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Windkraft auf dem Prenzenberger Kopf
Windräder-Genehmigung sorgt für Diskussionen

Von Dotzlar aus werden die vier Windkraft-Anlagen auf dem Höhenrücken des Prenzenberger Kopfs deutlicher zu sehen sein als aus der Ortslage Arfeld. Wann sich allerdings die Windräder dort drehen werden, ist noch völlig offen. Foto: Björn Weyand
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  • Von Dotzlar aus werden die vier Windkraft-Anlagen auf dem Höhenrücken des Prenzenberger Kopfs deutlicher zu sehen sein als aus der Ortslage Arfeld. Wann sich allerdings die Windräder dort drehen werden, ist noch völlig offen. Foto: Björn Weyand
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bw Arfeld/Dotzlar. Die Entscheidung des Kreises Siegen-Wittgenstein, den Bau und den Betrieb von vier Windkraft-Anlagen auf dem Prenzenberger Kopf in Arfeld zu genehmigen, sorgt für viele Diskussionen. So dürfte schon jetzt klar sein, dass das letzte Wort in der Sache noch lange nicht gesprochen wurde. Die Stadt Bad Berleburg, die nichts von der durch die Kreisverwaltung anberaumten Pressekonferenz wusste, will den Rechtsweg prüfen.

Bad Berleburg werde als Global Nachhaltige Kommune NRW ihren Beitrag für den Ausbau erneuerbarer Energien leisten – gerade auch im Bereich Windkraft. Zwischen Bund und Ländern sei bisher allerdings nicht endgültig geklärt, welche Abstände für Windkraft-Anlagen vor Ort gelten.

bw Arfeld/Dotzlar. Die Entscheidung des Kreises Siegen-Wittgenstein, den Bau und den Betrieb von vier Windkraft-Anlagen auf dem Prenzenberger Kopf in Arfeld zu genehmigen, sorgt für viele Diskussionen. So dürfte schon jetzt klar sein, dass das letzte Wort in der Sache noch lange nicht gesprochen wurde. Die Stadt Bad Berleburg, die nichts von der durch die Kreisverwaltung anberaumten Pressekonferenz wusste, will den Rechtsweg prüfen.

Bad Berleburg werde als Global Nachhaltige Kommune NRW ihren Beitrag für den Ausbau erneuerbarer Energien leisten – gerade auch im Bereich Windkraft. Zwischen Bund und Ländern sei bisher allerdings nicht endgültig geklärt, welche Abstände für Windkraft-Anlagen vor Ort gelten. „Sobald die gesetzlichen Grundlagen des Landes vorliegen, wird die Stadt das Verfahren zu Vorrangflächen für Windkraft-Anlagen weiterführen“, kündigte das Rathaus an und zeigt sich insofern zuversichtlich, dieses Verfahren noch zu einem positiven, also rechtsgültigen Abschluss zu bringen. Kreis-Baudezernent Arno Wied hatte dagegen in der Pressekonferenz daran seine Zweifel geäußert: Nur Freudenberg werde das wohl im Kreisgebiet hinbekommen, ohnehin seien ja die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese Änderung des Flächennutzungsplans für Vorrangzonen so komplex, dass es Kommunen fast abzuraten sei, solch ein Verfahren durchzuführen. Der Kreis habe in der momentanen Situation, in der einerseits erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit der Konzentrationsfläche Osterholz bestehen und andererseits das vor Jahren gestartete Verfahren zur Ausweisung weiterer Vorrangflächen stockte, keine andere Möglichkeit gehabt, als den Antrag positiv zu bescheiden. Im vereinfachten Verfahren gebe es letztlich Fristen, an die sich auch die Genehmigungsbehörde zu halten habe, verriet Arno Wied im kleinen Kreishaus.

Kreis-Pressesprecher Torsten Manges fasste die Erläuterungen des Dezernenten am Ende der Pressekonferenz treffend zusammen: Der Kreis habe dem ersten Bauantrag vor über drei Jahren die Zustimmung aufgrund der damaligen Rechtsprechung versagt, genauso musste der Kreis nach der aktuellen Rechtsprechung heute den Bau genehmigen. „Unser Ansatz ist ja, dass eine solche Entscheidung gerichtsfest sein muss“, so Torsten Manges. Dass diese Genehmigung letztlich richterlich geprüft werden dürfte, daran hatte Arno Wied keinen Zweifel: „Wir können es entscheiden, wie wir wollen – es endet immer in einem Gerichtsverfahren.“

Es dürfte also noch eine ganze Weile ins Land gehen, ehe sich die vier Windkraft-Anlagen auf dem Prenzenberger Kopf drehen werden. Die vier Vestas-Anlagen haben eine Gesamthöhe von jeweils 200 Meter und werden von Dotzlar aus den höheren Lagen besser zu sehen sein als aus Arfeld, wo den Visualisierungen zufolge nur die Spitzen der Rotoren zu sehen sind. Die Eder Energy GmbH & Co. KG könnte zwar die Anordnung der sofortigen Vollziehung der Baugenehmigung beantragen. Freilich ist noch völlig offen, ob das Unternehmen der Wittgenstein-New-Energy-Gruppe einen solchen Schritt anstrebt. Den umfangreichen Antrag hatte Cliff Reppel nach den gesetzlichen Anforderungen für das Unternehmen erarbeitet und zur Prüfung bei der zuständigen Behörde eingereicht. „Im nächsten Schritt wird sich unser Haus mit einem entsprechenden Projektablaufplan beschäftigen“, verriet der Projektleiter auf Anfrage unserer Zeitung.

Während die Akteure aus Rathaus und Politik in Bad Berleburg aus allen Wolken fielen, war die Arfelderin Sonja Kuhn-Weber nicht sonderlich überrascht von dieser Entscheidung: „Ich habe damit gerechnet.“ Sie habe mitbekommen, dass Artenschutzgutachten sowohl auf dem Prenzenberger Kopf als auch im Bereich Ohrenbach erarbeitet werden. Sonja Kuhn-Weber geht somit davon aus, dass nun auch die Planungen von Krug-Energie für das Gebiet Ohrenbach wieder aktuell werden. Dort seien ja auch ausgerechnet jene Flächen abgeholzt worden, auf denen Windräder gebaut werden sollen, weiß sie zu berichten. „Ich gehe davon aus, dass andere nachziehen.“ Die Windräder werden aus ihrer Sicht für Belastungen sorgen durch Schall und bedrängende Wirkung. Ob sie gegen die Genehmigung vorgehen wird, kann sie noch nicht sagen: „Ich will abwarten, was denn die Stadt jetzt macht.“

Interessant sei indes, wie die Nachricht jetzt in Arfeld ankommt: „Es sind viele davon ausgegangen, dass das Thema eigentlich durch wäre.“ Der Wald werde zum Industriegebiet, befürchtet Sonja Kuhn-Weber. Und eines ist ihr nun ganz klar: „Mein Haus ist jetzt nichts mehr wert.“

Von Dotzlar aus werden die vier Windkraft-Anlagen auf dem Höhenrücken des Prenzenberger Kopfs deutlicher zu sehen sein als aus der Ortslage Arfeld. Wann sich allerdings die Windräder dort drehen werden, ist noch völlig offen. Foto: Björn Weyand
Proteste gab es schon vor Jahren gegen die Windkraft-Pläne. Archivfoto: Björn Weyand
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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