplant, wenngleich das ehemals eingeleitete Genehmigungsverfahren durch den Investor aktuell ausgesetzt ist.

Vor allem ob der kommunizierten Anzahl der Windräder zeigte sich Hans-Hermann Zacharias verwundert. Der Krug-Bereichsleiter trat zudem mit Blick auf ein mögliches Genehmigungsverfahren auf die Bremse. „Wir haben den Antrag ruhend gestellt. Trotz der Genehmigung für Eder Energy soll das erstmal auch so bleiben. Wir wollen die weiteren Entwicklungen abwarten“, betonte der gelernte Bankfachwirt. Das Unternehmen rechnet demnach realistisch weiterhin mit vier Windkraftanlagen, die genehmigungsfähig sein könnten. Maximal möglich scheinen aus Sicht der Hessen sechs Anlagen, von denen allerdings laut Planungen zwei am Rande der entsprechend geplanten Vorrangzone stehen würden. „Von acht Anlagen war im Jahr 2015 einmal kurzzeitig die Rede. Das haben wir hausintern und auch gegenüber der zuständigen Planungsbehörde damals schnell verworfen. Wir reden noch maximal von sechs Anlagen, von denen wir allerdings nur vier als realistisch ansehen“, betonte Hans-Hermann Zacharias auf SZ-Anfrage.

Für Krug-Energie sind nun gleich zwei Faktoren entscheidend, ob das Unternehmen die Planungen überhaupt noch einmal aufnimmt: Einerseits, wie eine mögliche juristische Entscheidung rund um Eder Energy ausgeht. Andererseits müssen die Hessen vor einem möglichen Bau am „Prenzenberger Kopf“ zusätzlich noch weitere Vertragsgespräche mit dem Grundstückseigentümer aufnehmen. Wie dieser heißt, will das Oberlandesgericht Hamm in Kürze entscheiden – denn der Name ist nach SZ-Informationen abhängig vom Ausgang des Erbrechtsstreites zwischen Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und dem Bad Laaspher Windkraft-Unternehmer Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Ob letzterer im Falle einer Entscheidung zu seinen Gunsten die Fläche selbst in Anspruch nehmen würde, bliebe abzuwarten.

Grundsätzlich äußerte Hans-Hermann Zacharias auch Verständnis dafür, dass nicht nur aus den Parteien, sondern seitens der Anwohner Proteste gegen die Pläne laut werden. Und diese Strömungen unterschätzt Krug-Energie offenbar nicht – sicher ein weiterer Grund für die Zurückhaltung. Mit Blick auf ein ursprünglich geplantes Projekt bei Elsoff fand Hans-Hermann Zacharias ebenfalls klare Worte: „Wir haben in Elsoff damals keinen Genehmigungsantrag gestellt. Wenn Elsoff freigehalten werden soll, dann akzeptieren wir das“, erklärte der Krug-Bereichsleiter, fügte aber vielsagend an, dass das Unternehmen dort Verträge habe. „Von einem Genehmigungsverfahren haben wir damals aber erstmal Abstand genommen.“

So oder so steht die Stadtverwaltung von Bad Berleburg nun nach der Entscheidung nun unter Zugzwang. Naturgemäß unbekannt waren der Verwaltung allerdings die Pläne, nach denen Krug-Energie jene sechs bis acht Windkraftanlagen plant – vor allem, weil Hans-Hermann Zacharias diesen in dieser Form eben eine Absage erteilte. „Ganz grundsätzlich gilt für uns aber: Wir haben einen gültigen Flächennutzungsplan, in dem der Bereich ,Osterholz’ als Vorrangzone für Windenergie ausgewiesen ist. Das bedeutet auch, dass derzeit an keiner anderen Stelle im Stadtgebiet Windkraftanlagen gebaut werden dürfen“, erklärte die Pressesprecherin der Stadt Bad Berleburg, Stefanie Treude, auf Anfrage der Siegener Zeitung. Im Bereich „Osterholz“ will laut Kreis Siegen-Wittgenstein die WWU Wind GmbH aus Münster drei Windkraftanlagen errichten. Für den geplanten Park nahe Weidenhausen liegt demnach ein immissionsrechtlicher Vorbescheid zur Klärung planungsrechtlicher Belange und Belange der militärischen Flugsicherung vor, „die Antragsunterlagen müssen ergänzt werden“.

Indes hat ABO-Wind seine Planungen in Wittgenstein vollständig ad acta gelegt. „Es gibt keine weiteren Bestrebungen die ursprünglichen Planungen fort zu führen“, erklärte der Pressesprecher des Wiesbadener Unternehmens, Dr. Daniel Duben, mit Blick auf den ursprünglich avisierten Windpark „Große Helle“ bei Diedenshausen. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen aus der hessischen Landeshauptstadt dort vier Windkraftanlagen errichten wollen, das ehemals eingeleitete Genehmigungsverfahren allerdings ausgesetzt – und nun vollständig beendet. Damit zieht sich ABO-Wind aus dem Altkreis Wittgenstein vollständig zurück: „In Wittgenstein sind keine Projekte mehr geplant“, erläuterte Dr. Daniel Duben auf SZ-Anfrage.

Unklar blieb, ob und inwiefern das Worrstädter Unternehmen Juwi seine bisherigen Planungen in Wittgenstein weiter verfolgen oder gegebenenfalls ausweiten will. Eine entsprechende Rückmeldung auf eine SZ-Anfrage blieb – laut Aussage des Unternehmens personell bedingt aufgrund der Urlaubszeit – offen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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