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Rechtsstreit geht in die nächste Runde
Wisent-Verein zieht erneut vor den BGH

Die frei lebenden Wisente – diese Aufnahme entstand bei Kühhude – beschäftigen bereits zum zweiten Mal den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

vö Bad Berleburg/Karlsruhe. Der Wisent-Trägerverein gibt sich im Kampf um und für die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge nicht geschlagen. Was sich bereits nach der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm vom 15. Juli andeutete, ist jetzt beschlossene Sache: Der Verein legt gegen das Urteil Revision ein – auf der Basis eines Vorstandsbeschlusses vom Dienstag.

Entspreche

Bad Berleburg/Karlsruhe. Der Wisent-Trägerverein gibt sich im Kampf um und für die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge nicht geschlagen. Was sich bereits nach der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm vom 15. Juli andeutete, ist jetzt beschlossene Sache: Der Verein legt gegen das Urteil Revision ein – auf der Basis eines Vorstandsbeschlusses vom Dienstag.

Entsprechende SZ-Informationen bestätigte Dr. Michael Emmrich, Presseprecher des Wisent-Projektes, am Dienstagabend auf Anfrage. Nach intensiven Beratungen mit den Rechtsbeiständen habe sich der Vorstand zu diesem Schritt entschlossen: „Denn wir sehen gute Chancen für eine erfolgreiche Revision beim Bundesgerichtshof.“ Mit der Revisions-Ankündigung geht der Rechtsstreit um die frei lebenden Wisente im Rothaargebirge zwischen dem Trägerverein auf der einen und den Oberkirchener Waldbesitzern Georg Feldmann-Schütte und Hubertus Dohle auf der anderen Seite in die nächste Runde.

"Wir gehen nach Karlsruhe,
weil es unser oberstes Ziel ist,
dass die Wisente weiterleben dürfen."

Michael Emmrich
Pressesprecher Wisent-Projekt

Zuletzt beschäftigte sich der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2019 mit dem Projekt – und jetzt zum zweiten Mal. „Wir gehen nach Karlsruhe, weil es unser oberstes Ziel ist, dass die Wisente weiterleben dürfen und damit das in Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der gefährdeten Tierart dauerhaft in unserer Region, im Rothaargebirge, etabliert werden kann“, ergänzte Michael Emmrich.

Rechtsstreit läuft seit vielen Jahren

Seit vielen Jahren dreht sich der Rechtsstreit um von Wisenten verursachte Schäden an Bäumen, vorwiegend Buchen, von Eigentümern im Sauerland und beschäftigte bereits alle Instanzen. Die Verfahren mit den beiden Waldeigentümern waren schon einmal vor dem OLG in Hamm und dem BGH in Karlsruhe gelandet. Der BGH in Karlsruhe hatte 2019 seinerzeit ein erstes Urteil des OLG aufgehoben und den Streit erneut nach Hamm zurückverwiesen. Das OLG gab aktuell im Juli den klagenden Waldbauern weitgehend Recht und wies die Berufungen des Wisent-Vereins gegen landgerichtliche Urteile zurück. Das Gericht in Hamm ließ aber Revision zu. Diesen Weg beschreitet der Wisent-Verein.

Für die Begründung der Revision hat der Verein nach Angaben von Michael Emmrich bis Ende September 2021 Zeit.

Abseits der juristischen Auseinandersetzung wird mit Spannung auf das Ergebnis des vom Kreis Siegen-Wittgenstein in Auftrag gegebenen Gutachtens gewartet – auf dessen Basis letztlich die Zukunft des Projektes entschieden werden soll.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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