Wisente können sich frei bewegen

Am Donnerstag wurde symbolisch der Zaun des Auswilderungsgeheges im Homrighäuser Tal vom Vorstand des Trägervereins und von Prinz Richard durchschnitten. Ab sofort haben die acht Wisente die Gelegenheit, den Wald am Rothaarsteig bei Bad Berleburg auf einer Fläche von rund 4000 Hektar zu erkunden. Foto: bw
  • Am Donnerstag wurde symbolisch der Zaun des Auswilderungsgeheges im Homrighäuser Tal vom Vorstand des Trägervereins und von Prinz Richard durchschnitten. Ab sofort haben die acht Wisente die Gelegenheit, den Wald am Rothaarsteig bei Bad Berleburg auf einer Fläche von rund 4000 Hektar zu erkunden. Foto: bw
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

bw - Es ist ein Meilenstein in einem der wichtigsten Artenschutzprojekte Europas: Die Wisent-Herde im Homrighäuser Tal zwischen Bad Berleburg und Kühhude hat seit Donnerstagmittag die Möglichkeit, das Gelände ihres Auswilderungsgeheges zu verlassen und den Privatwald von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auf einer Fläche von rund 4000 Hektar zu erkunden. Damit sind Egnar und Co. die ersten Tiere ihrer Art, die westlich der Oder in freier Wildbahn leben können. "Das ist einzigartig in Westeuropa", stellte Dr. Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz in der Pressekonferenz vor dem historischen Moment fest. Anfang des vergangenen Jahrhunderts stand das größte Landsäugetier Europas kurz vor der Ausrottung. Nur mit viel Mühe konnte die Art überhaupt gerettet werden.

Wisente trotteten langsam in die Tiefe des Waldes

Die symbolische erste Öffnung des Zaunes übernahm der Vorstand des Trägervereins um den 1. Vorsitzenden Bernd Fuhrmann gemeinsam mit Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, der das Artenschutzprojekt einst angestoßen hatte und der seinen Wald dafür zur Verfügung stellt. Nach der Öffnung des Zaunes bot der Trägerverein den mehr als 60 Medienvertretern eine Fahrt durch das Auswilderungsgehege an - und tatsächlich sahen einige der Teilnehmer dieser "Wisent-Fotosafari" die acht Tiere auch aus einiger Entfernung. Doch die Wisente taten genau das, was alle Beteiligten des Artenschutzprojektes immer prognostiziert hatten. Sie trotteten scheu davon in die Tiefe des Waldes.

Prinz Richard: "Wisente sind ziemlich träge Tiere"

"Es wird schwierig, die Wisente zu sehen", hatte Prinz Richard kurz zuvor noch während der Pressekonferenz im Berleburger Schloss betont. "Es sind ziemlich träge Tiere." Auch nach der Öffnung des Zaunes sei nun keinesfalls damit zu rechnen, dass die Wisente sich weit entfernen würden. "Sie werden sich langsam in irgendeine Gegend bewegen, wo es ihnen gefällt. Sie laufen nur schneller, wenn die falschen Leute hinter ihnen her sind."

Wisent-Herde soll auf bis zu 25 Tiere wachsen

Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Trägervereins, nannte die Öffnung des Auswilderungsgeheges, "ein Ereignis von großer historischer Bedeutung für den Artenschutz und für alle Beteiligten des Projektes". Wisente seien zwar große und mächtige, aber auch friedliche Tiere, erläuterte der Bürgermeister von Bad Berleburg. Die derzeit acht Tiere - ein Bulle, fünf Kühe und zwei Kälbchen - starke Herde soll in den kommenden Jahren auf eine Population von bis zu 25 Wisenten wachsen. Das in Europa einmalige Artenschutzprojekt sei "ein von Idealismus getragenes Vorhaben", lobte Bernd Fuhrmann alle Beteiligten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.