»Wir wollten alles riskieren – ein bisschen gewinnen kann jeder«

Berleburger Gruppe wurde Vierte beim Planspiel Börse

JG Bad Berleburg. »Wir wollten alles riskieren – ein bisschen gewinnen kann ja jeder.« Für den Raumländer Thorsten Schmidt stand fest, dass er sich als Chef vom Team »Auf gut Glück« beim Planspiel Börse des westfälisch-lippischen Sparkassen- und Giroverbands nicht mit Peanuts zufrieden geben wollte. Und so kauften er und seine Mannschafts-Kollegen Jörg Lauber aus Girkhausen und Fabian Meder aus Bad Berleburg mit den fiktiven 50000 e von der Sparkasse vor allem am desolaten Neuen Markt ein.

Mit ADVA-Aktien ging es zum Erfolg

Und es waren dann auch die Aktien der Firma ADVA Optical Networking, die den Schülern des Johannes-Althusius-Gymnasiums den großen Gewinn brachten. 29000 mal für einen halben e eingekauft und für das Dreifache abgestoßen, bescherten die Aktien der Computer-Zuliefer-Industrie den Wittgensteinern jede Menge Geld und den vierten Platz beim Planspiel für ganz Westfalen-Lippe.

Wimpernschlag vom größeren Gewinn

Und es hätte tatsächlich noch ein bisschen besser ausgehen können. Das Trio hatte sich einen Wimpernschlag zu früh von seinen ADVA-Aktien getrennt. »Eine halbe Stunde später verkauft und wir hätten sogar das Vierfache rausgekriegt«, so Thorsten Schmidt, »aber ich habe zuviel auf meinen Vater gehört«. Ein Börsen-Detail hatte den Wittgensteinern größeren Gewinn verwehrt. Sie hätten um 16.30 Uhr zum Börsenschluss verkauft, dabei werde am Frankfurter Parkett bis 17 Uhr weiterkalkuliert, so der Raumländer. Doch nicht nur Details wurden so spielerisch vermittelt. Volker Schüttenhelm lobte als einer der beiden begleitenden Pädagogen den »anti-zyklischen Ansatz« des Trios und meinte damit, dass die Drei ihre Aktien quasi im Sonderangebot – als keiner diese Werte wollte – kauften. Dem Politik- und Sozialwissenschafts-Lehrer gefiel es außerdem, dass die Schüler so sehen würden, welche Wirkungen etwa politische Entwicklungen auf Börsenkurse nehmen. Sein Kollege Rainer Gelies begrüßte, dass die Schüler so an die Internet-Nutzung herangeführt wurden, und regte an, dass man gerade eine Erfolgs-Urkunde gut zu einer Bewerbung dabei legen könne. Und der Lehrer dachte auch noch an die Schule, die mit etwa einem Dutzend Gruppen am Wettbewerb beteiligt war: Das JAG bekomme während der Teilnahme nämlich kostenlos eine Börsenzeitung ins Haus geliefert.

»In Wirklichkeit mach' ich Verluste«

Wobei Thorsten Schmidt meinte, diese Zeitung nutze man am besten zum Feueranmachen. Am ersten Tag habe er die ja noch versucht zu lesen, aber dann: »Das ist so eine Schwarte, dicker als die FAZ.« Und der Erfolg gibt ihm uns Jörg Lauber sowie Fabian Meder Recht. Aus ihren ursprünglich 50000 e haben die drei Burschen »Auf gut Glück« in einem Vierteljahr 96305e und 32 Cent gemacht. Neben den großen ADVA-Gewinnen waren es auch kleinere von Aixtron, Infineon und Siemens sowie von festverzinslichen Ford-Papieren, allein die Suess Microtec bescherte den Berleburgern Verluste. Während seinen beiden Teamkollegen das Planspiel erstmal noch keinen Hunger auf die echte Börse gemacht hat, spekuliert Thorsten tatsächlich schon mit Aktien, mit einem kleinen Unterschied: »In Wirklichkeit mach' ich Verluste.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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