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Kirchenkreis Wittgenstein zur Fusion mit Siegen
"Wir kommen an unsere Grenzen"

Der Wittgensteiner Superintendent Stefan Berk hält die Machbarkeitsstudie zur Vereinigung der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein in den Händen. Die enthält einen Zeitplan für eine Fusion zum 1. Januar 2022 – in Stein gemeißelt ist dieser nicht.
  • Der Wittgensteiner Superintendent Stefan Berk hält die Machbarkeitsstudie zur Vereinigung der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein in den Händen. Die enthält einen Zeitplan für eine Fusion zum 1. Januar 2022 – in Stein gemeißelt ist dieser nicht.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Bad Berleburg. Mehr Chancen als Risiken hätte eine Vereinigung der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, das stellt die Machbarkeitsstudie zur Fusion fest. Zu den Inhalten des Papiers äußerte sich Stefan Berk als Superintendent des Wittgensteiner Kirchenkreises am Mittwoch in einem Pressegespräch, ohne der Diskussion der Synode am kommenden Mittwoch und später in den Presbyterien der einzelnen Gemeinden im Siegerland, in Wittgenstein und im Hochsauerland etwas vorweg nehmen zu wollen.
Machbarkeitsstudie als GrundlageSuperintendent Stefan Berk stellte klar, dass die von einer Steuerungsgruppe erarbeitete Machbarkeitsstudie als „Grundlage für die weitere Diskussion“ dienen werde. Soll heißen: In Stein gemeißelt ist hier bisher noch gar nichts.

bw Bad Berleburg. Mehr Chancen als Risiken hätte eine Vereinigung der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, das stellt die Machbarkeitsstudie zur Fusion fest. Zu den Inhalten des Papiers äußerte sich Stefan Berk als Superintendent des Wittgensteiner Kirchenkreises am Mittwoch in einem Pressegespräch, ohne der Diskussion der Synode am kommenden Mittwoch und später in den Presbyterien der einzelnen Gemeinden im Siegerland, in Wittgenstein und im Hochsauerland etwas vorweg nehmen zu wollen.

Machbarkeitsstudie als Grundlage

Superintendent Stefan Berk stellte klar, dass die von einer Steuerungsgruppe erarbeitete Machbarkeitsstudie als „Grundlage für die weitere Diskussion“ dienen werde. Soll heißen: In Stein gemeißelt ist hier bisher noch gar nichts. „Das ist nur eine erste Fassung und eine Arbeitsgrundlage für die Gespräche der Presbyterien.“ Gleichwohl ist die Steuerungsgruppe zu dem Ergebnis gekommen, dass „eine Vereinigung mehr positive als negative Effekte für beide Kirchenkreise haben würde“, so Berk.

Kein fixer Zeitplan für Fusion

Seit einem Jahr machten sich Vertreter beider Kirchenkreise gemeinsam Gedanken darüber, worauf es bei einem Zusammengehen ankommen werde. Einen fixen Zeitplan für die Fusion gibt es mitnichten, auch das hob Stefan Berk hervor. Die Synode werde die Machbarkeitsstudie in der kommenden Woche nur zur Kenntnis nehmen, bis Ende Februar könnten die Inhalte in den Gemeinden „rauf und runter diskutiert werden“, wie es Wittgensteins Superintendent formulierte. Es könne durchaus sein, dass es so viele Rückmeldungen und Einwände geben werde, dass die Machbarkeitsstudie noch einmal überarbeitet werden müsse. Dann ist der Zeitplan, der ja im idealsten Fall von einer Fusion der beiden Kirchenkreise zum 1. Januar 2022 ausgeht, ohnehin hinfällig. Es gebe keinerlei Automatismus, dass eine Entscheidung bereits im kommenden Jahr getroffen werde. Die Evangelische Kirche brauche vielleicht ein wenig länger für Entscheidungen, betonte Kirchenkreis-Sprecher Jens Gesper, dafür seien die Beschlüsse dann aber auf demokratischem Wege getroffen worden. Übrigens: Am Ende des Prozesses werden alle Kirchengemeinden um ein Votum gebeten – lehnt nur eine von ihnen ab, muss letztlich die Landessynode entscheiden.

Im besten Fall ein eindeutiger Beschluss

Stefan Berk, der die Leitung des heimischen Kirchenkreises in der kommenden Woche bekanntlich abgibt, erläuterte, dass ein gründliches Verfahren erforderlich sei: „Im besten Fall können wir eine Einmütigkeit herstellen und einen klaren und eindeutigen Beschluss fassen.“ Es sei deshalb auch völlig falsch, eine so gravierende Entscheidung unter Druck herbeizuführen. In diesem Falle gebe es ja auch keinen Handlungsdruck von außen, etwa von der Landeskirche. Vielmehr habe der Wittgensteiner Kirchenkreis von sich aus Überlegungen angestellt, wie die Strukturen der Zukunft aussehen könnten, bevor er in eine „kritische Kleinheit“ gerate, erinnerte Stefan Berk. Heute hat der Kirchenkreis noch rund 31 000 Gemeindeglieder, es waren in früheren Zeiten über 40 000. So stellte sich die Frage, wie der Rahmen handlungsfähig bleiben könne. „Wir kommen mit unseren althergebrachten Strukturen schon an unsere Grenzen“, sagte der Superintendent.

Kirchenkreis bietet Unterstützung

Ziel ist eine Struktur, in der die einzelnen Kirchengemeinden gut und sicher arbeiten könnten. Denn letztlich läuft Kirche vor Ort ab – der Kirchenkreis (ob nun Siegen, Wittgenstein oder womöglich Siegen-Wittgenstein) bietet hierfür Unterstützung und erledigt Verwaltungsaufgaben. Künftig könnte auch die Leitung besser laufen. Bisher gehe jede Entscheidung über einen Tisch, so Stefan Berk – seinen. Nach einer möglichen Fusion stehen dem Superintendenten zwei Stellvertreter mit jeweils einer halben Stelle zur Seite. Solch eine Dreier-Leitungsgruppe biete viele Vorteile. Auch das Ausschusswesen würde verschlankt.

Geschossen den Herausforderungen stellen

In der Machbarkeitsstudie steht ein entscheidender Satz: „Gegenüber einer Fortsetzung der Arbeit in den jetzigen Strukturen kann sich ein neuer Kirchenkreis konzentrierter und im öffentlichen Raum geschlossener den Herausforderungen stellen, mit denen sich die evangelische Kirche insgesamt in den kommenden Jahren auseinandersetzen muss.“

Familiäre Struktur ändert sich womöglich

Eines räumte Stefan Berk aber auch ein: Bei einem Zusammengehen mit dem Kirchenkreis Siegen werde es das Familiäre, das den Wittgensteiner Kirchenkreis auszeichnet, vielleicht nicht mehr in der Form geben. Schließlich wäre der Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein mit den Gemeinden im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe flächenmäßig der größte in Westfalen.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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