SZ

Ein- und Ausblicke in das neue Bürgerhaus
„Wir haben jetzt Räume in ganz anderen Dimensionen"

Die Stadt Bad Berleburg und Architektin Monika Weber-Pahl (2. v. l.) gaben der Siegener Zeitung Einblicke in Schaffungs- und Werdungsprozesse des Bürgerforums. Was Architektur in Sachen Dimension so alles kann, ist im Bild auf der Treppe mit dem Thema „tanzende Stäbe“ zu sehen.
  • Die Stadt Bad Berleburg und Architektin Monika Weber-Pahl (2. v. l.) gaben der Siegener Zeitung Einblicke in Schaffungs- und Werdungsprozesse des Bürgerforums. Was Architektur in Sachen Dimension so alles kann, ist im Bild auf der Treppe mit dem Thema „tanzende Stäbe“ zu sehen.
  • Foto: Sarah Benscheidt
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sabe Bad Berleburg. Ein „multifunktionales Zentrum“ sollte es werden – und dahin ist es auf dem besten Weg: Das Bürgerhaus am Marktplatz mit dem momentanen Arbeitstitel „Jugendforum“ wird an diesem Samstag im Beisein der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, seine offizielle Einweihung erfahren. Was allerdings steckt hinter dem wohlklingenden Zweiklang „multifunktionales Zentrum“ in Bad Berleburg? Es sind architektonische Inhalte: Planen, Entwerfen, Gestalten, Konstruieren. Es sind finanzielle Kalkulationen: Kosten, Nutzen, Deckungsgleichheit. Es sind bewegliche (und manchmal überraschende) Abläufe: Papier, Umsetzung, Realität. All das – und mehr – steht nun (fast) hinter den Bauherren.

sabe Bad Berleburg. Ein „multifunktionales Zentrum“ sollte es werden – und dahin ist es auf dem besten Weg: Das Bürgerhaus am Marktplatz mit dem momentanen Arbeitstitel „Jugendforum“ wird an diesem Samstag im Beisein der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, seine offizielle Einweihung erfahren. Was allerdings steckt hinter dem wohlklingenden Zweiklang „multifunktionales Zentrum“ in Bad Berleburg? Es sind architektonische Inhalte: Planen, Entwerfen, Gestalten, Konstruieren. Es sind finanzielle Kalkulationen: Kosten, Nutzen, Deckungsgleichheit. Es sind bewegliche (und manchmal überraschende) Abläufe: Papier, Umsetzung, Realität. All das – und mehr – steht nun (fast) hinter den Bauherren. Eine anfängliche Idee, der An- und Umbau des Bürgerhauses, ist mit Beendigung der Bauarbeiten, spätestens am Samstag, fassbar geworden. Jetzt steht der Betrachter – und dafür muss er nicht mal aufmerksam sein – von innen, wie von außen, vor gläsernen Fronten.

Architektonische Glanzleistung

Architektin Monika Weber-Pahl hat die SZ im Verbund mit Manuel Spies vom Immobilienmanagement, Projektarchitektin Juljana Schenk und Projektleiter Gerd Schneider mitgenommen in die Welt hinter dem Glas. Gemeinsam wurde sich erinnert an Planungsprozesse und Umsetzung, an Vorgaben, Schwierigkeiten, Wünsche und Lösungen – an Schaffungs- und Werdungsprozesse und so obendrein dem Nutzenfaktor noch einen hinzugefügt: den ästhetischen. Klarheit, Stringenz und Transparenz sind Stichworte, die einem schlagwortartig in den Kopf steigen, sobald man das (mittlerweile) großzügige Foyer betritt. Umsetzung geglückt, möchte man da meinen, sobald Gerd Schneider die Dreh- und Angelattribute des anfänglichen Bauprojektes in den Raum wirft: „lichtdurchflutet, freundlich, hell und offen.“ Zustimmendes Nicken und Erklärung seitens der Architektin: „Wir wollten die prominente Lage am Marktplatz besser besetzen, wollten das Bürgerhaus, das sich bis dato hinter Grün und hinter dunklen Fenstern versteckt hat, der Stadt zuwenden, es einbinden.“ Schritte zum Ziel: Gläserne Südseite, großflächig vergrößertes Foyer, Theke mit Faltwänden, Barrierefreiheit, organisierte klare Durch- und Bühnenausgänge und „Backstage“-Bereiche – „die Grundrisse sind die gleichen geblieben, aber wir haben jetzt Räume in ganz anderen Dimensionen.“

Bedürfnisse anpassen

Das Foyer als Beispiel, erklärt Monika Weber-Pahl das Konzept, das sich durchzieht: Bei einem Veranstaltungsraum, der über 400 Gästen Platz bieten kann, habe der Eingangsbereich den (von Gerd Schneider erwähnten) Ansprüchen nicht gerecht werden können. „Die Funktion war unterentwickelt. Das Foyer hatte nicht die Größe, die es braucht, um atmen zu können.“ Situation jetzt: Entleert sich der Saal nach Veranstaltungen nun gen Vorraum, gibt es nicht nur die Möglichkeit, eine zweite Tür zu nutzen, sondern man befindet sich gleich im großen, freien Raum – Licht und Himmel zugewandt. „Wir haben Vieles dahingehend attraktiviert – praktisch, offen, nützlich.“ Heißt explizit: Der große Saal kann ab jetzt nicht nur für Zuschauer besser erreicht und verlassen werden, sondern auch für die Künstler läuft alles entspannter ab, geordneter. Im „unsichtbaren Bereich“, also den „Backstage“-Räumen können sich Chöre, Artisten oder Schauspieler noch einmal sammeln, vorbereiten, haben eine Art Ruhezentrum. Lkw haben bessere Zufahrtmöglichkeiten, Caterer können die Theke besser beschließen. Der stringente rote Faden dabei: der Diskurs mit der Öffentlichkeit. So habe man schlichtweg mit Unternehmen, Firmen und Vereinen vor Ort gesprochen und gefragt: „was habt ihr für Ansprüche.“ Eben das schätzt auch Gerd Schneider an der Umsetzung: die „wechselseitigen Synergien“. Durch beständige Absprache habe man so nun einen gebauten Raum, der alles möglich macht und in dem alles möglich ist. Sänger, Seminare, Sport, Ausstellungen, Konzerte, Theater, Kongresse, und „natürlich die Einbindung des Jugendzentrums direkt im Haus.“

Die Stadt spiegeln

Monika Weber-Pahl sinniert bei diesen Worten schon an die Zeit, in der das Bürgerhaus beginnen wird, sich mit Leben zu füllen. „Die Menschen können rein und raus, zwischen den Veranstaltungen auf dem Platz verweilen – ich finde, wir haben eine sehr schöne Umsetzung hinbekommen.“ Eine Umsetzung, in der das neue Bauwerk nicht nur das Stadtbild prägt, sondern auch andersherum: „Man kann ja praktisch fast von überall die Stadt – oder zumindest Teile der Stadt besehen“, so die Architektin über eine weitere Funktion der gläsernen Wände. „Wir haben etwas umgesetzt, in Kommunikation mit der Öffentlichkeit, in Kommunikation mit dem Stadtbild.“ Eben das sei nur möglich gewesen, weil man ein stückweit immer im Team unterwegs gewesen sei, fand Gerd Schneider. Was jetzt (neben Fenster putzen) bis Samstag noch zu tun ist? Viele lächelnde Blicke geben die Antwort: einiges. Aber: „Diese Endphasen hat man immer und die müssen sein, die bringen Dynamik rein, lassen alles letztendlich zusammenwachsen“, findet Monika Weber-Pahl und Gerd Schneider sieht seine anfänglich gesetzten Attribute mit freudigem Blick schon jetzt erfüllt: „Wenn wir später viel Leben in diesem Gebäude haben werden, dann liegt der Nutzen nicht nur im Objekt, sondern im Ganzen – für Bad Berleburg und für die Region.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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